Energieszene (13.10.2005 ) Pressebüro 2005 © Marc Gusewski, Liestal

 

 

Neue Unternehmensstruktur für EOS, Atel, EDF sowie Elektra Birseck, Elektra Baselland, Kanton Solothurn, Stadtwerke Aarau, Lugano, Zug - UBS verkauft MC-Aktien - Landesregierung begrüsst

Olten, 30.9. Bis 2008 sollen Energie Ouest Suisse, die Atel, die EDF in der Schweiz ihre Aktiven zu einer neuen Unternehmung zusammenlegen mit Holdingsitz in Neuenburg sowie mit Geschäftszentren an den heutigen Lagen, zur Betreuung der diversen Geschäftsfelder (im Prinzip wie heute). Zusätzlich sichern sich EBM, EBL, IBA, AIT, WWZ über ihre Aktienbeteiligung Direktzugang zum Stromproduzenten, wozu sie sich mit 343 Millionen als Dritte an der Zusammenführung von EOS und Atel beteiligen und dadurch erst die Konstruktion einer Schweizer Mehrheit an Atel absichern halfen. Zunächst aber gilt es Motor-Columbus, die Holdinggesellschaft der Atel, mit ebendieser zu verschmelzen und andererseits den Aktienbesitz der UBS an MC auszukaufen und so den Weg für die Zusammenlegungen der Unternehmen freizumachen. Das für Energie zuständige Mitglied der Landesregierung, Bundesrat Moritz Leuenberger begrüsst gegenüber der Schweizer Tagesschau das Vorgehen.

Was Rainer Schaub, EBM-Verwaltungsratspräsident und Sprecher der Schweizer Minoritäten dazu sagt

Details: Atel, EOS

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18. Weltöl-Kongress: Gefühlte Verknappungen

Johannesburg, 30. Sept. Der 18. Weltöl-Kongress ist mit der allgemeinen Feststellung zu Ende gegangen, dass die Erdölversorgung der Welt noch lange hinreichend gesichert ist WPC-News

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Leuenberger: Energie-Nachfrage bedenken

Bern, 29. Sept. Nachfrage orientierte Energiepolitiken wieder en vogue: Dies zeigte die Tagung "Versorgungssicherheit und Klimawandel" des Bundesamtes für Energie (BFE). Forderungen danach stellten Bundesrat Moritz Leuenberger, Bundesamt für Energie-Direktor Walter Steinmann, EU-Energiekommissar Andris Piebalgs sowie Noé van Hulst von der Internationalen Energieagentur (IEA), Exekutivdirektor Walter Ramsey hatte sich kurzfristig entschuldigt der laufenden Ölnachschubsversorgungs-Krise wegen. Leuenberger und Piebalgs vereinbarten eine engere energiepolitische Zusammenarbeit. Noé van Hulst bemerkte spitz: "Die Schweiz sei auch eine wichtige Stütze der Energiepolitik der IEA" - die etwas andere Akzente als die EU setzt.

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EU-Piebalgs, CH-Leuenberger: E-Politiken annähern

Bern, 29. Sept. Die Schweiz strebt ein weiteres bilaterales Abkommen mit der EU an, diesmal für den Strombereich. Das Eidgenössische Department für Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation teilt mit: Bundesrat Moritz Leuenberger und Andris Piebalgs, EU-Kommissar für Energie, haben heute ihre gemeinsame Absicht bekräftigt, ein bilaterales Abkommen im Elektrizitätsbereich auszuhandeln. Das Abkommen soll insbesondere die grenzüberschreitenden Stromtransite, den gegenseitigen Marktzugang, sowie die Anerkennung der Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energiequellen regeln." Für sein Amt erwartet Bundesrat Leuenberger ein Verhandlungsmandat des Bundesrates noch im nächsten halben Jahr.

