Streit setzt Rest-Alpengewässer unter StromDie Schweiz soll mehr Elektrizität aus Wasserkraft erzeugen – und dafür ihren Gewässerschutz lockern, ein Ständerats-Traktandum sorgt für Wirbel. Naturschutz-, Fischerei- und Gewässerschutzorganisation sind schockiert. Die Alpen-Kantone brauchen Geld und die Elektrizitätswirtschaft neue Kapazitäten. Basel/Bern. Schlicht als „absurd“ verurteilt der Basler Pro Natura-Mitarbeiter Beat Jans die Idee, den Gewässerschutz zu „flexibilisieren.“ Es gehe darum, den „letzten Tropfen aus den Flüssen und Seen für die Stromproduktion“ herauszupressen. Der WWF-Gewässer- und Alpenschutzkenner Andreas Knutti sagt: „Auf unserer Seite ist klar: Der bestehende Restwasserschutz ist das nicht verhandelbare Minimum.“ Dagegen bringt der Direktor des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbandes die Position der Branche auf den Punkt: „Die bisherige Restwasser-Regelung ist zu starr, immerhin wird mit Wasserkraft Elektrizität ohne klimaschädliches Treibhausgas erzeugt.“ Ist Klimapolitik ein Ass im Strompoker? Die weitergehende Nutzung der Gewässer in der Schweiz wurde unversehens wieder zum Top-Thema. Getäuscht sieht sich, wer nach der Annahme des Gewässerschutzartikels 1992 gemeint hatte, Schutz und Nutzung der Gewässer seien unter Dach und Fach. Unruhe stiftet seit knapp einem Jahr der Walliser CVP-Ständerat Simon Epiney. Er trug ein für die Schweizer Politszene neuartiges Argument erstmals vor: die Treibhausgas-Reduktion soll durch eine Erhöhung der Elektrizitätserzeugung aus heimischen Gewässern bewerkstelligt werden - und wäre zugleich ein Beitrag der Schweiz ans Kyoto-Protokoll. Kyoto-konform gehen mit neuen Kraftwerken? Nach Epiney wären rund fünf Terawattstunden (TWh) Mehrproduktion, oder knapp ein Zehntel gemessen am schweizerischen Stromverbrauch, denkbar, wenn der Gewässerschutz flexibler als heute gehandhabt würde. Völlig überraschend argumentiert Epiney dabei mit dem Treibhaus-Debatte: bis zu 2,5 Millionen Tonnen klimaschädliches Treibhausgase könnten durch gering erscheinende Massnahmen in der Schweiz, nämlich die Erweiterung der Wasserkraftnutzung, „gratis“ eingespart werden – würde dadurch ein entsprechendes Quantum herkömmlicher, aber europäischer Krafterzeugung ersetzt. Sprich: ins Ausland als Strom exportiert, wo eine unverminderte Nachfrage sicher ist. Hintergrund: derzeit blüht der Stromexport. Steigende Preise garantieren der Branche Einnahmen wie noch nie und dank Monopol – das weiterhin feste Einnahmen garantiert - ist die einheimische Elektroenergie-Gewinnung, abgesehen von ein paar Ausnahmen, wirtschaftlich so billig wie noch nie, mit anhaltender Tendenz. Ausverkauf der Gewässer für Exporte? Hinter Epineys Ansinnen stecken aber viel mehr Gründe als nur Expansionsgelüste der Branche, dies förderte eine parlamentarische Anhörung im Herbst zu Tage. Epiney, ein streitbarer Walliser und im Parlament berüchtigter Vertreter der so scherzhaft genannten „Alpen-Opec“, der einflussreichen Allianz der Bergkantone im Bund, muss den klammen Finanzverwaltern aushelfen, ein gutes Beispiel dafür ist derzeit Glarus. Die derzeit rund 400 Millionen Franken Wasserzinsen pro Jahr, machen beträchtliche Anteile an den verschiedenen Staats- und Gemeindehaushalten aus. Was tun also, wenn Steuererhöhung unmöglich erscheinen und gleichzeitig die Steuereinnahmen sinken? Andreas Knutti vom WWF: „Dieser Aspekt spielt wahrscheinlich eine grosse Rolle.“ Walter Hauenstein vom Wasserwirtschaftsverband wiegelt ab: „Primär geht es um die umweltschonende Stromerzeugung. Aber es war schon immer klar, dass das Gewässerschutzgesetz in seiner heutigen Form nur deshalb besteht, weil alle müde waren darüber zu streiten.“ Sprich: da muss nachgebessert werden. Hauen und Stechen im Ständerat Was Umweltschützer und zum Schluss auch Linke besonders an Epineys Vorstoss alarmiert, ist die von ihm gewählte Form der „parlamentarischen Initiative“. Sie lässt dem Gesetzgeber wenig Spielraum – sie muss allerdings, so sind die Spielregeln, von der zuständigen Kommission der kleinen, oder grossen Kammer eingebracht werden. Dies erklärt, weshalb das "Geschäft Epiney" bisher nur hinter verschlossenen Türen für Zoff gesorgt hatte. Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (UREK SR), heute präsidiert vom Solothurner Ständerat Rolf Büttiker, hatte eine Anhörung veranstaltet, an der unüberwindliche Gräben sichtbar wurden. Obwohl in der Kommission fast durchwegs auch mit der Elektrizitätswirtschaft verbandelte Politikerinnen und Politiker sitzen, entschied sie sich gestern nun zu einem „moderateren“ Vorgehen. Dazu liess sie vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landwirtschaft (BUWAL) einen Alternativvorschlag ausarbeiten, vor dessen Hintergrund gestern Epiney seine parlamentarische Initiative zurückzog. Über den kommissarischen Gegenvorschlag war gestern nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Ob deshalb, wie in Naturschutzkreisen gesagt, von einem „Teilsieg über eine Absurdität“ gesprochen werden kann, bleibt derzeit aber bis auf weiteres offen. Was Wasser kraft Wasserkraft schafftEines naturräumlichen Zufalls wegen entwickelte sich der Hochrhein zum Herz des europäischen Stromverbunds: dank der hohen Wasserkraft, die der Rhein zwischen Bodensee und Basel schafft. 