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Dreieckland StromReport Kraft Werke (10.07.2004 ) Pressebüro © Marc Gusewski Postkasten << Startseite << |
EBL bei Biomasse
grosse Klasse
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Es wäre Europas erstes konstruktives Erdwärme-Kraftwerk: Basel sucht 85 Millionen für Geo-Energie22.11.01 Aus 5000 Meter tiefen Bohrlöchern soll im „Hot dry rock“-Verfahren ca. 200-grädiger Erdwärmedampf gezogen werden. Genug, um ein Heizkraftwerk von 4'000 Kilowatt Stromerzeugungs-Kapazität sowie 20'000 Kilowatt Abwärme für das städtische Fernwärmenetz bereitzustellen – dies entspricht dem Bedarf von 5000 Haushalten. Veranschlagt wird das Vorhaben auf 85 Millionen Franken. Bei Strompreisen von 15 und Wärmepreisen von vier Rappen, wird das Vorhaben als einigermassen konkurrenzfähig bezeichnet. 6 Millionen wurden bereits ausgegeben für die erfolgreich verlaufene Probebohrung auf ca. 2500 Meter Tiefe im Sommer diesen Jahres, das Geld brachte ein Forschungskonsortium auf, das das Vorhaben jetzt weiterverfolgt. Für die zweite, definitive Bohrung in 5000 Meter Tiefe werden jetzt 16 Millionen gesucht. Regierungsrätin Barbara Schneider sicherte dem Projekt ihre Unterstützung zu. Die städtischen Industriellen Werke (IWB) bekräftigen ihre Projektfederführung. Woher die 85 Millionen Franken für das Pilotvorhaben, das in Europa derzeit seinesgleichen sucht, kommen soll, ist unklar. Als einzig realistische Variante erscheint, dass der Kanton Basel-Stadt die Initiative übernimmt. Er könnte aus bestehenden Energieförder-Kassen sowie mit einem städtischen Kredit das Vorhaben realisieren helfen. Dies setzt allerdings eine politische Debatte voraus. Von Bundesseite oder von Privaten wird derzeit eher weniger erwartet. IWB-Direktor Eduard Schumacher unterstützt vorab die Projektentwicklung von Markus O. Häring. Er steht mit seiner Firma Geothermal Explorers (Basel) als treibende Kraft hinter dem Vorhaben und zeichnet für den Projektfortschritt verantwortlich. Seitens der privaten Energiewirtschaft unterstützt die Elektra Baselland (EBL) bisher das einzigartige Entwicklungsvorhaben. Gegenüber StromReport bekräftigt Direktor Klaus-Peter Schäffer sein Interesse. Für ihn steht vorab der Know-how-Zugewinn im Vordergrund als Ertrag für das bisherige und etwaige, zukünftige Engagement. Erdwärmekraftwerken wird in Europa eine grosse Zukunft vorausgesagt. Die Europäische Union fördert mehrere Pilotvorhaben, eines davon in der Nähe von Strassburg (Soultz). Interessant gilt Geoenergie als Grundlast-Erzeugerin, um den täglichen Grundbedarf an Elektrizität zu decken (Ggs.: Spitzenlast). Deep Heat Mining Seitenanfang Startseite Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1 |
EBM startet in Brennstoffzellen-Technik - zeitgleich mit Multis30 Jahre nach der Landung auf dem Mond landet die Brennstoffzellen-Technik allmählich auf irdischen Terrains: so auf dem Werksareal der Elektra Birseck, die das erste schweizerische, und weltweit erst dritte PEM-Blockheizkraftwerk ans Netz nahm. Die Elektra Birseck (EBM) startete gestern die erste PEM-Brennstoffzelle der Schweiz als Blockheizkraftwerk - in Anwesenheit von prominenten Gästen. Nach Berlin ist es die zweite Testanlage in Europa und erst die dritte weltweit. Die PEM-Zelle der EBM ist ein Produkt der französisch-kanadischen Kooperation von Alstom, dem Kraftwerke-Multi, und Ballard Power Systems, dem Zellenpionier, der mit DaimlerChrysler und General Motors neue Automobilantriebe entwickelt. EBM-Direktor Hans Büttiker begründete