UVEK

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Italien, 58'000 MW-Projekte sehen

Mailand, 29. Sept. Der zum Vorsitzenden des Mailänder Fachverbandes Assoelettrica gewählte Edison-Manager Enzo Gatta hat gemäss powernews.org erklärt, die Strompreise könnten nach der Errichtung der geplanten Zusatzkapazitäten beim Endabnehmer um 10 bis 15 % zurückgehen. Derzeit seien insgesamt 43 Kraftwerke mit 20 000 MW Gesamtkapazität im Bau oder vor der Inbetriebnahme. Weiterhin stünden 73 Vorhaben mit 38 000 MW Gesamtkapazität auf der Warteliste. powernews.org

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EU-Parlament, Erdöl

Strassburg, 29.9. Das Europäische Parlament hat die Kommission zur Vorlage eines Aktionsplanes Energieeffizienz aufgefordert und die vorberatenen Richtlinien über Energiedienstleistungen, Gebäudestandards sowie erneuerbare Energien zur Entscheidungsreife zu bringen. Europaparlament

EU-Kommission, Effizienz-Richtlinie vernehmlassen

Brüssel, 29.9. Die EU-Kommission hat die Vernehmlassung für die Richtlinie über Energie-Effizienz gestartet. Kommission

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Deutschen schlagen Energiepreise aufs Gemüt

Mainz, 28.9. Der hohe Ölpreis hat die Verbraucherstimmung in Deutschland trotz Hoffnungen auf einen Aufschwung nach der Bundestagswahl wieder eingetrübt. Viele Haushalte befürchteten steigende finanzielle Belastungen und seien deswegen mit größeren Anschaffung zurückhaltender als im August, geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Konsumklimastudie des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK hervor.
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CO2-Emissionen: gemischte Befunde

Berlin, 28. Sept. Nach einem Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin hat der weltweite Klimaschutz hat im vergangenen Jahr einen weiteren deutlichen Rückschlag erlitten. Nach vorläufigen Schätzungen stiegen die energiebedingten Emissionen von Kohlendioxid (CO2), dem mit weitem Abstand wichtigsten Treibhausgas, im Jahre 2004 gegenüber dem Vorjahr weltweit um etwa 4,5 %; gegenüber 1990 war es reichlich ein Viertel mehr.

Für die Treibhausgasemissionen insgesamt liegen lediglich Angaben für die Länder vor, die sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu Emissionsbegrenzungen oder -minderungen verpflichtet hatten (Annex-B-Länder - ohne USA und Australien). In diesen Ländern dürften die Treibhausgasemissionen im vergangenen Jahr um rund 1% gestiegen sein. Gegenüber dem Basisjahr 1990 waren sie 2004 allerdings um fast 15 % niedriger. Dies war im Wesentlichen die Folge des drastischen Emissionsrückgangs in den sog. Transformationsländern Mittel- und Osteuropas (1990 bis 2004: -35 %); allerdings ist es in diesem Länderblock von 1998 an wieder zu einem deutlichen Emissionsanstieg gekommen (1998 bis 2004 um rund 10 %). Die Treibhausgasemissionen in den Ländern der EU-15 haben sich 2004 nur leicht erhöht. DIW

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Bern, Energieschlampen zur Kasse

Bern, 28. Sept. Nach Ablauf einer einjährigen Übergangsphase zur sachgerechten Deklaration des Energieverbrauchs von technischem Gerät hat das BFE ab dem 01.01.2003 erste schriftliche Verwarnungen ausgesprochen, teilt das Amt mit. Erstmals mussten nun Bussen bis 5'000 Franken ausgesprochen werden (max. kann bis 40'000 gebüsst werden), vorab wegen Säumigkeit und Falschdeklaration. BFE

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Shell, V-Power Diesel als zweite Qualität

Baar, 28. Sept. Als erste Mineralölgesellschaft führt Shell in der Schweiz einen Dieseltreibstoff ein, der einen synthetischen Bestandteil enthält. Dazu zitiert Shell von der Volkswagen-Konzernforschung Wolfgang Steiger: "Shell V-Power Diesel wurde entwickelt, um bei Dieselmotoren eine Verbesserung von Leistung, Verbrauch und Emissionen zu ermöglichen. Der neue Treibstoff eröffnet damit den Weg für zukünftige Motorentechnologien." Shell

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Karlsruher "Atomsuppe" verglasen

Karlsruhe, 28. 9. Nach einem Bericht des Südwestfernsehens planen die Betreiber des früheren Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe die Verglasung von rund 70'000 Litern "Atomsuppe", ein Altlast aus 20 jährigem Betrieb der Anlage gelagert in Hochsicherheitslagern. Aus Sicherheitsgründen muss diese ständig gerührt werden. Gegenwärtig werden die Abrisskosten der WAK auf rund 1,9 Milliarden Euro, doppelt soviel als ursprünglich geschätzt. Da die beteiligten Energieversorger keine Nachschusspflicht haben, müssen sich der Bund sowie das Land Baden-Württemberg die Mehrkosten zu 90% teilen.

