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Dreieckland StromReport Verkehr herum (akt. 23.10.2004 ) Pressebüro © Marc Gusewski Postfach 139 Dorfgasse 10 4435 Niederdorf / BL Switzerland Kontakt per: Email |
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Inhalt 30.9.04 Schweizerisch-Indisches E-Mobil für London weiter 24.02.04 Erdgas-Werke geben Erd-Gas am Automobilsalon weiter 19.9.02 Beide Basel als Erdgas-Verkehrskompetenzzentrum weiter 3.10.02 Indien: besser mit Strom mobil weiter 22.20.01 Think-Elektromobil weiter 22.10.02 Milchverarbeitung macht müde Männer munter weiter |
Schweizer setzt Strassen unter Strom
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Paul und Margrit Schweizer mit RevaIndien: besser mit Strom mobil
3.10.01 Der Baselbieter Elektrofahrzeug- Pionier Paul Schweizer stand beim ersten indischen "Stromer" Pate. Der "Reva" rollt bereits vom Band. Dem Subkontinent eröffnet sich eine erschwingliche, umweltfreundliche und energieeffiziente Mobilität. Seit Anfang Monat rollt täglich ein Elektro-Kleinauto Typ "Reva" vom Band. Tausend pro Monat ist das Wunschziel. Produziert wird der Kleinwagen in Bangalore (Südindien), weltweit bekannt durch Software-Firmen. Der "Reva", produziert durch die Industriegruppe Maini, bietet zwei Personen Platz, excl. zwei Notsitze. Für 100 Kilometer werden ca. zehn Kilowattstunden Strom benötigt - soviel wie ein Benziner auf einer vergleichbaren Strecke für seine Nebenaggregate benötigt... Dem Subkontinent bei der Entwicklung einer energieeffizienten Verkehrsversorgung beizustehen. Dieser Verlockung sah Paul Schweizer aus Titterten vor einem Jahr entgegen. Er ist bereits familienmässig mit Energie-Themen "vorbelastet". Schweizers bauten die "Tiba" auf, die sich um Holzöfen kümmert. Paul spezialisierte sich auf elektronische Steuerungen. Mit seiner breiten, nach Energie- und Umweltkriterien orientieren Wahrnehmung, interessierte er sich für die "Tour de Sol". Das, in den 80ern, sensationell eingeschlagene Solarmobil-Wettfahren. Elektromobile Fortbewegung war fortan sein Thema. Er selbst fährt einen "Horlacher Sport", bereits über 200'000 Kilometer. Er erreicht sogar einen Eintrag ins Guiness Book der Rekorde: 1992 kam er mit nur einer Batterieladung 542 Kilometer weit. Auch seiner Gemeinde Titterten setzte sich Schweizer für Energie aus Sonnenlicht ein - die Gemeinde erhielt dafür zuletzt einen Preis. Sein Interesse führte zu einer Kooperation mit dem Möhliner Leichtfahrzeugentwickler Max Horlacher. Die beiden kooperierten fortan. Horlacher, der Vorkämpfer für umweltfreundliche Mobilität und raffinierte Designer, schnappte sich Schweizer, als die E-Mobilen der Welt Mitte 90er nach Kalifornien eilten. Der Smog zwang die Behörden dort zum Handeln. In den nächsten Jahren müssen Anteile des Neuwagengeschäftes durch abgasfreie Fahrzeuge abgedeckt werden ("Zero Emission"-(Null-Abgas)-Fahrzeuge). Schweizer und Horlacher entwickelten Leichtfahrzeugtypen für SMUD (Sacramento Municipal Utility District). Nachdem sich die Auto-Multis einmischten, zogen sich kleineren Firmen aus diesem Innovationsbereich zurück. Wie sollte es weitergehen, nach dem vergeblichen inländischen und kalifornischen Einsatz? Es gab zwar eine Entwicklung in Thailand, aber nur für einen Prototypen. Per Internetrecherche ergab sich ein Kontakt mit einem Amerikaner indischer Abstammung. Auf der Basis eines US-Fahrzeuges sollte ein Emobil entwickelt wurden - was nur Monate später an einer schlechten Organisation scheiterte. Was mit Hoffnung begonnen hatte, Paul und seine Frau Margrit waren dafür ins nordindische Chandigar gezügelt, schien zunächst ein weiterer Fehlschlag zu sein Aber durch Schweizers Zusammenarbeit mit