25.8.03, Liestal. Die elektrische Energie für die Glockenzüge kam aus Laufenburg, als am 8. Mai 1945 in Paris die Friedensglocken läuteten. Kriegsunversehrte Schweizer Elektriker hatten informell ihren kriegsversehrten Freunden in Paris mit einer „Schaltung“ ausgeholfen. Dazu wurde die alte Verbindungslinie via „Ilê de Paris“ unter Strom gesetzt, wie ehemalige, eingeweihte Mitarbeiter des damaligen Kraftwerks Laufenburg zu berichten wissen. Der Strom vom Hochrhein spielte elektrizitätswirtschaftlich von Anfang an eine besondere Rolle. Wenn die Europäer, speziell die Schweizer ein bisschen mehr Begeisterung gezeigt hätten, wäre Rheinfelden als erstes Grosskraftwerk der Welt ans Netz gegangen. So war es aber Niagara 1895 in den USA, Rheinfelden folgte 1898. Dabei waren die Pläne für das Rheinkraftwerk schon Jahrzehnte alt. Alleine, den Zürcher und Basler Investoren war das Vorhaben viel zu Wagnisreich. Für sie war - heute schier unbegreiflich - Elektrizität eine Angelegenheit mit unbekanntem, unkalkulierbarem Ausgang sprich Rendite. Um die Schweizer Elektroindustrie anzustossen, benötigte es einer Figur der Weltelektrifizierung: Emil Rathenau (1838-1915), dem ersten Unternehmer modernen Zuschnitts, Freund und Lizenznehmer des New Yorkers Thomas Alva Edison (1847-1931), dem Begründer des „Systems Elektrizität.“ Rathenau kannte die Hochrheingegend von Besuchen. In seinen Augen genoss sie Förderungswürdigkeit. Einer einmaligen, naturräumlichen Zufälligkeit wegen: seiner Topographie. Zwischen Bodensee und Basel entwickelt der Rhein durch das Gefälle von durchschnittlich ca. einem Meter pro Kilometer ein enormes Tempo, sprich Druck, sprich Antriebskraft – für Turbinen, oder Mühlen, wie sie schon die Römer nutzten. Rheinfelden hatte ein weiteres Startproblem: es erzeugte mehr Strom als Kunden benötigten. Rathenau war aber auch Chemie-Manager, und gut, benötigte moderne Chemie viel, viel Strom für: Aluminium! Das eben erfundene „Silber aus Dreck“, das durch Elektrolyse –quasi „Stromschmelze“ - gewonnen wird. So siedelte der Berliner in Rheinfelden ein Alu-Werk an, neben anderen energieverschlingenden Hochtechnologien und die Nachfrage war gesichert. Das Aluwerk finanzierte die Kraftwerksanlagen mit – bis letztes Jahr, als die Betreiberin die Gleichstromgeneratoren zurückkaufte. Heute gehört das Werk der „Energiedienst AG“ (ehemals „Kraftübertragungswerke Rheinfelden“/Kraftwerk Laufenburg), die mit ihrer Marke „Naturenergie“ die grösste Ökostromerin in Deutschland ist. Auf einen anderes deutsches Werk, RWE, geht das legendäre Stromkreuz Laufenburg zurück, das nicht nur im Zweiten Weltkrieg Teile von Europa mit Hilfslieferungen vor dem Blackout bewahrte. Die Rhein-Ruhr-Kohlefelder mit der Wasserkraft des Schwarzwaldes und der Schweiz zu verbinden war der Gedanken hinterm „Verteilungsstern“. Es war das Fundament für den europäischen Stromverbund, der durch den Beitritt der neuen Ost-mitteleuropäischen Länder nächstes Jahr gross wie nie wird. Aufbauend auf den Verbund gibt es Planungen für „transglobale Netze“, in denen riesige Strommengen an gerade benötigte Plätze geschoben werden – was neue Kraftwerke spart. Die Entwicklung zeigt: Nach Rheinfelden 1898 entwickelte sich Strom zum Selbstläufer, entscheidend in den 1950ern Jahren. Zwischen Bodensee und Basel entstanden elf Kraftwerke, ein zwölftes wurde in den 60ern abgeblasen. Das Werk Birsfelden ist eines der modernsten, Ryburg-Schwörstadt das grösste. Insgesamt erzeugen alle zusammen pro Jahr soviel (ca. 4500 Millionen Kilowattstunden kWh) wie das Dreieckland verbraucht (Nordwestschweiz, Markgräflerland und Hotzenwald, teilweise Oberelsass), oder ein Zehntel der Schweizer Stromproduktion. Rheinfelden ist im Gegensatz zu den übrigen Werken für eine technische Überholung zu alt. So ist ein Neubau geplant, der insgesamt 450 Millionen Euro verschlingen würde. Die Finanzierung ist ungewiss, da der Strom teurer ist als z.B. aus Kohle- und durch die Stromkunden zwangsbezahlten, das heisst, heute nahezu schuldenfreien Atomkraftwerke. Ein anderes Problem ist, dass nach 200 Jahren schonungsloser Rheinausbeutung das ökologische Gleichgewicht wieder Beachtung findet: die Natur mit der Wasserkraft zu versöhnen, ist eine Aufgabe für Jahrzehnte mit heute noch unbekanntem Sponsor.