SWR

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Lupsingen mit Holznahwärmeverbund

Lupsingen, 26. Sept. Die Lupsinger Gemeindeversammlung bewilligte rund 800'000 Franken für einen kommunalen Holzschnitzel-Nahwärmeverbund, wovon ein Viertel durch die Bürgergemeinde - aus deren Wäldern schliesslich das Rohholz bezogen werden soll - beigesteuert wird. Die Elektra Birseck (EBM) hatte 1999 eine Beteiligung am Nahwärmeverbund mangels finanzieller Perspektiven abgelehnt.

Lupsingen

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  Basler Zeitung: EDF bleibt Atel-Minderheitsaktionär

Basel, 28. Sept. Gemäss einem Bericht in der BaZ vom 28. Sept. schliesst die EDF eine Mehrheitsbeteiligung an Atel aus. Gleichzeitig soll eine starke Minderheitsposition, um 25 %, an der Atel beibehalten werden. Was just dem Plan des "schweizerischen" Konstrukts mit den jetzigen Atel-Minoritätseignern sowie der EOS entspricht. Eine Beteiligung der deutschen Eon - via BKW - oder dem Mailänder Stadtwerk AEM an Atel über das heutige Mass hinaus schliessen die Paris aus.

Basler Zeitung

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EBL-Holzschnitzel in Saanen/Gstaad

Liestal, 28. Sept. Die Baselbieter Elektra Baselland (EBL) hat von den Gemeinden Saanen und Gstaad den Auftrag für das neue Fernwärmezentrum mit einem Leistungsumfang von 15 MW erhalten. Die künftige Energiezentrale soll mit Waldhackschnitzeln betrieben werden und Ende 2007 ans Netz gehen, teilt die EBL mit.

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EKT mit neuem Corporate Design

Arbon, 28. Sept. Ein neuer Direktor - ein neues Corporate Design: Urban Kronenberg hat dem Thurgauer Verteiler einen neuen Auftritt verpasst.

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Neuer NOK-Verbundnetzknoten Rüthi für 2010

St. Gallen, 28. Nach einem Bericht des St. Galler Tagblatts (v. 14.9.) treiben die NOK ihre Vorarbeiten für einen neuen Verbund-Netzknoten Rüthi voran. Als bedeutend wird die Anschlussmöglichkeit ans österreichische Verbundnetz an dieser Stelle bewertet sowie die Verknüpfung der Bahnnetze der SBB sowie der österreichischen ÖBB, was die SBB dringend benötigen.

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Erdgas Zürich holt Fällander Netz

Zürich, 27. Sept. Die Erdgas Zürich übernimmt per Oktober 05 das Erdgasgeschäft der Gemeinde Fällanden zu nicht näher beschriebenen Konditionen. Aus der Pressemitteilung vom 16. September ist ein finanziell unbefriedigender Betrieb der Gemeinde in ihrem Netz herauszulesen.

Erdgas Zürich

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TG-Solarstrompool mit Naturemade-Zertifikat

Frauenfeld, 27. Sept. Die elf Anlagen des Thurgauer Solarstrompools sind mit dem Naturemade Star-Zertifikat als hochwertiger Ökostrom registriert worden, teilt der Solarstrompool mit. 

Solarstrompool

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Schaffhausen, Ökostrom für Strassenlicht

Schaffhausen, 27. Sept. Das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen verspricht per Oktober nur noch ihren "Naturstrom" für die öffentliche Beleuchtung einzusetzen. Angaben über Mengen, Aufwändungen und Art der Beleuchtung werden nicht gemacht.