seine Motivation zum 4-5 Millionen Franken Projekt (offiziell ist der Preis nicht bekannt): „Zum 100-jährigen Jubiläum ’97 erfüllten wir uns drei Wünsche: ein Mitarbeiterfest, das Elektrizitäts-Museum für die Öffentlichkeit und die Brennstoffzelle für den technischen Fortschritt“. Hans Büttiker zitierte den Volksbarden Mani Matter als Slogan: „Was unsere Väter schufen, war, als sie es schufen, neu. Bleiben wir unseren Vätern treu. Schaffen wir neu“. Dann setzte er mit Regierungsrätin Elsbeth Schneider die Anlage symbolisch unter Strom. Schneider hatte zuvor das Vorhaben als „Glücksfall“ beschrieben für den Kanton. Aufgestellt ist die Container-grosse, 250 Kilowatt starke Brennstoffzelle auf dem Werksareal der EBM – unmittelbar beim Elektrizitätsmuseum, wo nun elektrische Früh- und Zukunftsgeschichte zu besichtigen sind. Die Zelle erfüllt im Pilotbetrieb ihren Dienst als Heizung und Kraftwerk. Im Prinzip können Brennstoffzellen als Luft- und Wasserstoff betriebene Batterien beschrieben werden. Komponenten der Anlage extrahieren aus Leitungserdgas Betriebswasserstoff, der die eigentlichen Zellenstapel speist und als „Wasserabgas“ entweicht. Nur halb soviel Kohlendioxidemissionen entstehen wie bei vergleichbar grossen Explosionsmotoren. Bisher fand sich dieseTechnik in Raumfahrt und Rüstung, wo Geld keine Rolle spielt. Handys könnten versorgt werden durch Mini-Zellen, aber eben auch Quartiere mit Mega-Anlagen. Viele kleine Zellen könnten Strom erzeugen wie Grosskraftwerke, so die Idee. Nach 2010 oder später wird ihnen eine grosse Rolle vorausgesagt. Das ganze ist hochtechnologisch: Zellentypen werden nach Niedrig-, Mittel- und Hochtemperaturbetrieb unterschieden: die EBM Proton Exchange Membrane Fuel Cell (PEMFC, zu deutsch: Polymermembran-Brennstoffzelle) zählt zu den niedrig-Temperaturaggregaten. Das Interesse der Autoindustrie könnte sie unschlagbar günstig machen, wenn die Massenproduktion beginnt. In Birsfelden wird dagegen eine PAFC („phosphorsaure“) Zelle betrieben. In Basel seit zwei Jahren eine SOFC („oxidkeramische“) „heisse“ Zelle für den Einfamilienhausgebrauch. So gibt es hier eine einmalige Kombination unterschiedlicher Zellentypen. Die Nachbarn, Energie Baden-Württemberg und Electricité de France, planen ein Megawatt-Turbinenzellen-Projekt. Anfangs 90er fühlten die Baselbieter bei der Ballard Power Systems in Vancouver (Kanada) nach einem „Piloten“ vor. EBM-Vize Thomas Wälchli entwickelte sich dabei sozusagen zum Frequent-Flyer. Erst 98 erfolgte der Deal, nachdem Alstom im Paket vier Anlagen orderte und die nötige Anschubfinanzierung sicherte. Zuvor hatte sich Alstom bereits, am 29.5.98 in Basel (!), an Ballard finanziell beteiligt – so wird klar: hier geht’s um zig-zehnmillionen Dollar Projekte. Das PEM-BHKW ist was besonderes: seit 97 testet Ballard einen Prototypen im Werk. Im September 99 lieferte sie ihr erstes externes ans Naval Surface Warfare Center für den Energie-Multi Cinergy (Indiana), der pro Jahr ca. 10 Milliarden Franken umsetzt. Diesen Sommer folgte eine Lieferung ans Berliner EW Bewag, die jährlich ca. 2,6 Milliarden umsetzt. Am 5. September verschiffte Ballard ihr Produkt zur EBM - nicht eben eine Riesin im Vergleich mit Bewag und Cinergy, trotzdem beachtlich vorneweg... „Wir gehen voran, weil wir den Nutzern der Brennstoffzellentechnologie die besten Voraussetzungen im Erfolg auf dem liberalisierten Strommarkt verschaffen wollen“, unterstrichen Robert Mahler, Senior Executive President Alstom und Paul Schneebeli (Alstom VR-Vize). Mahler kündigte an, mit