Klein-Wasserkraft aus natürlichem Anbau
Info: Wie Mühlen und Sägen zu Kraftwerken wurden weiter 29.12.01 Vor 100 Jahren kannte das Baselbiet 150 aktive Wasserkraftstandorte - heute ist’s eine Handvoll. Die Langenbrucker Stiftung „Revita“ kümmert sich um solche „Oldies“ aus ökologischen, kulturellen und gesellschaftlichen Gründen.
Siehe auch: 28.2.02 Wiederinbetriebnahme Cormoret
Langenbruck. Standorte für die früheste und kleinste Wasserkraft sind praktisch meist vergessen, seit das kontinentale Verbundnetz der 50er den Strom der Mega-Kraftwerke allseits verfügbar hält. Dagegen liefert Mini-Wasserkraft gerade mal Strom für einen oder zwei Gewerbebetriebe. Diese aber prägten die Kulturlandschaft mit. Teiche und Kanäle, die heute als natürlich angesehen werden, sind in Wirklichkeit Kunstanlagen. Da sie mehr kosten als konventionelle Energiebezüge, geschweige denn Gewinne erwirtschaften, sind die meisten um Jahrhundertmitte stillgelegt worden. Es sei denn, sie fanden einen Liebhaber - oder sie rentierten übers ganze gerechnet, trotz allem. Da uralte Kleinkraftwerke häufig mit der Natur "verwachsen" sind, lässt sich ihr Strom im künftigem "Strommarkt" als besonderer Ökostrom verkaufen, zertifiziert durch "Naturemade star. " Dennoch bleiben Ökokleinstkraftwerke eine aufopferungsvolle Sache. (Über Baselbieter Elektrifizierung hier; über Grosswasserkraft hier) Um Kleinstkraftwerke zu erhalten, wurde vor zwei Jahren am Ökozentrum in Langenbruck die Stiftung „Revita“ gegründet. Monika Wohlfender und Adrian Bretscher betreuen dies gemeinnützig tätige Unternehmen. Was ist ihre „Firmenphilosophie“? „Wir wollen Natur und Technik versöhnen und gleichzeitig sinnvolle Arbeit stiften. Unsere Projekte realisierten wir mit Arbeitslosen, oder Menschen, die sich eine berufliche ‚Auszeit’ nehmen und ein paar Monate freiwillig etwas für die Umwelt tun.“ Die Stiftung finanziert sich aus privaten Zuwendungen sowie Projektaufträgen. Einem solchen Auftrag entsprang auch der Stiftungsnamen „Revita.“ Die Revitalisierung eines Krafthortes in Cormoret (BE) an der Schüss, eines von vier bisherigen Vorhaben, führte zur Idee, dies Geschäft zu systematisieren. Vom Amt für Energie und Umwelt (AUE) erhielt „Revita“ kürzlich auch den Auftrag alle, auch die nur „aktenkundlichen“, Kraftwerksnutzungen im Baselbiet zu erfassen. Das eben vorliegende Ergebnis: 103, mit Laufental etwa 150 Standorte. Die Birs wurde als Fluss mit der Meistabschöpfung identifiziert - früher wie heute. Ihre Flussstrecke ist für Wasserkraftnutzungen wie geschaffen. Dann folgen Ergolz und, in unterschiedlichem Masse, deren Zuflüsse. Abgesehen von den zum Teil kürzlich mit erheblichen finanziellen Mitteln modernisierten Birswerken, existieren zum Beispiel in Reigoldswil zwei, und in Ziefen eine Anlage, die mehr oder weniger regelmässig ihren Dienst tun. Es sind technikhistorische Anlagen, die dank der Fürsorge und des Interesses ihrer Besitzer bis heute im Betrieb geblieben sind. Besonders ein Wasserrad in Reigoldswil ist eine viel gesehene Antiquität. Reigoldswil ist in diesem Zusammenhnag überhaupt ein gutes Beispiel für die vielfach verschollene Indienststellung der Hydroenergie, wie sie in überschaubarem dörflichem Rahmen genutzt werden konnte. Ab 1300 bis heute sind überliefert: drei Mühlen, drei Sägen, eine Dreschmaschine und eine Turbine, sowie eine Hanfrupfe, Knochenstampfe, Öltrotte, Schleife und Gipsmühle – alles mit Bächleins (sporadischer) Kraft. Keine Ausnutzungsidee war den Menschen dabei fremd: Bei Augst trieb der Rhein auf Flössen betriebene Wasserräder an, die Mühlen und Sägen per Transmission unterhielten. 1894, mit dem Kraftwerksbau Rheinfelden, begann dann in der Region die Ära der elektrischen Megamaschinen, ein Kraftwerkswunder als "europäisches Niagara" bekannt, die kostengünstiger – sowie verlässlich regelmässig - Elektrizität oder Transmissionsenergie bereitstellten. Gerade bei der Wasserführung, also der Verlässlichkeit, sind die kleineren Juraflüsschen mit ihren jahreszeitlich bedingten Auf- und Abs schnell unterlegen. Meist erinnern Betonierungen oder „Abstürze“ an den Frenkenflüsschen, am Diegerbach, und an vielen anderen, daran, oder Strassen- und Quartiernamen wie „Mülimatt“, „Sagistrasse“, „Weiherstrasse“. Fast alle der von „Revita“ ausgemachten 150 Baselbieter Wasserkraftnutzungen, die um die Jahrhundertwende betrieben wurden, sind Vergangenheit. Die einzelnen Werke in Reigoldswil, Buus oder Ziefen, gelten, wie gesagt, als technikhistorisch. Hier gelte