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AEK, Balsthal, Windenergie

Solothurn, 27. Sept. Seit Juni erzeugt eine Schweizer Leichtwindanlage Aventa auf der Schwenigmatt ob Balsthal Windenergie, gehofft wird auf 13'000 kWh/Jahr. Die 20 Meter hohe Anlage hat 130'000 Franken gekostet. Wie die AEN, Olten, stolz vermerkt, hat sie via Ökostromkunden rund 5000 Franken an die Anlage investiert.

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BKW, Dotierturbine an Alter Aare

Bern, 21. Sept. Die neue Dotierturbine am Wasserkraftwerk Aarberg hilft   die vor einiger Zeit begonnenen ökologischen Aufwertungsmassnahmen des Gebiets fortzusetzen. Die Lebensräume der Auen sind durch wechselnde Wasserstände geprägt. Aus diesem Grund verlangt die bestehende Auenverordnung, dass die natürliche Dynamik des Gewässer- und Geschiebehaushalts, soweit sinnvoll und machbar, wiederherzustellen ist. Um die entlang der Alten Aare noch vorhandene, aber tendenziell abnehmende Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu erhalten und zu fördern, gilt es, den Wasserabfluss zu regeln bzw. zu variieren - ein für die Wasserkraftwerker anspruchsvolles Vorhaben, wie die BKW einräumt. Im September 2005 konnte die erste Etappe der geplanten Dotierversuche abgeschlossen werden.

BKW

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AEK hofft auf Holzverarbeitungszentrums Luterbach

Solothurn, 27. 9. In Luterbach sollen aus 700'000 Kubikmetern Säge- und Hobelspäne einer integrierten Sägerei rund 80'000 Tonnen Holzpellets erzeugt werden. Aus den Abgasen des Zellstoffwerkes und den Rauchgasen der Rindeverbrennung kann Trocknungsenergie kostengünstig gewonnen werden. Mit rund 350 kWh primärer Trocknungsenergie/Tonne Pellets wird gegenwärtig gerechnet. Pellets könnten zum Schwerölpreis angeboten werden. Etwa 2008 könnte das Holzverarbeitungszentrum Luterbach in Betrieb gehen. Nun hat der Regierungsrat des Kantons Solothurn mit der Ablehnung einer Reihe von Einsprachen einen weiteren Planungsschritt ermöglicht. Bis Ende Jahr sollen mit Holzlieferanten fixe Verträge ausgearbeitet werden, deren genügend grosse Zusicherung erscheint gegenwärtig als noch offen.

AEK

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 Schweizer Solarpreise 2005 vergeben

Lausanne, 27.9. Die Preise gingen in folgenden Kategorien an die Persönlichkeiten/Projekte: Prof. Arvind Shah / Dr. Johannes Meier von der
Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK), die Scuola media di Castione / TI, der Passivhausgewerbeneubau «Wattwerk», Holinger Solar AG, Bubendorf / BL, die Reiheneinfamilienhäuser «Rebgässli», Allschwil / BL, das sanierte Eco-Hotel «Cristallina», Coglio / TI, die Casa Depuoz, Trun / GR, die Photovoltaik-Anlagen des Stadion Wankdorf «Stade de Suisse», Bern, der Laboratorio Energia Ecologia Economia (LEEE), SUPSI-DACD-LEEE, Canobbio / TI, die bestintegrierte Solaranlage; das «Haus Schmölzer», Pratteln / BL, die Biomasse-Anlage der CFP Società Svizzera Impresari Costruttori, Gordola / TI.

Solaragentur

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Gaspreise ab

Bern, 27. Sept. Die Aare Energie AG (AEN) meldet einen Gaspreisaufschlag (Ziffern nicht publiziert), die EW Höfe AG melden einen Aufschlag von rund 25 % an, die Regio Energie Solothurn kündigt per 1. 10 Aufschläge um 5 % an, die Erdgas Zürich kündigt nicht näher spezifizierte Aufschläge an. Rund 100 Stadt- und Gemeindewerke werden ihre Tarife erhöhen. Die Aufschläge changieren zwischen 20-25%.