den Kanadiern in Dresden eine gemeinsame Tochterunternehmung zu gründen (Alstom Ballard GmbH). Jim Kirsch (Präsiden Ballard Generation Systems) lobte den Pionierwillen am Festakt: „nur der Wandel hat Bestand und wer sich mit ihm wandelt“. Künstlerisch unterstrich dies die Projektgruppe KabeLJau (Priska Sager, Petra Jost, Johanna Dietler) die die anwesenden Gäste und Ehrengäste mit einem hochenergetischen Feuerspektakel vom Fleck weg faszinierte. Die Anwendung der Wärmekraftkopplung ist sozusagen mündig geworden, daran erinnerte Thomas Wälchli. ’82 ging ein erstes Blockheizkraftwerk als „Energieexperiment“ in Betrieb. Heute betreibt man 49 Heizzentralen für 4'200 Wohneinheiten, 61 Gewerbeliegenschaften, 43 Schulbauten und acht Altersheime. Gesamthaft verlangen die Wärmebezüger 5305 Kilowatt Leistung (was zehn LKW-Motoren entspricht). Quartierversorgungen, so wie sie die EBM betreibt, erfüllen umweltpolitische, energiewirtschaftliche und elektrizitätswirtschaftliche Effizienzziele. Ressourcen und Umwelt werden geschont – letztlich mit gleichem Komfort, zu geringfügig höherem, oder beim heutigen Heizölpreis, vergleichbarem Einstandspreis. Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1 |
Brennstoffzellen
wirken wie Frischzellenkur auf Energiewirtschaft II.
Brennstoffzelle – uralte Basler Wissenschaftsgeschichte III.
In Basel sind „Kalte Brenner“ heisse Renner IV.
US-Dollars für Birsfelden und Badische Nachbarn
Birsfelden
startet dieser Tage mit
einem „konventionellem“ Brennstoffzellen-Typ ein unkonventionelles
Projekt und die Elektra Birseck-Münchenstein zündet im Juni mit einer
unkonventioneller Zelle ein konventionelles Versuchsprogramm. Basel wählte
einen „Multi“-mini-dezentralen Weg. Liestal.
Elektrisierend ehrgeizig und technisch eigenwillig: so starten beide
Basel ins Brennstoffzellen/Wasserstoff-Zeitalter. Basel eröffnet die
Zukunft mit einem Multi-Mini-Zellen-Versuch. Im Baselbiet startet demnächst
die Birsfelder Alternativ Energie AG (AEB) eine bereits installierte 200
Kilowatt-Kraft-Wärme-Zentrale. Eventuell im Juni nimmt die Elektra
Birseck-Münchenstein auf ihrem Werksareal eine mit Birsfelden
vergleichbar grosse Brennstoffzelle in Betrieb, einem Typ, dem in
Zukunft eine energiewirtschaftliche Dominanz vorausgesagt wird. Wie Thomas Wälchli, Vizedirektor Elektra-Birseck-Münchenstein, erzählt, verbündete man sich 1996 mit der heutigen, französischen ABB-Alstom-Power und deren Partnerin, der Ballard Power Systems. Sie gilt als führend bei Polymer-Elektrolyt-Membran-Brennstofzellen (PEM). Ihre technischen Eigenschaften (niedrige Arbeitstemperatur) sind so, dass sie sich auch als Automobilantrieb eignen. Von daher beteiligen sich Autohersteller wie DaimlerChrysler und Ford Motor Company an den horrenden Entwicklungskosten. Falls die PEM-Zelle serienmässig produziert wird, erwartet man daher unvergleichlich niedrige Aggregatpreise. Besonders diese Perspektive lockt die Energieversorger. Die EBM ist nach der Berliner BEWAG - Start im Mai - der zweite PEM-Heizkraftwerkbetreiber in Europa, der von Alstom-Ballard bedient wird. Verbreiteter mit weltweit über 100 Anlagen ist die „phosphorsaure“ Brennstoffzelle. International so benannt: „Phosphoric Acid Fuel Cell“ (PAFC). Hergestellt wird sie von der Nord-Amerikanisch/Italienischen ONSI/CLC. Sie hat bisher die Schrittmacherfunktion geleistet. 