es ein Auge auf den Erhalt zu werfen, wenn möglich, urteilt Monika Wohlfender. Die Rekonstruktion einer aufgelassenen Anlage kommt dagegen aus (wirtschaftlichen- und) Gewässerschutzgründen kaum mehr in Frage. Z.B. betrieb die Hanro ein Werk, dessen Kanal jetzt an ein Naturschutzgebiet erinnert – abgesehen vom Kanal wurde alles andere abgerissen. Um so mehr liegt Monika Wohlfender die Pflege der letzten Räder und Turbinen in der Region am Herz – ein besonderes Interesse gilt dabei dem (aktuell demontierten) Mühlenstandort „Hägler“ in Lausen. Ohne ein Revitalisierungsprojekt droht der Mühlenkanal oberhalb Lausen, (noch) ein vitales Bachbiotop, zu verlanden. Hier wäre es um beide Überbleibsel schade, Kraftwerk wie Biotop, beobachten die Revitalisierer, wenn diese nicht erhalten werden könnten. Es gibt zwar zahlreiche Ideen für den Erhalt. Für eine erste Projektskizze werden gerade Finanzen gesammelt ( www.revita.ch). Bis das Projekt spruchreif ist, könnte aber noch viel Wasser die Ergolz hinabfliessen. Sägen und Mühlen wurden Kraftwerke Die Elektrizitätswirtschaft entstand die ersten fünfzig Jahre organisch dezentral, aus jahrhundertealten Strukturen. Zum Beispiel in Itingen. Für die Talstrasse T2 wurde 1965 die Itinger Säge (unterhalb Gstaadmatt) mitsamt ihrem Kraftwerk abgerissen. In ihrem 100 Jahr-Jubiläumsband erinnerte die Elektra Itingen daran: 1872 wurde der Ergolz für die neue Sägerei 600 Meter oberhalb ihres Standortes Wasser entnommen für den parallel laufenden Sägekanal. Er trieb ein 5,60 Meter durchmessendes Wasserrad an. Es bewegte drei Gattersägen per Riementransmission. 1920 wurde das Rad durch eine effizientere, unterirdische Turbine ersetzt. 44 erfolgte eine Betriebsumstellung auf Elektrogeneratoren und –motoren, die Transmissionen hatten ausgedient. Der Kanal wurde eingedohlt, um Gefälle zu gewinnen. 1952 folgte eine zweite Turbine (23,5 PS) und die bestehende wurde vergrössert. Zeitweise deckte die „Sagi“ mit ihren, umgerechnet 55 Kilowatt, 18 Prozent des örtlichen Stromverbrauchs, da deren Überschussstrom von der Dorfelektra weiterverkauft wurde. Mit der Sommerenergie wurde auch eine beliebte, elektrische Gemeinschafts-Dörranlage bei der Sagi betrieben. Startseite Seitenanfang Letzte Nachricht
Wiederinbetriebnahme Cormoret 18.2.2002 Dies Wasserkraftwerk, ursprünglich eines Uhrenbetriebes im Bernbieter Jura in Cormoret, gilt als das erste, auf Elektrizität umgerüstete in der Schweiz. 1839 wird der Mühlen-Standort erstmals erwähnt. 1885 wurde sie mit einem Generator ergänzt. Sie soll im späteren Verlauf die erste Gemeinde in der Schweiz gewesen sein, mit öffentlicher elektrischer Beleuchtung. Generell weisen spärlich vorhandene Quellen daraufhin, dass im Berner Jura - in der Region der Uhrmacher - der elektrische Strom sehr früh floss. Elektrisches Licht war für die Feinmechaniker geeigneter als alles andere, und wurde hier früh erkannt. Vermutlich führten auch die feinmechanischen Kenntnisse der Leute dazu, dass diese ihre elektrischen Einrichtungen nach Mustern selbst zu erstellen begannen, was - im weltweiten Vergleich - diese Frühzeitigkeit erklären hilft. Schon damals sprach man mit Bewunderung vom Leuchten des Juras. 1902 wurde am Mühlenstandort in Cormoret jedenfalls eine Uhrenfabrik eingerichtet, die vermutlich Kraftstrom und Transmission des Kleinkraftwerkes nutzte. 1919 wurde das Werk mit einer neuen Turbine saniert. 1948 wurde die bestehende durch eine 5 kW Kaplanturbine ergänzt, insgesamt nunmehr 30 kW. 1971 schloss die Uhrenfabrik. 1977 wurde an der Stelle ein Fabrikbau für eine Maschinenfabrik errichtet, das Kraftwerk verblieb. 1987 wurde es aus betriebswirtschaftlichen Gründen stillgelegt. 1999 wurde das Werk von A. Dubuis erworben. Dieser wurde zur Stiftung Revita am Ökozentrum Langenbruck vermittelt. 2002 konnte das vorbildlich, und mit der Hilfe von Arbeitslosen sanierte, mitsamt Kanalarbeiten, wieder ans Netz genommen werden. Revita Südelsässer Mühlen erforscht 15. Januar 2002 Der äusserste Süden des Elsass ist von zahlreichen Flussläufen durchzogen, wie geschaffen für Wasserkraftnutzung. Korn-, Papier-, Hanf-, Ölmühlen und Sägereien säumten die Läufe. Im Sundgau existierten über 200 Standorte. Davon ist nurmehr wenig übrig. Ein kleines Museum in der Mühle von Walheim in Altkirch ist derzeit in Vorbereitung. Der regionale Geschichtsverein erarbeitete ein äusserst umfangreiches, vierbändiges Geschichtswerk. Bestellung: Société du Sundgau, BP 26, F-68400 Riedisheim. Preise: 13-25 Euro.