IWB, +3,9% Fernwärme, +5,1% Erdgas, +1,7% Erdgas-Kleintarif

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D-Gas, Gaspreiskartell sprengen

Bonn, 27. Sept. Das deutsche Gaspreiskartell bei den Weiterverteilern soll geknackt werden, so das deutsche Bundeskartellamt heute in Bonn. Die Verträge zwischen Ferngaslieferanten und den Weiterverteilern lassen zu viele Fragen offen, die missbräuchliche Preisgestaltung als denkbar erscheinen lassen, so die Verantwortlichen. Vermutet werden Windfall-Profits der Weiterverteiler im Windschatten der so genannten Ölpreisbindung, die nur indirekt mit den ursächlichen Ölpreis-Kopplungen zwischen Grosshandel und Produzenten zu tun haben. Als problematisch gilt die vertikale Organisation des Gashandels, indem sich die Ferngaslieferanten - insbesondere Eon-Ruhrgas, an den Stadtwerken bzw. Weiterverteilern namhaft beteiligen durften. So hatte sich das Kartellamt massiv gegen eine Übernahme von Ruhrgas durch den deutschen Strom-Oligopolisten Eon gewehrt. Das war aber von der Politik übergangen worden. Jetzt sollen die Gerichte Licht ins Dunkel der Gaspreismechanismen bringen.

Bundeskartellamt ARD-Tagesschau

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Siemens, Eon, €500m in 60%-340/530 MW-GUD

München, 27. Sept. Siemens will in Sachen Gasturbine mit einer neuen 340 Megawatt-Gasturbine technisch neue Massstäbe setzen. Der Mischkonzern wendet 500 Millionen Euro für deren Entwicklung und Installation im bayrischen Irsching auf. Nach einer Testphase wird die Turbine zum 530 MW-GUD aufgerüstet und in den Kraftwerkspark der Eon an diesem Standort eingereiht, so gegen 2008/9. Eon lässt sich die Aufrüstung nach Zeitungsberichten weitere 200 Millionen Euro kosten. Schliesslich soll der Gesamtwirkungsgrad 60 Prozent übersteigen, so die Hoffnungen.

Siemens

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BKW, Atel, bereits 1994 interessiert?

Bern, 27. Sept. Nach einem Bericht der Berner Zeitung vom 27. Sept. hatten sich die Berner BKW Energie AG bereits 1994 für eine Mehrheitsbeteiligung an der Aare-Tessin AG interessiert. Hätten aber nicht in der gebotenen Eile aufs Angebot einsteigen können, mit welcher die Grossbank UBS damals das Geschäft vorantrieb. Deren Aktienpaket ging dann an RWE und EDF. Nach der Einschätzung eines ZKB-Mitarbeiters, zitiert die BZ diesen, macht eine Gruppe BKW/Atel industriell Sinn.

Berner Zeitung

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Axpo, EKS, Volk segnet SH-Regierungshandeln

Schaffhausen, 25. Sept. Der Schaffhauser Regierungsrat hat in der Volksabstimmung vom 25. Sept. Rückendeckung für seine energiewirtschaftlichen Positionen erhalten: die Volksinitiative "EKS-Verkauf vors Volk" wurde mit 54,22% bzw. 15556 zu 13134 Stimmen verworfen. Die Initiative wollte das gegenwärtige System dahingehend ändern, dass der Regierungsrat grundsätzlich Aktienverkäufe des kantonalen Elektrizitätswerks der Volksabstimmung zu unterziehen hätte. Gegenwärtig kann er jeweils ein Drittel der Aktien mit exekutivem Privileg verkaufen jeweils. Mit 61,32% bzw. 17535 zu 11059 Stimmen verwarf das Stimmvolk ausserdem die Volksinitiative "EKS zurück an den Kanton". Die Initiative hatte einen Rückkauf eines Aktienpakets von der Axpo durch den Regierungsrat gefordert. Dieser hatte kürzlich für 40,5 Mio. Franken einen EKS-Anteil von 25% an die Axpo Holding verkauft zwecks Haushaltsaufbesserung mittels Exekutivprivileg, also ohne dazu die Bewilligung von Parlament und Volk einholen zu müssen. Die Initiative, so der Regierungsrat warnend, hätte dem Staatshaushalt Schaden in Millionenhöhe zugefügt bei einer Annahme. Mit 68 % war die Schaffhauser Stimmbeteiligung recht hoch. Seitens Axpo und Regierung war kaum mit einer derartigen Politisierung des Falls gerechnet worden, der auch lange Spuren im Parlament gezogen hatte.