dem CEDT (Center for Electronic Design Technology) am Indian Institute of Science in Bangalore (das Schweizer schon als junger Mann im Rahmen der Schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit aufbauen half), erfuhr die indische Industriellen Familie Maini von den Versuchen. Chetan Maini, der in Kalifornien studierte, beschäftigte sich bereits selbst mit Solarfahrzeugen, er war Teamleader des Solarmobilteams der Universität Michigan, das als bestes amerikanisches Universitätsteam in Australien auch einmal das härteste Solarmobilrennen der Welt beendete. Indien erscheint für Elektromobile geeignet: Benzin ist teuer, die Innenstädte sind verstopft, die Abgas- und Lärmbelastung gewaltig, mittlere Distanzen alltäglich. Zudem kennt das Land fast keine eigentliche eigene Automobilproduktion (zumeist lizensierte Produktion), was den Ehrgeiz nach Autonomie fördert. Zwar ist auch in Indien das Automobil wie bei uns mit sozialpsychologischen Werten "aufgeladen", es dient eben nicht nur der Fortbewegung, aber dort gibt es zu einem günstigen Fahrzeug keine Alternativen, ausser eben dem "Reva". Er ermöglicht Haushalten mit niedrigen Einkommen ein günstiges Fahrzeug, wo sonst nur vergleichbar teure Scooter verfügbar sind, für etwa 10'000 Franken (etwa drei bis vier Jahresgehälter von Wenigverdienern). Paul Schweizer verweist auf den professionellen Werbeauftritt, der für den "Reva" gewählt wurde und den grossen Aufwand. Bis heute haben Mainis etwa 30 Millionen in die Entwicklung investiert. Nichts, das sich leicht wegstecken lässt (im ungünstigsten Fall). So gilt die Qualitätsüberwachung - Paul Schweizers Metier - als zentrale Herausforderung der "Reva"-Lancierung. So wird beim Fahrzeugkauf dem Kunden seine Steckdose gleich mitinstalliert (um unsachgemässe Installationen zu vermeiden). Alle 5'000 Kilometer ist ein Check-up erforderlich, die Garantie beträgt 30'000 Kilometer oder drei Jahre. Ein Computer speichert die Fahrzeugdaten und kann vom Techniker mit einem "Palm" abgerufen werden. Das erleichtert die Fehlersuche ungemein. Auf das Energiemanagement ist Paul Schweizer stolz, denn sie ist sein "Kind". Das Diagnosesystem hilft, technische Probleme leicht zu lösen. Natürlich sind die meisten Autobestandteile indische Produkte, Eigenentwicklungen und auch Lizenzwaren. Das vergünstigt den Einkauf und die Fertigung - allerdings gibt es Schwierigkeiten. "Das Qualitätsbewusstsein muss weiterentwickelt werden". In diesem Punkt sieht Paul Schweizer am ehesten Gefahr, dass durch unzulänglich gefertigte Komponenten das Vorhaben Schaden nimmt. Der "Reva" erfüllt indes voll die indischen Strassen-, technischen und Verkehrssicherheitsgesetzen. Seine Zulassung gestaltete sich bürokratisch - aber sie erfolgte. Paul Schweizer selbst fährt bereits seit Monaten seine Pendelkilometer mit dem "Reva" und ist hochzufrieden. Was dabei für Europäer vielleicht befremdlich wirkt, ist die Maximalgeschwindigkeit von 65 Stundenkilometern. Dort ist das tatsächlich das "Höchste": weder erlaubt der Stop-and-Go-Verkehr mehr Tempo, noch der Strassenzustand auf dem Land, wo zudem LKW und Busse mit Tempo 30 verkehren. Insgesamt steht dem Oberbaselbieter Energiebewegten weniger der Sinn danach, ein Industrieprodukt um seiner selbst willen zu erzeugen. Nach Kriterien von Umweltschutz (keine Abgase, Substitution unersetzlichen Mineralöls, kein Lärm), Energieeffizienz (Elektromobile nutzen ihre Energie zu über siebzig Prozent, "Benziner" verschwenden drei Viertel Energieeinsatz durch ihre unökonomische Technik) und verkehrstechnisch (sinnvolle Fahrzeugmittelwahl wird begünstigt). Sollten die Ökonomien Indiens und Chinas mit ihren Milliarden Haushalten auf herkömmliche Automobile