1998 entschied sich die (AEB) für das Wagnis, eine PAFC-Anlage einem Blockheizkraftwerk vorzuziehen und ins Wärmenetz zu integrieren sowie kommerziell zu betreiben – eine Neuheit für die Schweiz. Eine erste PAFC-Zelle in Genf wurde als reiner Pilotbetrieb geführt. Für die Birsfelder Installation holte man sich die Hamburger Gas Consult (HGC), die auf diesem Gebiet als führend gilt. Zwei identische Vorhaben funktionieren seit 1997 problemlos im Hamburger Wohnquartier Lyserstrasse. Dabei wird eine Zelle sogar mit reinem Wasserstoff betrieben. Die Birsfelder Anlage wird dieser Tage „klar“ gemacht und soll demnächst eingeweiht werden, wie Geschäftsführer Heinz Pulver sagt. Im Gegensatz zur PEM-Technik gelten bei der PAFC-Zelle die wirtschaftlichen Aussichten als weniger klar. Die Basler Zelle wiederum, für einen ganz bestimmten Zweck von Sulzer Hexis entwickelt, beruht auf der SOFC-Technologie, das heisst: „Solid Oxid Fuel Cell“ oder soviel wie oxidkeramische Zelle. Sie gilt als „robust“ und daher als stark entwicklungsfähig. Im Gegensatz zur kleinmassstäblichen Anwendung befindet sich die Entwicklung als Kraftwerkszelle am Anfang (s. Kasten). Während Birsfelden vor allem eine regional-energiepolitische Marke setzt, stehen für die Energieversorger wie die Elektra Birseck-Münchenstein und die Industriellen Werke Basel (IWB) die künftigen, kommerziellen Hoffnungen im Vordergrund. Anders als wie für das Stadtwerk IWB, mit seinem Gas- und Stromnetz, locken den „puren“ Stromer einerseits der elektrische Nutzen, andererseits vielmehr die sprichwörtliche „physische“ Kundenanbindung durch Wärme-Lieferung (sogenanntes „Contracting“). Während Strom ein Produkt wie jedes andere wird („Elektrizitätsmarktliberalisierung“) ermöglicht die dezentrale Energiegewinnung, sei es Brennstoffzelle, BHKW oder Holzschnitzel, die „Anbindung“ eines Kunden. Ein weiteres: insbesondere die PEM-Zelle eignet sich als Notstrom-Aggregat. Damit könnte sie sehr schnell einen Vorteil über die vergleichsweise emissionsreichen und wartungsbedürftigen, das heisst: teuren Diesel-Notstromgruppen erringen. Experten sagen, diese Situation könnte schneller eintreten als man heute denkt. Dieser Aspekt spielt für die EBM eine grosse Rolle, bestätigt Vize-Direktor Thomas Wälchli. Obwohl die Entwicklung zum Serienelement noch Jahre beanspruchen wird, wird die Energie-Infrastruktur den Erwartungen von morgen bereits untergeordnet. So sagt Professor Georg Erdmann, früher ETH Zürich, Technische Universität Berlin, Leiter Institut für Energiesysteme: „Bei den heutigen Energiesystemen müssen wir darauf achten sie Brennstoffzellen-konform auszulegen, um sie nahtlos und kostengünstig in die Energieversorgung einzugliedern“. Erwartet wird, dass früher oder später die neue Technik die Energieversorgung revolutioniert. Während die meisten Brennstoffzellen für einen Erdgas-Betrieb ausgelegt werden, wie Birsfelden, Münchenstein und Basel, sind auch Betriebsgase wie solche vom Klärwerk denkbar. Oder etwa Methan aus Chinaschilf und/oder Rapsöl etc. – an erneuerbaren Energiegasen für Brennstoffzellen forscht z.B. die Uni Karlsruhe. Traumziel ist, wie vor einem Jahr als Idee durch einen Kreis Baselbieter regional „in Szene gesetzt“, die solare Erzeugung des Wasserstoffgases (so etwas testet das Bayernwerk seit elf Jahren). Einstweilen bleiben Brennstoffzellen teuer und die Realität knochenhart: die Birsfelder Anlage kostet ca. 1,6 bis zwei Millionen Franken, subventioniert von Kanton und Bund zu je 300'000 Franken. Sulzer-Hexis hält sich mit der Benennung von Einzelstückpreisen stark zurück (Sulzer gab über 40 Millionen aus, ihre Partner unbekannt hohe Beträge) und bei der EBM räumt man alleine einen Preis von „deutlich über zwei Millionen Franken“ fürs PEM-Heizkraftwerk ein. Im Gegensatz zur AEB verzichtete die EBM auf weitere staatliche Unterstützungen, weil ihr die damit verbundenen behördlichen Auflagen als unpraktikabel erschienen. Zu