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NZZ, Atomstrom nicht marktfähig

Zürich, 26. Sept. In ihrer jüngsten Augabe berichtet die NZZ am Sonntag: "Finanzmarkt zweifelt an der Wettbewerbsfähigkeit der Atomenergie - trotz anziehender Nachfrage aus Asien". Für die Finanzindustrie bleiben Investitionen in Aktien von Kraftwerksherstellern bleiben gegenwärtig hoch riskant.
NZZ

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 Off-Strom, Dresdner Bank knipst  €26000 aus

Berlin, 26. Sept. Die Dresdner Bank wird in ihrer Berliner Zentrale etwa 26.000 Euro pro Jahr sparen, weil der Stromverbrauch mit einer Reihe einfacher und kostenloser Maßnahmen um etwa sieben Prozent gesenkt werden konnte. Aber auch die anderen deutschen und internationalen Teilnehmer eines Spar-Wettbewerbes – darunter die T-Com, Ducati, 3M, E-Plus oder EDF – vermelden ähnliche Erfolge. Was schon lange theoretisch fest stand, wird nun also durch den EU-weiten Wettbewerb „Energy Trophy“ in der Praxis bewiesen, teilt das deutsche Umweltbundesamt mit.

Aktion No-Energy

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20 Jahre, Rheinkraft heizt Birsfelden

Birsfelden, 26. Sept. 20-Jahr-Jubiläum für eine Schweizer Innovation: Seit 20 Jahren wird die Generatorenabwärme des Rheinkraftwerks Birsfelden gesammelt und verwertet für den Birsfelder Wärmeverbund AEB (Alternativ Energie Birsfelden AG). Aus dem Grundwasser und aus der Abwärme des Kraftwerks Birsfelden konnte umgerechnet ein Energieäquivalent von 853'000 Litern Heizöl gewonnen werden. Dafür unterhält die AEB in Birsfelden eine Quartierwärmeversorgung mit zwei Wärmepumpen, welche die Generatorenabwärme des Kraftwerkes Birsfelden nutzen und eine Wärmepumpe die dem Grundwasser die Wärme entzieht. Ausserdem liefert eine Onsi-Brennstoffzelle seit Jahren zuverlässig Strom und Brauchwärme. Die 82 an die Wärmeverbünde angeschlossenen Liegenschaften beziehen etwa 19’000 MWh
Wärme, die mit einem Wärmenetz von über 8 km Gesamtlänge verteilt wird. Weiterhin wird ca.1'000 MWh elektrische Energie in das Netz der EBM eingespiesen. Für die
Wärmebereitstellung werden 10’500 MWh Heizöl in den Spitzenlastzentralen, 2’900MWh Erdgas in der Heizzentrale Kirchmatt, 3’100 MWh Elektrizität für Wärmepumpen und Hilfsbetriebe sowie 7’300 MWh Abwärme aus dem KWB eingesetzt.

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StromVG, Hauseigentümer, Distanz zu Economiesuisse

Zürich, 26. Sept. Der Hauseigentümerverband Schweiz (HEV) ist mit der etappierten Marktöffnung grundsätzlich einverstanden. Das Stimmvolk hat im Jahre 2002 das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) abgelehnt. Der jetzige Entscheid des Nationalrates, den Strommarkt etappenweise zu öffnen, respektiert den damaligen Volkswillen und trägt den Verunsicherungen über die Folgen der Liberalisierung Rechnung. Mit anderen Worten: der HEV distanziert sich von weitergehenden Forderungen von Economiesuisse und einer starken bürgerlichen Minderheit.

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Sulzer Hexis, Innovationspreis aus Baden-Württemberg