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8.10.01Jubiläum 75 Jahre Rheinkraftwerk Ryburg-SchwörstadtIn 75 Jahren erzeugte das Laufkraftwerk soviel Strom wie die Schweiz in einem Jahr verbraucht (doppelt soviel wie 1965/66). Es ist eines der elf Hochrheinkraftwerke zwischen Basel und Bodensee, genauer, zwischen Rheinfelden und Säckingen gelegen. Ryburg war weltweit das erste Werk mit vier Kaplanturbinen - gesamthaft ca. 120 Megawatt elektrisch darstellend (135'000 PS) -, die zuletzt 1983 erneuert wurden. Der Aufstau führte zum heute grossflächigen Bereich der Wehramündung (hier wird zugleich Wasser für die Pumpspeicherwerke der Schluchseewerke AG entnommen). Die Wehra entwässert eines der schönsten Schwarzwaldtäler. Eigentümer bzw. "Stromverbraucher" des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt sind die privaten Aare-Tessin AG, Olten, die gemischtwirtschaftliche EnBW AG, Karlsruhe, die privaten Kraftübertragungswerke Rheinfelden bzw. heute "Energiedienstgruppe" sowie die staatlichen Nordostschweizerischen Werke (NOK), Baden. Derzeit bemüht man sich um weitere Kostensenkungen, so wurde die Verwaltung dem Kraftwerk Laufenburg (KWL) übertragen. Vielleicht soll der Rheinstrom auch als Ökostrom verkauft werden. Umweltschutzmassnahmen befinden sich in Vorbereitung. Das Vorhaben "Ryburg" wurde zur Jahrhundertwende von der "Motor" AG für angewandte Elektrizität (gegründet 1895) entwickelt. Sie war der Finanzarm der Brown Boveri (BBC). Später beteiligte sich die Bank in Winterthur und löste die hauptsächlich deutschen Geldgeber ab. Die Winterthurer fusionierte später mit der Toggenburger Bank und dann mit der Schweizerischen Bankgesellschaft, heute UBS, die nachwievor Anteile an der heutigen Motor -Columbus AG hält - diese allerdings abstossen will. |
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Deutsche erwerben für halbe Milliarde 4,5 Prozent der Inlands-Wasserkraft Für 484 Millionen Franken kauft die deutsch-französische Energie Baden-Württtemberg AG (EnBW) die „Lonza Energie AG“ in Visp (VS), die vergleichbar 4,5 Prozent Inlands-Wasserkraft hält. 54 Mitarbeiter versorgen nur reine Industriekunden. Insgesamt sichert sich das Karlsruher Unternehmen ein Inlands Strom-Schlüsselunternehmen mit hochwertigen Transportquoten. Basel/Visp/Karlsruhe (25.07.01) Auffällig deutlich versichert das Karlsruher Unternehmen, dass die „Lonza Energie AG“ unter neuem Namen – und demnächst auch als Börsen-notierte Firma, mit Sitz im Wallis - , fortgeführt wird. In Visp, wo die Lonza Group vor zehn Jahren ihre intern ausgegliederte Energie(-Eigenerzeugungs-)sparte ansiedelte, gibt man sich betont erfreut über den gelungen Handel. Die EnBW als Neueigentümerin mit Euro-Hintergrund garantiere den Wallisern den Bestand am Strommarkt, den man sich wünschen könne. Erhofft werden eine Stärkung der in- und ausländischen Stromaktivitäten, neben denen, die bereits gepflegt werden. Mit der Publikation des Zuschlages ihrer Energiesparte an die EnBW AG, schliesst die Lonza Group (Basel) ihr im Januar publiziertes Devestitionsprogramm erfolgreich ab. EnBW bot in der Schlussrunde den höchsten Preis. Daneben hatten weitere geboten: die Aare-Tessin AG (atel), die Westschweizer EOS SA sowie ein anonymer Bewerber. Im Februar hatten sich zunächst ca. 35 Interessenten verlautbaren lassen. Auf die EnBW entfiel die Zusage dank Höchstpreisgebot und unternehmerischer Perspektiven wegen. Im engeren Umfeld sei der Verkauf an die EnBW AG begrüsst worden, sagt René Dirren (Lonza Energie AG). Angesetzt sind eine Reihe von Gesprächen mit dem Staatsrat sowie konzessionsgebenden Gemeinden und Partnern aus Partnerkraftwerken, um den Verkauf zu erklären. Klärungsbedarf gibt es da, wo die Lonza Energie AG Elektrizität rein kommissarisch verwaltet (woraufein Teil der ca. 20 Stellen entfallen, die restlichen dreissig auf Unterhalten und Technik). René Dirren: „Unsere Bevölkerung und unsere Partner sollten spüren, dass uns mit der ‚EnBW’ der Sprung in die Zukunft geglückt ist.“ Die Lonza Energie AG kann als ein ungewöhnliches Elektrizitätsunternehmen gelten: denn neben der Wasserkraft-Kapazität hält sie historisch begründetes Eigentum an Transportquoten auf den Stromfernstrassen („Verbundnetz“). Dies spielt auch für die EnBW eine grosse Rolle, wie Unternehmenssprecher Klaus G. Wertel einräumt. Nicht verdeutlicht wird, welcher Faktor welche Rolle spielte: Krafterzeugungskapazität, Kundennetz oder Stromtransportquoten (die vom Wallis bis zum (Euro-Schalt)-„Stern“ Laufenburg reichen). Seitens der Walliser war klar: „uns gab es nur als Gesamtpaket.