den finanziellen Problem gesellen sich gesellschaftliche: die EBM hatte
bereits einen Strauss mit den Anwohnern des Binninger Holeeholzacker
auszufechten. Der zunächst für ihr Projekt ausgewählte Standort
scheiterte an Anwohnerängsten wie erwarteten Lärmemissionen – oder
auch Strömen von Technologie-„Guckern“. Statt jahrleangen Streits,
disponierten die EBM-Chefs rasch um und zügelten die Anlage auf ihr
Werksareal in Münchenstein. Nun sieht man sich des Baselbieter
„Aspekt-Noveaux“ beraubt – was man den Berlinern vorausgehabt hätte...Seitenanfang Brennstoffzelle – uralte Basler Wissenschaftsgeschichte Normalerweise
wird der Engländer William Robert Grove als Erfinder der
Brennstoffzelle genannt. Er bezeichnete sie als Gasbatterie und führte
damit Versuche durch. Er wurde dazu angeregt von Michael Faraday, dem
Entdecker der elektrischen Induktion. Indessen machte der Basler
Professor Christian Friedrich Schönbein (Entdecker des Ozons) 1838 auf
den Brennstoffzellen-Effekt aufmerksam. Er korrespondierte mit seinem
Freund Faraday regelmässig und beschrieb mehrfach seine Beobachtungen.
Er verfeinerte seine Theorie nur bis zu einem gewissen Grad, ohne sich
weitergehend auf Anwendungen einzulassen. Dies übernahm dann
ebengenannter William Robert Grove. Seitenanfang In Basel sind „Kalte Brenner“ heisse RennerBasel heizt beim Rennen um die Energiezukunft ein: nächstes Jahr geht ein Multi-Mini-Brennstoffzellen-Versuch ans Netz. Dem elektrochemischen Prinzip der Brennstoffzelle, auch „kalte Verbrennung“ genannt, wird eine grosse Rolle vorausgesagt für eine ebenso umweltfreundliche wie effiziente Zukunft der Energiewirtschaft. Basel. In mehreren Etappen sollen bis zu dreissig Mini-Brennstoffzellen installiert und getestet werden für einen energiewirtschaftlichen Versuch. Damit nimmt die Stadt einmal mehr eine Vorreiterrolle ein. Nur wenige werden weltweit als Versuchspartner ausgewählt. Dies bestätigten die Beteiligten: der Hersteller Sulzer Hexis (und Sulzer Infra als Installations- und Wartungsfirma), die Industriellen Werke (IWB) sowie das Amt für Umwelt und Energie (Baudepartement). „Wir versprechen uns aufschlussreiche Erfahrungen und neue Kundensegmente“, sagt Eduard Schumacher, Vorsitzender der IWB-Geschäftsleitung. Ruedi Jeggi, Leiter Energiefachstelle, ist überzeugt: „Wir glauben, dass auf diesem Weg die Generation der Blockheizkraftwerke im Mehrfamilienhausbereich abgelöst wird, weit abgasarmer und energieeffizienter.“ Erst
sind die Umrisse des Brennstoffzellenprojekts darstellbar: geplant ist,
dass die IWB für Besitzer von Einfamilienhäusern und kleineren
Mehrfamilienhäusern ein neues Komfortwärme-Programm lancieren werden
mit dem Markennamen „Hit Box“. Im Rahmen der „Hit-Box“ können
statt der konventionellen Erdgasheizung eben auch die Brennstoffzellen
als häusliche Energiezentrale ausgesucht werden, sagt Eduard
Schumacher. Die „Hit-Box“ ergänzt das bisherige