Stuttgart, 26. Sept. Sulzer Hexis erhält den Innovationspreis Brennstoffzelle "f-cell Award" an der f-cell, dem Stuttgarter Brennstoffzellen-Kongress 2005. Der mit 12.500 Euro verbundene "f-cell award 2005" Gold geht an die Sulzer Hexis AG aus Winterthur. "Sulzer Hexis ist vor allem deshalb ein verdienter Preisträger, weil sich das prämierte Brennstoffzellen-Heizgerät bereits im praktischen Einsatz in der Kleinserie bewährt hat", sagte Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), welche den Preis vergibt. Das mit Erdgas betriebene Gerät mit dem Namen Galileo wurde bereits in 110 Wohnhäusern und gewerblichen Objekten eingesetzt. Dabei wurden bis heute mehr als eine Million Betriebsstunden Erfahrung gesammelt. Mit Hilfe einer Hochtemperatur-Brennstoffzelle vom Typ SOFC deckt es den gesamten Bedarf an Heizung und Warmwasser und einen Teil des elektrischen Stroms für ein typisches Einfamilienhaus ab. Silber und Bronze erhalten die Pemeas GmbH in Frankfurt am Main und das Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration in Berlin. Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Preis wird von der regionalen Wirtschaftsförderung und dem Umweltministerium Baden-Württemberg für praxisnahe Innovationen in der Brennstoffzellentechnologie ausgelobt. Sulzer sucht gegenwärtig Käufer für sein Spin-off-Unternehmen Hexis.
Hexis F-Cell

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Ohne Schweiz, ESCO-Konferenz

Wien, 29. Sept. Die in Europa führende Konferenz über Energieservice-Dienstleister ESCO Europe, 4.-5. Oktober, Wien, findet praktisch ohne Schweizer Beteiligung statt. Industrie, EU- und US-Fachpolitiker und Experten untersuchen und diskutieren die Rahmenbedingungen für Energie-Agenturen, Energieservice-Anbieter und die Finanzierungsprobleme.

ESCO

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D-Kartellamt, Gaspreis, was stört und was nicht

Herrsching, 26. Sept. "Es gibt keine strenge Gas/Öl-Preiskopplung zwischen den Stadtwerken als Letztverteiler und den Haushaltskunden. Die Anbieter verweisen einseitig auf Ölpreissteigerungen, wenn sie die Gaspreise anheben - ohne dass die Entwicklung für den Abnehmer an irgendwelchen Rechengrößen nachvollziehbar ist", sagt der Präsident des deutschen Kartellamts Ulf Böge in einem Interview mit powernews.org. Böges Fazit: "Das ist aus unserer Sicht so nicht akzeptabel." Böges Missbrauchsverfahren richten sich folglich gegen den Mechanismus Letztverteiler/Haushaltskunden. Ausserdem gibt es den Verdacht auf eine gemeinsame Verständigung der Branche auf höhere Preise, was als Kartellverstoss zu bewerten wäre. Was das Kartellamt umtreibt ist der Verdacht, dass die Gasverteiler unterm Vorwand von Ölpreiserhöhungen letztlich erhebliche Windfall-Profits einheimsen, ohne dass diese konkret berechtigt wären.

http://www.powernews.org

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BKW, Atel, neues Anbaggern mit drohenden Untertönen

Bern, 24. Sept. Nach einer ersten, als unzureichend abgelehnten Übernahmeofferte für die Aare-Tessin AG (Atel), legt die Berner BKW FMB Energie AG (BKW) nach: sie bildet mit dem Mailänder Stadtwerk AEM S.p.A. Milano als Minderheitspartnerin (20-25%) ein Bieterkonsortium für den Erwerb der Atel-Mehrheit. Was sich die BKW von der Minderheitsbeteiligung der AEM verspricht, wird im Pressecommuniqué vom 24.9. mit leicht drohendem Unterton so umschrieben: "Die AEM ist auf der einen Seite ein wichtiger Akteur auf dem italienischen Markt, der für die Atel besonders wichtig ist. Die Offerte der AEM ist somit bedeutungsvoll für den künftigen industriellen Erfolg der Atel in Italien (Hervorhebung, Red.)."

Nachdem die Grossbank UBS Anfang Juli eine Beteiligung bzw. ein Angebot für ein BKW-angeführtes Mehrheitskonsortium abgelehnt hatte, ist der zweite Anlauf von BKW einigermassen überraschend und vor allem schwer zu deuten: So hatte AEM-Chef Giuliano Zuccoli bisher stets auf einen direkten Zugriff auf Atel gesetzt mittels einem vollen Übernahmeangebot, soweit bekannt. Reicht es dafür schon nicht mehr? Interessant ist auch, dass das AEM-Angebot nicht auf deren Homepage veröffentlicht wurde.

BKW

AEM