“ Bedeutsam sind ferner die vertraglichen Industriekunden, vor allem Standorte der Lonza Group und der Alusuisse, darunter auch deutsche. Dazu gab es bereits zu Monopolzeiten Durchleitungsverträge auf partnerschaftlichen Grundlagen (worauf sich die Transportrechte stützten). Verkauf und Tätigkeitsfeld der Lonza Energie AG können nur historisch verstanden werden: das Basler Unternehmen „Lonza Elektrizitätswerke und Chemische Fabriken AG“ wurde 1897 in Gampel/VS etabliert, da sich die interessierten Kreise dort Wasserrechte (zur Stromproduktion) für ihre elektrochemischen Prozesse sichern konnten. Bis letztes Jahr diente die Energiesparte der Lonza vorab der Eigenstromproduktion für sich und die Alusuisse-Unternehmungen im Inland und Deutschland. Bis auf weiteres soll die Rolle der Eigenstrom-Verteilerin erhalten bleiben. Wertel: „Der Strom der Walliser ist nicht beliebig vermehrbar.“ Die südwestdeutsche Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe ging vor fünf Jahren aus der Fusion der staatlichen Badenwerke und der Energieversorgung Schwaben hervor. Sie ist Deutschlands drittgrösstes Unternehmen und in Europa als elftgrösste platziert. Letztes Jahr erwarb die Electricité de France (EdF) ein Viertel daran, was EnBW wie Land Baden-Württemberg zur Stärkung des Standortes Karlsruhe angestrebt hatten. Auch ist der Vorstandsvorsitzende Gerhard Goll ist in der Schweiz ein Bekannter: er handelte den Stromern schon Anfang der 90er Transitrechte im bis dahin fast nur im Alleingang von den Schweizern beherrschten Italien-Geschäft ab. Goll kennt die Lonza Energie AG bereits durch eine bestehende Zusammenarbeit im hochrheinischen Partnerkraftwerk Rekingen (D). Auch die Walliser bestätigen: „Da wir uns gut kennen, haben wir es mit einem Vertrautem zu tun.“ Zunächst soll bis auf weiteres das Tätigkeitsspektrum der Walliser erhalten bleiben. So ist es reiner zeitlicher Zufall, dass – aus deutscher Sicht -, der Erwerb der Schweizer Wasserkraftanteile zeitgleich mit der Fusion der bayerischen und österreichischen Wasserkraft stattfand (der Fusion von Teilen der E.On- und „Verbund“ zur „European Hydro“). Dennoch erwächst den Inlands-Stromern durch die Visper ein Mitbewerber auf dem Strommarkt für Grosskunden, der neu auf Synergien mit europäischen Grössen (zählt man die EnBW-Miteignerin EdF hinzu) rechnen kann. EnBW/EdF sind ferner an der Schweizer Nummer eins, der „atel“ (Olten) beteiligt. Auf Verlangen der EU-Kartellbehörde muss der Anteil der EnBW an der Schweizer Nummer zwei, der Watt-Gruppe, abgegeben werden.
Info Lonza Energie AG, Visp (VS) Umsatz: nicht bekannt Mitarbeiter 54 Kraftwerkskapazität 370 MW Krafterzeugung p.a. 1418 GWh Kraft unter Vertrag 2149 GWh Ltg. Höchstspannung 175 km Ltg. Mittelspannung 165 km Ausgewählte Kraftwerks-Anteile: Rheinkraftwerke Neuhausen und Rekingen (D), EW Rheinau (=27 MW); Walliser Rhonetal: Lonza Ltd., Aletsch AG, Lötschen AG, Salanfe SA, Rhonewerke AG, Ackersand, Electricité de la Lienne, Aegina AG, Mattmark AG, Gougra AG (=1246 MW) MW=Megawatt (Leistung) GWh=Gigawattstunden (Energie) Lonzagroup Energie www.lonza.com Energie Baden-Württemberg AG www.enbw.com Zur Story: Basel, Elektronen und Chemie = Walliser Elektrochemie
Strom-Blockade in Rheinfelden durch E.On und EnBW Was passiert mit der Energiedienst GmbH bzw. den ehemaligen Kraftübertragungswerken Rheinfelden und Kraftwerk Laufenburg, fragen sich die Rheinfelder bald ein Jahr lang? Wie Strom-Report aus gut informierter Quelle bekannt ist, blockiert eine Auseinandersetzung im Aktionariat der Watt-Gruppe (Dietikon) zwischen der Energie Baden-Württemberg AG und der Münchner E.On Energie AG die Bereinigung der Anteile (Credit Suisse und die NOK sind weitere Anteilseigner). Schon lange interessiert sich die EnBW für die Rheinfelder Energiedienst, ein Bestandteil der Watt-Gruppe, die das Verteilgebiet der EnBW in Südwestdeutschland komplettieren würde. Andererseits hat E.On in der Südwestecke zahlreiche Erdgas-Beteiligungen, wozu noch das Elektrizitätsnetz gesucht wird. Bisher verhärteten sich die Fronten zwischen den Interessenten nur. „Die Auseinandersetzung im Verwaltungsrat hat den Boden des Faktischen verlassen und wird aus Prinzipgründen fortgeführt“, sagt ein Beobachter. EnBW hat ihre Watt-Anteile auf Geheiss der EU-Kartellbehörde offziell bis Anfang August abzugeben – Kaufinteressent sind die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK). Ohne Einigung in der Rheinfelder Frage wird die Nervenprobe zunächst – mit Fristverlängerung durch die EU - weitergehen. |
