Energieszene Politik (26.09.2005 ) Pressebüro 2005 © Marc Gusewski, Liestal

Axpo-Verwaltungsratspräsident Lombardini bezichtigt Kantone, Gemeinden der Immobilität und höhnt Strompolitik als "administrierenden Moloch"

Liestal, 30. August. Axpo-Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini bewertet die Vertreter von Kantonen und Gemeinden als immobil bezüglich Elektrizitätsmarktöffnung, lässt er in einem aktuellen Aufsatz über die Elektrizitätspolitik für das Zürcher Bankhaus Lienhardt durchblicken.

 

"Der «Service public» ist das Liebkind diverser politischer Couleurs geworden. Dabei sorgt die Verantwortung der Politiker über die mehr als 800 lokalen Gemeindewerke (und Netze) nicht gerade für breiten Enthusiasmus für eine Liberalisierung der Elektrizitätsversorgung."

 

Eine für den Vorsteher der Axpo, eines immensen öffentlich-rechtlichen Konglomerates, das vor allem öffentliche Weitverteiler bedient, überraschende und schwer zu wertende Aussage.

 

Lombardini zur aktuellen Energiepolitik: "Was unbedingt verhindert werden muss, ist ein administrierender Moloch, der das heute vorherrschende monopolistische System verschlimmbessert", schreibt er mit Hinblick StromVG, das Mitte September im Parlament beraten werden soll.

Notabene, das StromVG entstand unter wesentlicher Mitarbeit von Axpo-Exponenten, darunter dem verstorbenen einflussreichen Axpo-Verwaltungsratsmitglied, SVP-Nationalrat Christian Speck.

 

Lombardini sagt: "Die Staatsquote (Abgaben, Steuern, Förderungsgelder, usw.) muss insgesamt auch beim Strom gesenkt und darf nicht erhöht werden." Axpo hat in diesem Jahr mehrere hundert Millionen Sonderdividende an die Kantone ausgeschüttet, praktisch eine heimliche Stromkonsumsteuer - wie Lombardini dies mit seinen Maximen in Übereinstimmung bringt, lässt er an dieser Stelle unerklärt.

"PDF: "Finanz-Investor"-Bulletin (Juli 2005) der Bank Lienhardt