Energieszene (26.09.2005 ) Pressebüro 2005 © Marc Gusewski, Liestal

 

 

EnBW-Bericht Energiezukunft.

Karlsruhe, 20. Sept. EnBW hat seinen Innovationsbericht 2005 „Energiezukunft“ vorgelegt. Behandelt wird das Thema Energiewirtschaft umgestalten. In neun Kapitel stellen die EnBW-Autoren die wesentlich gegenwärtigen Entwicklungen im Energietechnik und –wirtschaftlichen Bereich vor: Effizienztechniken, Know-how-Entwicklung, Kraftwerkseffizienzen, Co2-Reduktionsmethoden, dezentrale Techniken, erneuerbare Energien, Energiewirtschaft, Grosskraftwerksentwicklungen, Wasserstoffwirtschaft. Zum lesen: halb so staatstragend wie Axpos 2020-Ausführungen, aber doppelt so interessant

http://www.enbw.de

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 Schaffhausen; Abstimmung EKS-Beteiligung

Schaffhausen, 20. September. Am 25. sind die Schaffhauser aufgerufen zu Sachgeschäften des Kantonswerks zu befinden. Das EKS wurde 2000/1 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Im Dezember 2004 verkaufte der Regierungsrat 25 % der EKS Aktien an die Axpo Holding verkauft für 40,5 Millionen Franken zwecks Haushaltsaufbesserung. Die Volksinitiative EKS-Verkauf vors Volk soll in Zukunft einen Aktienverkauf alleine durch den Regierungsrat verunmöglichen. Der Kantonsrat empfiehlt die Initiative mehrheitlich zur Annahme (verzichtete auf einen Gegenvorschlag), dagegen lehnt der Regierungsrat sie ab. Die Initiative „EKS zurück an den Kanton“ wurde im Februar als Reaktion auf den Aktienverkauf eingereicht und will das Geschäft sowie die Umfirmierung in eine AG rückgängig machen. Das lehnen Kantonsrat und Regierung mit Hinweis auf die grossen finanziellen Folgen für den Staatshaushalt ab. Bild: der Schaffhauser Regierungsrat verteidigt seine Elektrizitätspolitik mit dem Hinweis auf steigende Dividenden und sinkende Strompreise.

 Bisher undebattiert blieb, welchen wirtschaftlichen und industriepolitischen Sinn es macht für die Axpo Holding AG, also die öffentlichen Hände, für 40,5 Millionen dem Kanton Schaffhausen EKS Aktien abzukaufen, als IN öffentliche Hände, währen der Kanton via EKS als Axpo-Miteigentümerin beim Deal kräftig mitmischt.

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 Winterthur 6-8% Strompreisabschläge

 Winterthur, 20. Sept. Per Oktober senken die Städtischen Werke den Strompreis fürs Kleingewerbe (8%), Hochspannungskunden (6%), Haushalte (3,6%), Ökostrom (2%) und öffentliche Beleuchtung (4,3%), womit die Tarife 10% unterm schweizerischen Mittel liegen werden (vergleichbar EKZ-Tarifen). Kleintarifkunden (Zirkus, Buden) erhalten gar 16% Rabatt. Nachdem die Städtischen Werke seit 1999 die Strompreise mehrmals gesamthaft um durchschnittlich 29 Prozent gesenkt haben, erfolgt eine weitere Entlastung der Stromkonsumierenden um zirka 2,7 Millionen Franken. 3500 KMUs sowie rund 100 weitere Geschäftskunden/Geschäftskundinnen profitieren gemäss Mitteilung.

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 D-Strompreis steigt, Brennstoffe vervielfacht

 Wiesbaden, 20. Sept. Wie das Statistische Bundesamt zur Diskussion um die Energiekosten der Industrie mitteilt, sind die Strompreise für Sondervertragskunden in Industrie und Gewerbe seit Ende 2004 stark gestiegen. Im August 2005 mussten Sondervertragskunden für Strom durchschnittlich 9,2% mehr bezahlen als im Dezember 2004. Damit liegen die Strompreise für Sondervertragskunden jedoch immer noch unter dem Niveau vor dem Beginn der Marktliberalisierung (1995). Allerdings haben sie – nach zum Teil deutlichen Preisrückgängen zwischen 1996 und 2000 und einer relativen Preisstabilität in den beiden folgenden Jahren – ab 2003 deutlich angezogen.

 http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2005/p3940155.htm

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 2009 Rahmengesuch Atom-Endlager

 Olten, 20. September. Mit Pressemitteilung vom 8. und 12. September haben Swissnuclear (Atel, BKW, CKW, EGL, EOS, NOK) und Swisselectric (dieselben) ihre Vorstellungen über das weitere Vorgehen in Sachen Atommüll-Endlager bekannt gemacht. Die Kernenergie-Branche beabsichtigt demnach voraussichtlich im Dezember 2009 das Rahmenbewilligungsgesuch für ein geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle einzureichen. «Der Beginn des Sachplanverfahrens ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem geologischen Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle in der Schweiz», verlautbart swisselectric-Präsident Hans Schweickardt über die Bedeutung des Sachplanverfahrens im Communiqué.