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Das grüne Wunder vom blauen Strom oder das Gold vom Rhein 30.6.01: Grenzach-Wyhlen. „Das steigende Umweltbewusstein trägt dazu bei, dass immer mehr Verbraucher individuell aus der Atomenergie aussteigen und ökologisch erzeugten Strom nutzen“, sagt Andreas Fusser. Fusser jobbt für „NaturEnergie“ in Grenzach-Wyhlen statt wie vorher beim meinungsmächtigen Bonner Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Einige Umweltschützer fassten Fussers Wechsel kaum. Sie hämten, ein Atomstromer angele sich ein williges Feigenblatt. So bewegt sich Fusser als Grünkraft-Produktmanager zwischen Markt und Meinungsbildung. Beides ist hart, die vorgefassten Meinungen härter. Szenenwechsel, Rheinfelden, gleich hinter dem deutschen Zoll an der Rheinbrücke. Hier ist der altehrwürdige Sitz der Kraftübertragungswerke Rheinfelden (KWR), die den badischen Südwesten versorgt. Ein Tochterunternehmen der ebenso altehrwürdigen Elektrowatt, bis sie Ende 90er zur Zürcher „Watt“-Gruppe transformierte. Als nach Tschernobyl 1986 eine Gruppe Schönauer, eine idyllische Gemeinde im Wiesental, die jahrzehntealte monopolistische Geste und Versorgung der KWR satt hatte, erstritten sie sich das Verteilnetz, begünstigt durch den Konzessionsheimfall. Die Schönauer Stromrebellen („Ich bin ein Störfall“) erregten bundesweit Aufsehen – KWR verbuchte Imageschaden. KWR stand demoliert da, wie Shell nach „Brent Spar“ 1995. Was führt zu solchen Debakeln? „Cor“ Herkströter, 1997 CEO Royal Dutch/Shell analysierte: „Eine der Hauptgründe war eine Art ‚technische Arroganz’, die in Unternehmen mit starker technischer Prägung durchaus verbreitet ist.“ Diese Worte könnten auch von Gerhard Haury stammen. Der KWR-Vorstandsvorsitzende, seit Mitte 90er, steht für die Quasi-Fusion mit den Kraftwerken Laufenburg (KWL) zur deutsch-schweizerischen „Energiedienst“-Gruppe sowie für die bundesweit lancierte „Naturenergie“, die ihr Domizil im unweit entfernten Doppel-Rheinkraftwerk Grenzach-Wyhlen erhielt (vis-a-vis von Augst) und wo Andreas Fusser amtiert. „Mit dem Elektrizitätsmarkt wurde klar, dass das Unternehmen einen Kulturwandel benötigte“, sagt Haury. Sein Team, unter anderem mit dem heutigen Chef der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Urs Ursprung, analysierte die Pre-Marktsituation. Mit Rheinkraftwerken wie Wyhlen, Rheinfelden lag der Nutzen sozusagen im blauen Rheinstrom selbst. KWR/KWL-Haury fühlte unbefangen in Naturschutzkreisen vor für Allianzpartner und erlebte sein blaues Wunder. Sollte sich der Sheriff von Nottingham zu den Robin Hoods des Black Forests schlagen?! Das ging zu schnell! Haury echt verblüfft: „Statt Antwort erhielten wir die ‚Naturstrom’ vor die Nase gesetzt.“ Nachdem der Tunnelblick neue Allianzen verhinderte, lancierte Haury aus eigener Kraft und Antrieb „Naturenergie.“ Dabei gibt es zwei sanft getunte Elektrokraft-Qualitäten: Die Formel „Gold“, da tut man was für den Ausbau der Kleinwasserkraft (z.B. im Wiesental). Als „Silber“-Kunde gibt es reine Rhein-Wasserkraft. Und alternativ bleibt der „Egalstrom“ (Eurostrom-Mix), ein Begriff den Haurys neuer Mitarbeiter Kai-Hendrik Schlusche, Vorstandskollege von Fusser, prägte. Er ist der nimmermüde Direktverantwortliche und sponserte jüngst den SC Freiburg schlagzeilenträchtig. Schlusche ist der direkte Vorgesetzte Andreas Fussers. Das ist die ganze Hierarchie. Haury: „Wir lagen gold-richtig, dank unserem Team.“ Die Öffentlichkeitsarbeit war neu und, so Haury: „Wichtig war, dass die Beziehungen in der Firma stimmten.“ So ist PR-Chef Thomas Zwigart ebenso „Human-Relations“ Verantwortlicher. Die Rheinfelder buchstabieren Rheingold neu mit Naturenergie statt Walhalla und Nibelungen. Nach zweieinhalb Jahren ist das Team mit 144’500 Abnehmern führend im Nachbarland. Der Umsatz verbucht mit 29.9 Millionen D-Mark und bilanziert mit der schwarzen Null. Neu werden Kunden jenseits der „Öko-Ecke“ angepeilt („Aussteiger“). Man hofft auf ein Umsatzwachstum von zwanzig Prozent auf 36 Millionen im 2001. Abnehmer sind Gemeinden, Kirchen, Unternehmen wie Ricosta. Wer hätte vor fünf Jahren gedacht, dass die Störfälle aus Schönau mit Naturenergisten aus Rheinfelden im Wettbewerb liegen würden? www.naturenergie.de
Hier Bush, da Patakis US-Grünstrom-Allianzen Basel/Albany. George E. Pataki, Gouverneur des US-Gliedstaates New York, veröffentlichte kürzlich seinen Umwelt- und Energie-Plan. Als Hauptrichtung gilt, bis 2010 staatliche Verbraucher bis 20 Prozent Energie aus Neuen Erneuerbaren beziehen zu lassen. Der Parteikollege von US-Präsident Bush setzt willentlich ein Zeichen gegen energiepolitische laisser-faire-Politik. US-Umweltschützer werden mit einem „Wow“ zitiert: Wohin die Richtung der Innovationen zeigt: von schmutzigen Energiequellen hin zu sauberen“, schrieb „Fortune“ bereits in der März-Titelstory. „Clean“ kommt nämlich an: die US-Unternehmen Delphi, DuPont, General Motors, IBM, Interface, Johnson & Johnson, Kinkos und Pitney Bowes schnürten mit dem World Ressources Institut einen Grossisten-Deal für Grünstrom: in zehn Jahren soll eine Kapazität „Neuer Erneuerbarer“ (Wind, Solar, Kleinwasserkraft, Biomasse) von 1000 Megawatt gestellt und mit fixierten Orders gesichert werden. Ist Masse doch Klasse? Darüber diskutieren Naturschutzkreise kontrovers. Carolin Franklin, CEO WWF Schweiz analysierte in Basel: „Um die Umwelt entscheidend zu entlasten, ist eine Partizipation an den Märkten nötig.“ Seitenanfang |
