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Spannungsgeladen: EBL bringt EBM
in Verlegenheit
Liestal, 1. September. Der Verwaltungsrat der Elektra Baselland (EBL) hat
einem privat betriebenen Baselbieter Energieförderfonds eine Absage
erteilt, teilten die Liestaler am Donnerstag mit, um sich „nicht zu
verzetteln.“ Die EBL sei bereits mit „grossem Engagement“ bei Projekten
zur nachhaltigen Energienutzung beteiligt. Offen ist jetzt, wie es mit dem
Vorhaben des Energieförderfonds weitergehen soll.
An sich war die Idee eines privaten Fonds zur Förderung der erneuerbaren
Energien praktisch in Vergessenheit geraten: Die Idee hatte
EBM-Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub Mitte letzten Jahres
aufgebracht als Gegenmodell zu einer staatlichen
Ökoenergie-Lenkungsabgabe. Demgemäss hätten die im Kanton tätigen
Elektrizitätsverteilerinnen jährlich rund eine Million Franken zur
Förderung von umweltfreundlichen Energietechniken bereitgestellt. Die EBM
hätte den Fonds mit etwa drei Fünftel gespiesen, die EBL mit dem Rest und
ein kleinerer, prozentualer Beitrag wäre von der Laufentaler Versorgerin
BKW Energie AG hinzugekommen. Die Funktionsweise und Geldverteilung des
Fonds muss man sich etwa so vorstellen wie es bei der Klimarappen-Stiftung
der Erdölwirtschaft geplant ist.
Zunächst fand der Vorschlag nur wenig Aufmerksamkeit. Nachdem der Landrat
Ende Januar die kontroverse Strom-Lenkungsabgabe per Zufallsmehr abgelehnt
hatte, erinnerte Nationalrat und Wirtschaftskammer-Boss Hans-Rudolf Gysin
an das freiwillige Angebot der Stromer, die ihre Gespräche fortsetzten.
Ende August wurden in Zusammenarbeit mit der Baselbieter Regierungsrätin
Elsbeth Schneider die Grundzüge für das weitere Vorgehen abschliessend
festgelegt.
Wie es nun nach dem EBL-Nein weitergehen soll, muss der EBM-Verwaltungsrat
entscheiden, erläutert EBM-Energie-Chef Thomas Wälchli auf Anfrage. Es
bleiben jetzt so heikle Fragen zu lösen, etwa, ob die EBM den Fonds
praktisch alleine, mit dem kleinen Zuschuss der BKW, mit weniger als einer
Million Franken betreiben soll? Sollen die Oberbaselbieter, die von der
EBL mit Strom versorgt werden, vom EBM-Fonds ausgeschlossen werden?
Generell unklar ist auch, wo der Unterschied zwischen der heutigen
kantonalen Förderpraxis und dem Topf der Industrie liegen soll. Wälchli:
„08/15-Anlagen werden wir nicht fördern. Vorstellbar findet er etwa
Energiesparinvestitionen, die hart an der Grenze zur Wirtschaftlichkeit
liegen. Tatsächlich läuft das auf eine mit dem Kanton vergleichbare
Förderpraxis hinaus. Indem der EBL-Verwaltungsrat den Förderfonds am
Donnerstag praktisch aus der Versenkung holte, wenn auch negativ, sehen
sich jetzt die EBM-Oberen im ungünstigsten Fall in die Verlegenheit
gesetzt, den Rückzug ihrer Idee begründen zu müssen. Die Beziehungen
zwischen den Unter- und den Oberbaselbietern sind bereits seit längerem
etwas distanziert – heute noch etwas mehr.
EBM
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