 http://www.swissnuclear.ch/

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 BKW, EEF.Ensa verflechten sich

 Bern, 20. Sep. BKW FMB Energie AG (BKW) und die Groupe EEF.ENSA gründen die cc energie sa, die gemäss Mitteilung ab 1. Januar 2006 für die Kundenanfragen der beiden Gründungsunternehmen besorgt sein soll. Sitz der neuen Gesellschaft ist Murten, der neue Hauptsitz der EEF.Ensa. Ziel ist das Customer Relation Management (CRM) und Applikationsmanagement auch Dritten anzubieten. Zum CRM gehören nach dieser Sicht unter anderem das Kundenkontakt-, das Inkasso- und Kundendatenmanagement. Die Mitarbeitenden der cc energie sa rekrutieren sich zu rund zwei Dritteln aus der BKW und zu einem Drittel aus der Belegschaft der Groupe EEF.ENSA. Das Aktienkapital der cc energie sa wird zu 65% von der BKW und zu 35% von der Groupe EEF.ENSA gehalten. Der Verwaltungsrat der cc energie sa wird je zur Hälfte durch die Gründungspartner bestellt. Die Geschäftsleitung bilden Jean-Pierre Studer (Vorsitzender) und Roger Schmid.

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 BusinessWeek, Niedrgipreisenergie

 New York, 20. Sept. Business Week-online bietet ein Dossier über die erneuerbaren Energien an unterm Titel „a low cost energy future“. Beiträge enthaltend über: Fresh Heat for Energy Policy; Does Your Home Burn Money for Fuel? A House That Costs Nothing to Run; This Cold House: Dirty Harry Comes Clean; Ultraportable Power Charges Ahead; Hybrids: More Power, Less Fuel; Simple Fixes for Saving Energy

 http://www.businessweek.com/technology/tc_special/tc_05energyfuture.htm

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 RWE €2200 Mio. für 2100MW-Braunkohlenkraftwerk Neurath bis 2009

 Essen, 19. Sept. Der Vorstand der RWE AG hat im Grundsatz eine Entscheidung für den Bau und Betrieb des neuen Braunkohlenkraftwerks in Neurath bei Grevenbroich getroffen, wird mitgeteilt. Abhängig ist der Entscheid für das 2,2 Milliarden Euro Vorhaben von den künftigen klimapolitischen Vorgaben. Das Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik BoA (2/3) wird als Doppelblockanlage mit einer Nettoleistung von insgesamt rund 2.100 Megawatt am Kraftwerksstandort Neurath errichtet. Die Anlage, die Ende 2009 ans Netz gehen soll, stellt die größte Kraftwerksinvestition des RWE-Konzerns dar. Gegenüber alter Anlagentechnik werden die Emissionen um rund dreissig Prozent reduziert.

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 Oje: RWE mit fremdem Schmuck

 Essen, 20. Sept. Das schönste Jugendstilkraftwerks Deutschlands Heimbach ist 100 Jahre am Netz und von der Eigentümerin RWE Power herausgeputzt worden. Das Kraftwerk an Rur und Urft am Nordrand der Eifel wird über 2,6 Kilometer Leitungen von der Urfttalsperre angespiesen. Aber das Heimbach 1905 mit zwölf Megawatt das grösste Wasserkraftwerk Europas war, ist schlicht falsch: 1898 nahm das deutsch-schweizerische Rheinkraftwerk Rheinfelden mit 16 MW seinen Betrieb auf und funktioniert heute noch tadellos – bis Mitte nächstes Jahrzehnt soll es durch einen Neubau ersetzt werden.

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 Eon, Briten in Abwehr

 London, 18. September. Nach Berichten des The Observer vom Sonntag will eine britische Gruppe von Industriellen die Übernahme von Scottish Power durch Eon verhindern. Eon kündigte letztes Jahr an, die Berner BKW FMB Energie AG nach Möglichkeit „voll zu integrieren“ jenseits der heutigen 20%-Beteiligung. (Die Berner Regierung plant ihre Aktienmehrheit abzustossen).

Im Falle Scottish Power befürchten die Briten für sich Wettbewerbsbeschränkungen auf dem Elektrizitätsmarkt. Im Gespräch ist ein umgerechnet nahezu 15 Milliarden Franken schwerer Übernahmepreis (£10bn). Eons britische Tochtergesellschaft Powergen beliefert bereits rund sechs Millionen Kunden mit Strom und weitere zwei Millionen Kunden mit Erdgas. SP zählt 4,5 Millionen Kunden. Mit zehn Gigawatt Kraftwerkskapazität kontrolliert Eon rund 12 % der britischen Erzeugung. Jedenfalls will die britische Industrie in jedem Fall die Kartellbehörden einschalten. The Observer zitiert Regierungsstellen, die eine Verringerung der heute sieben wesentlichen Stromunternehmen auf neu fünf (durch die Übernahme von Scottish Power) auf Regierungsebene als überprüfens-nötig einstufen.

 http://observer.guardian.co.uk/business/story/0,6903,1572456,00.html