umsteigen wie Amerika und Europa, wäre dies ein Horrorszenario für die globale Umwelt und Ressourcenschätze. So gesehen eröffnet der "Reva" einen Weg, der sich bis dato ganz passabel befahren lässt. Nun wird vorab für die Einwohner von Bangalore produziert, um bei technischen Pannen als Hersteller direkt weiterhelfen zu können. Diese Phase dürfte das nächste Jahre anhalten. Zwar ist der "Reva" auf dem Schüttelstand, der die Fahrzeugbelastung testet, schon einige 100'000de Kilometer "gefahren" - aber erst die Praxis zeigt Unvorhersehbares auf. Paul Schweizer: "Qualität geht vor Tempo". |
THINK
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Fehlende Milchverarbeitung macht müde Männer munter22.10.01 Frischmilch von Ort, und nicht von der Strasse. Baselbieter - darunter der Itinger Hans Wüthrich vom Milchhüsli Liestal - und Basler sammeln Geld damit wieder eine wettbewerbsfähige, regionale Kapazität für Milchverarbeitung geschaffen werden kann. Milch macht müde Männer munter, sprichwörtlich: fünf Millionen Fränkli werden gesucht für eine regionale Molkerei. "Wir wollen Milch, Joghurt, Käse, die nicht zuerst Hunderte von Kilometern zurücklegen mussten", unterstrich Hans Wüthrich aus Itingen seine Wunschvorstellung an einer Projektpräsentation in Basel. Um nach dem sprichwörtlichen Abriss der Miba-Molkerei wieder eine regionale Kapazität für Milchverarbeitung zu erreichen, startete Hans Wüthrich, sein Team, der Milchhändlerverband Basel und Umgebung sowie ein Patronatsteam die Aktion "Aus nächster Nähe! Für Regio-Milch-Produkte". Ein eventuelles Areal für eine Molkerei, die etwa 20-30 Millionen Liter jährlich verarbeiten könnte, wurde gerüchteweise zwischen Liestal und Bubendorf angesiedelt. "Das sind alles noch Träume", lacht Walter Meyer vom "Milchhüsli Liestal". Bereits heute erfreut sich die letzte regionale Milchverarbeitung, für ca. zwei Millionen Liter, so grosser Beliebtheit, dass sie kaum nachkommt mit Produzieren: das Milchhüsli in Liestal. Erzeugt werden Bio-Milch, Milch, Bio-Joghurt und Joghurt - über 20 Sorten. Verkauft werden diese Produkte über gleichgesinnte Cheesis und assoziierte. Ansonsten wird die Milch, die zwischen "Ammel" und Laufen eingesammelt wird, in die grossen schweizerischen Verarbeitungszentren ennet dem Jura gekarrt - und zurück in die Regale der Läden. Der Hintergrund für das "Regio-Milch"-Projekt ist: Das aufkeimende Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten an Regionalwirtschaft und das Interesse an umweltfreundlichem und energie-effizientem Ökobilanzen. Deutsche Untersuchungen zeigten beispielsweise, dass ein gewöhnlicher Erdbeerjoghurt, bis er konsumiert wird, die Transportleistung von 5000 Kilometern auf dem Buckel hat. Schweizer Milchprodukte nähern sich diesem Wert durch die Verarbeitungszentralisierung proportional rasant an. Nicht von der Strasse - sondern vom Bauern soll die Milch sein: Daher erhält der Milchhändlerverband auch Unterstützung durch den Basler "Faktor 4"-Club. Dieser will, um das Gleichgwicht der Erde zu wahren, dass unsere Komfortbedürfnisse mit einem Viertel des heutigen Energie- und Rohstoffeinsatzes bewältigt werden. Wer beispielweise von Elektrospeicherheizung auf Holz- und Solarwärme umsteigt, erreicht das Faktor 4-Ziel spielend. Bei Milchprodukten ohne schlechtartige Transport-Umweltverschmutzung sind also alle gefordert - und viele schon wachgerüttelt. So sehen es Hans Wüthrich und sein Liestaler Team, darunter Walter Meyer, der seit 21 Jahren, erst in Reigoldswil und jetzt in Liestal Ortsmilch verarbeitet - für ihn liegen Geschmack, Kunst und Ort nahe beieinander, so wie bei der Regio-Milch. Förderverein-Adresse: Pro Regio Milch c/o Milchhandel, Postfach, 4006 Basel |