Dreieckland StromReport Atom (09.06.2003 ) Pressebüro © Marc Gusewski  

 

Das schöne Märchen von der Atomenergie

 

"So sicher wie genügend; nicht: so sicher wie technisch möglich..."

 

"... ein tieferes Kostenniveau zu erreichen. Allgemein gilt es auch, neue Investitionen in Grenzen zu halten und im Speziellen die Entsorgungskosten zu senken. Für lediglich Wünschbares gibt es keinen Raum mehr. Die Devise heisst vielmehr. So sicher wie genügend; nicht: so sicher wie technisch möglich." Küffer, Kurt: Die Bedeutung der Kernenergie für die zukünftige Energieversorgung der Schweiz. In: LKW: 75 Jahre (S.77), 1998

 

Wie Atomstrom-Manager ticken... von Wolfgang Schäuble

"Ich hatte schon Mitte der Achtzigerjahre als Chef des Kanzleramtes die unvergessliche Erfahrung gemacht, dass mitten in den heftigen Auseinandersetzungen um die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf, die wir auf Drängen der Kraftwerksbetreiber gegen erbitterte politische Widerstände durchgesetzt hatten, der damalige VEBA-Vorstandsvorsitzende zu mir kam, um mir freudig zu berichten, man habe sich mit der französischen Atomfirma Cogema geeinigt, die Wiederaufarbeitung in Frankreich zu betreiben. Das Wackersdorf-Projekt werde deshalb nicht mehr benötigt. Man sitzt ungemütlich auf einer Barrikade, wenn man plötzlich entdeckt, dass die, für die man kämpft und die man schützt, sich gerade heimlich aus dem Staub gemacht haben.

Deshalb war es für mich gar keine Frage mehr, ob sich mit der Energiewirtschaft ein Konsens über den Ausstieg aus der Kernenergie erzielen liesse, obwohl natürlich jeder Vertreter der Atomlobby die weitere friedliche Nutzung der Kernenergie für unverzichtbar erklärte. Aber ihnen ging und geht es um eine vorrangige Berücksichtigung kurzfristiger Unternehmensinteressen."

Wolfgang Schäuble, Mitten im Leben, München, 2000

 

"Die gesamte Reaktoranlage wird von einem doppelwandigen Sicherheitsgebäude umschlossen, das der Umgebung in allen denkbaren Havariefällen Schutz bietet." NOK, Atomenergie, Zürich (1966/67?)

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Was machbar ist und was nicht

Schon der Versuch, Kernenergie zum Antrieb von Lokomotiven zu nutzen, ist noch problematisch, denn kompakter als ein Schiffsreaktor lässt sich ein leistungsfähiges Atomtriebwerk vorerst nur konstruieren, wenn Betriebsvoraussetzungen gegeben sind, wie sie das Flugzeug schafft.

Demnach ist es auch unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit auf unsern Strassen atombetriebene Autos auftauchen. Die Luft hingegen hat sich der Antriebsreaktor bereits erobert. (...) Der menschliche Erfindergeist kenn kein Verharren, und das Wort "unmöglich" hat die Atomzeit, in der wir leben, längst aus ihrem Wörterbuch gestrichen. Dass man in naher Zukunft Verkehrsflugzeuge mit Atomantrieb bauen wird, ist sicher. (...)

Im Bild: Versuchsanlage für Flugzeugreaktoren und zum Studium des Problems der Abschirmung von Besatzung und Passagieren. (Bild nach unbekannter Vorlage).

In: DeHaas, Werner: Zaubermacht ATOM, AG Chocolat Tobler, Bern, 1959, S. 45/46

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Zur Glaubwürdigkeit der Wissenschaft

"Das Interesse für Kernreaktoren entspringt heute nicht primär aus der Wissenschaft, sondern aus einer wirtschaftlichen Notwendigkeit. Die Entwicklung der Atomtechnik im Ausland in den letzten Jahren hat gezeigt, dass man Kraftwerke auf der Basis der Atomenergie bauen kann.

Solche Kraftwerke sind mit den bisher üblichen durchaus konkurrenzfähig und können zu einer grossen industriellen Entwicklung in bisher technisch unerschlossenen Gebieten führen."

Werner Heisenberg am 11./14.7.1955, Nobelpreisträger Tagung Lindau. (In: Zimmermann, H.W. (Hrsg.): Zur Ökonomik und Technik der Atomzeit. (Im Auftrag der List-Gesellschaft), Tübingen, 1957, S. 1)

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Ex tenebris lux

 

"Es ist ein langer, beschwerlicher Weg, den die Menschheit aus der Finsternis des Urwalds herauf zu den Höhen der Kultur gehen musste. Mit der Entdeckung der Uranspaltung und der Ausnutzung dieser Reaktion in der Atomenergiemaschine zur Erzeugung grösster Energiemengen zu friedlicher Verwendung ist ein neuer Gipfel erreicht." Eidinoff, M.L., Ruchlis, H.: Das Atomzeitalter. Zürich, 1949