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Die Kraftwerk Birsfelden AG vertagte eine Öko-Deklarierung (6.2.01) bis auf weiteres, hielt der Verwaltungsrat (Kantone Stadt und Baselland sowie die Elektras) an seiner letzten Sitzung fest. Dabei tendierten der Stadtkanton für und die Baselbieter gegen den vorgesehenen Garantie-Mechanismus der Organisation "Naturmade", die für eine Zertifizierung ins Auge gefasst war. Hintergrund des blockierten Verfahrens ist ein verschärfter Verdrängungs- und Profilierungskurs der Verteiler untereinander. Als Hauptgrund für die Vertagung nennt Elektra Birseck-Direktor Hans Büttiker gegenüber "Stromreport" die Diskussion über eine gesetzliche Regelungspflicht zur Stromkennzeichnung. Die Frage wird derzeit vom Bundesamt für Energie behandelt. In dieser "Inhaltsdeklarationspflicht für Steckdosen" sieht der Gesetzgeber einen Vorteil für den schweizerischen Erzeuger- und Verteilermarkt im Wettbewerb. Damit soll anonymen "Egal-Strom"-Angeboten und einer Verschlechterung des Schweizer Strom-Mixes vorgebeugt werden. Täuscht die Vertagung zunächst über energiepolitische und elektrizitätswirtschaftliche Stagnationen (insbesondere der Baselbieter) hinweg, so sind in der Sache die Auffassungen unter den beteiligten Elektrizitätsverteilern entschieden unterschiedlich. Dies zeigte die Verwaltungsratsdiskussion, so weit sie nach "draussen" drang. "Wir bedauern das", sagt Eduard Schumacher, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Industriellen Werke der Stadt. Er meint: "Mit Birsfelden haben wir ein allerbestes Kraftwerk. Stromerzeugung von hier, für die Menschen von hier - nicht erst übermorgen, das wäre unser Wunsch gewesen." Demgegenüber argumentiert Hans Büttiker: "Für unseren hochwertigen Schweizer Wasser-Strommix stehen wir gegenüber den Konsumenten in der Schuld. Aber die vorgesehene Strom-Deklarierung von "naturmade" für Birsfelden könnte einen Glaubwürdigkeitsverlust für uns nach sich ziehen." In Fragen einer "Öko"-Kennzeichnungspflicht tun sich unter den Elektrizitätsverteilern derzeit Gräben auf: Die eine Seite unterstützt das Öko-Garantiesiegel "naturmade", die andere Seite hält eine reine Produktionskennzeichnung für genügend. Wo liegt der Unterschied? Die deutschen "TÜV"-Organisationen z. B., zertifizieren alleine die Wahrheitsaussage; also Wasserkraft x muss Wasserkraft x sein (und nicht U). "Naturemade"-Elektrizität gibt es dagegen gekoppelt: Es ist mehr als eine Garantie; es ist ein Mechanismus. "Naturmade" in der Steckdose bedeutet folglich Stromkonsum und zusätzliche Erzeugung (Solarstrom, Windstrom, Biomasse etc. und Gewässer-Revitalisierung). Swisscitypower, also IWB & Co., nehmen diesen "naturemade"-Fördermechanismus hin, bezahlen und vermarkten es entsprechend. So bewertet die Axpo-Gruppe (NOK) den Förder-Mechanismus als unnötig (etwa für das Kraftwerk Augst, um ein Beispiel aus der Region zu zitieren). Nicht als unnötig, aber "als in dieser Form nicht wirtschaftlich tragbar für uns", beurteilt es die EBM. Sie sieht die Erzeugung "neuer erneuerbarer Energien", jedenfalls was die "Naturmade"-Vorgaben betrifft, als unverhältnismässig dimensioniert an. Hinzu kommt, dass kürzlich SP-Nationalrätin Simonetta Sommaruga in Basel den Wert des "naturmade"-Labels vom Typ "basic" (wie für Birsfelden diskutiert) als unglücklich vor aller Ohren der regionalen Elektrizitätswirtschaft, da die inländische Wasserkrafterzeugung ohnehin "basic" sei. Eine Aussage, in einer Ausgangslage wie der gegenwärtigen, die hüben wie drüben für Konsternation sorgt. Strom in Deutschland muss wahrheitsgetreu deklariert werden (27.2.01) Namen sind mehr als Schall und Rauch - sie sind bestenfalls Garantien. So ist nur Schaumwein aus der Champagne der Champagner - der Rest ist Schaumwein. Was aber perlt bei "Hochrheinstrom" aus dem Kabel? Nicht Naturstrom, beschied das Landgericht Mannheim der "Hochrheinstrom"-Vertreiberin, den Stadtwerken Waldshut-Tiengen. Denn die Waldshuter decken sich bei der Oltner Aare-Tessin AG (Atel) ein, die 60 Prozent Atom ins Endprodukt mixt. Gegenwärtig vertreiben die Waldshuter, vorsichtig geworden, nur mehr "H"-Strom. Der Entscheid signalisiert der elektrizitätswirtschaftlichen Szene links- und rechtsrheinisch, dass Namensgebung wahrheitsgetreu zu sein hat. Vorkämpferin in dieser Sache ist die "Naturenergie" (Badisch Rheinfelden). Sie vertreibt "Naturenergie gold/silber" erfolgreich mit Ökoaufschlag, dies im eigenen Verteilgebiet und bundesweit. Naturenergie macht geltend, dass sie zertifizierten Hochrheinstrom vertreibt und nicht nur vollmundig als solchen deklarierten.
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Rheinkraftwerk BIrsfelden auf dem Kompass
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Fokus
Rheinkraftwerk Augst
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