Energie-Contracting-Angebot. Wer letztlich als Energiebezüger teilnehmen kann, wird einerseits einer Reihe von Kriterien zu genügen haben (Zugang, Energiebedarf, Erdgasanschluss), - andererseits den entsprechenden Pionierwillen mitbringen müssen, sagt Martin Schmidt, Marketingleiter Sulzer Hexis. Ansprechpartner vor Ort werden die IWB sein und Sulzer Infra (Nordwestschweiz). „Wir unterstützen das Vorhaben, weil die Brennstoffzelle zu einer massiven Erhöhung der Energieeffizienz führt“, sagt Thomas Fisch, stellvertretender Leiter Energiefachstelle des Amtes für Umweltschutz und Energie. Daher wird die Stadt Zellen-Willige mit Beiträgen unterstützen. Wieviel die Brennstoffzelle teurer sein wird gegenüber konventionellen Angeboten, ist ungewiss– es ist jedoch einiges teurer als konventionelle Lösungen. Aber die Mehrkosten werden die Firmen bezahlen, soweit heute feststeht. Man bemühte sich von Anfang an um eine Teilhabe an der Entwicklung, die Sulzer Hexis scheinbar herbeihexte. Tatsächlich handelt es sich um die Krönung jahrzehntelanger Tüftelei: 1998 stellte man den Keller der Handelsschule für einen Prototypen zur Verfügung. „Im grossen ganzen haben wir sehr gute Betriebserfahrungen gemacht in Basel“, sagt Martin Schmidt. Früh suchte Sulzer die Entwicklungskooperation mit Stadtwerken wie mit Basel; so der Dortmunder Energie und Wasser (DEW), den Städtischen Werken Winterthur und anderen Gasversorgern, so z.B. der Tokyo Gas. Seit 1994 sammelte Sulzer Hexis insgesamt einige Zehntausend Stunden Betriebserfahrung mit ihrer „Solid Oxid Fuel Cell“ (Branchenjargon). Diese gilt als besonders robust und arbeitet mit vergleichsweise hohen Betriebstemperaturen - das ist wiederum die technische Herausforderung. Die Brennstoffzelle kann im Prinzip als gasbetriebene Batterien beschrieben werden (siehe: www.hexis.com). Sulzer beschäftigt sich seit den 80er Jahren mit Brennstoffzellen und schuf 97 die Unter-Firma: „Sulzer Hexis“. Angeführt wird sie von Roland Diethelm, der von vielen als Vater der Sulzer-Brennstoffzelle genannt wird. Besonders entwickelte man über den Aggregat hinaus eine Anwendungsstrategie, die sich von den bisherigen Durchsetzungsstrategien neuer Energietechniken unterscheidet: das Heizungsgewerbe soll Verkauf, Installation und Betrieb der Brennstoffzelle durchführen. Spezialwissen wird nur begrenzt erforderlich sein. So suchte man für die Hexis-Nullserie die Zusammenarbeit mit einem namhaften schweizerischen Heizungshersteller. Sulzer beschränkte sich - im Gegensatz zu Konzernen wie Siemens und Alstom - von Anfang an auf kleinste Zellengrössen. Sie bewegte sich damit in für sie überschaubaren Entwicklungsbereichen. Richtig erfolgreich, wie die Entwicklung zeigte, Sulzer Hexis liegt international gesehen weit vorne. US-Dollars
für Birsfelden und Badische Nachbarn
Während
Industrielle Werke Basel, Elektra Birseck-Münchenstein und der
Birsfelder Ortsversorger relativ klein-masstäblich fahren, klotzen
Electricité de France (EdF) und Energie Baden-Württemberg AG (EnBW): für
25 Millionen US-Dollar wollen sie gemeinsam mit Siemens Westinghouse
Power Corporation in den Megawatt-Brennstoffzellen-Kraftwerksbereich
vorstossen. Zur Anwendung kommt die SOFC-Technik (s. nebenstehender
Text). Ausserdem soll das 1000-Kilowatt-Projekt auf sogenannter
Druck-Hybrid-Technik beruhen: mit der Abwärme wird zugleich eine
Mikro-Turbine angetrieben, die den elektrischen Wirkungsgrad der Anlage
auf 70 Prozent heben könnte (normalerweise liegt dieser bei 40 bis 50
Prozent). Eine erste, vergleichbare Anlage nahm vorvergangenen Montag
US-Energieminister Bill Richardson in Irvine in Kalifornien mit diesen
Worten in Betrieb: „Dies ist eine grossartige Herausforderung, eine
saubere und viel effizientere Elektrizitätsproduktion zu befördern.“
Richardson’s Departement of Energy (DOE) subventionierte übers
„Fuel Cell-Research-Program“ indirekt die Birsfelder Anlage mit
US-Dollar 200'000. Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1 |