Energieszene (26.09.2005 ) Pressebüro 2005 © Marc Gusewski, Liestal

 

 

Bundesrat, Raffinerie Cressier „wichtig“

Bern, 13. September. Der Bundesrat beurteilt die Raffinerie Cressier als „wichtig für die Versorgung der Schweiz“, antwortet er SP-Nationalrat Remo Gysin (Basel) auf eine Interpellation. Der Bedarf der Schweiz an Fertigprodukten wie namentlich Benzin, Diesel und Heizöl wurde im Jahr 2004 zu etwa 60 Prozent mittels Importen und zu etwa 40 Prozent mittels einheimischer Produktion der beiden Raffinerien in Cressier (24 Prozent) und Collombey (16 Prozent) gedeckt. Mit der Übernahme der Raffinerie Cressier durch die amerikanische Industrie-Beteiligungsgruppe Carlyle wird der Fortbestand der Anlage derzeit nicht infrage gestellt, schreibt der Bundesrat. Die Carlyle Group, Washington DC, bzw. die Riverstone Holdings Finanzierungsgesellschaft, New York City, hatten im März die Mehrheit der niederländischen Petroplus, der Cressier-Eignerin, mehrheitlich übernommen.

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Technikfolgen-Abschätzung soll bleiben

Bern, 13. September. Der Bundesrat will das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS) als eigenständiges Zentrum des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat (SWTR) erhalten, wendet er sich gegen ein von SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi (ZH) eingereichtes und von seiner Fraktion mit unterzeichnetes Postulat. Zuletzt war das TA-Büro im medizinisch-diagnostischen Bereich forschend tätig. Sein Energiebericht, der in Zusammenarbeit mit Einwohnerinnen und Einwohnern ausgearbeitet wurde, hat aber bis heute nie eine grössere Rolle gespielt. Das deutsche Technikfolgenbüro liefert dem Bundestag regelmässig bedeutende und viel zitierte Sachstandsberichte ab.

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Krach um Ökostrom in Österreich

Wien, 13. September. In Österreich gibt’s Krach um grünen Strom. Der Ökostrom koste mehr als er kosten müsste, teilte der Stromregulator E-control am 9. September mit. Und trotz des boomenden Ausbaus könnten Windkraft und Biomasse den steigenden Verbrauch nicht abdecken. "Wir haben eine überhitzte ungesunde Entwicklung hinter uns“, wird Walter Boltz, E-Control-Leiter zitiert. Daraufhin haben Biomasse-Vereinigungen und Greenpeace die Zahlen Boltz die Verwendung falschen Zahlenmaterials angelastet.

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James Emil Haefely verstorben

Basel, James Emil Haefely, Basler Unternehmereigentümer in zweiter Generation der früheren Emil Haefely & Cie AG ist im 97. Lebensjahr am 5. September verstorben, wie der Basler Zeitung vom 10. September zu entnehmen war. Auf die Emil Haefely AG geht die heutige Haefely Test AG in Basel zurück.

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BKW, Umsatz und Gewinn gesteigert

Bern, 13. September. Die BKW-Gruppe blickt nach eigener Einschätzung auf ein insgesamt erfreuliches erstes Semester 2005 zurück. Der Umsatz kletterte auf 952.3 Mio. Franken und erhöhte sich im Vergleich zum ersten Semester 2004 um 54.9 Mio. bzw. 6.1%. Der Gewinn betrug 143.6 Mio. CHF. Dies entspricht einer Zunahme von 18.4%. Zur Erhöhung des Umsatzes haben sowohl das Handels- als auch das Vertriebsgeschäft beigetragen, wie der Berner Versorger mitteilt.

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Marktmacht der Euro-Stromer kritisiert

Brüssel, 13. September. Die Liberalisierung der europäischen Strom- und Gasmärkte führte in einigen Regionen der Europäischen Union zur einer „kritischen Konzentration von Marktmacht“, besagt eine am Dienstag in Brüssel vorgestellte Studie des deutschen Öko-Instituts, Freiburg Breisgau. Neben der Electricité des France (EdF), die mehr als zwei Drittel des französischen Marktes kontrolliert, fallen vor allem deutsche Stromerzeuger auf. „Durch Megafusionen haben deutsche Konzerne die angestrebte Marktöffnung umgekehrt“, wird Felix Christian Matthes, Energieexperte und Öko-Institut-Gutachter zitiert. Demnach beherrschen RWE (ehemals RWE und VEW), E.on (Veba und Viag) und Vattenfall Europe (HEW, Bewag, Veag und Laubag) mit einer jährlichen Stromerzeugung von etwa 380 TWh mehr als zwei Drittel des deutschen Erzeugungsmarktes.

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StromVG Gewerkschaften und Städtevertreter reagieren

Bern, 13. September. Die Schweizer Gewerkschaften und Vertreter der Städte drohen mit dem Referendum, falls das Parlament den ursprünglich ausgehandelten Kompromiss für ein zweigleisiges Stromversorgungsgesetz (StromVG) fallen lässt. In langen Konsensfindungsgesprächen hatten sich Interessierte und Gewerkschaften auf eine so genannte geteilte Marktöffnung beim Strom verständigt. Nach dem Motto, wer Versorgungssicherheit will bleibt im Monopolbereich, wer Preisflexibilität vorzieht, geht in den Wettbewerbsbereich. Nun wollen die vorberatende Nationalratskommission und Wirtschaftskreise dies Modell zugunsten einer völligen Reregulierung mit freien Marktbedingungen für alle Konsumenten kippen. Für die Gewerkschaften, die im 2002 bereits mit vereinter Hilfe vorab aus SVP zugerechneten Wählerkreisen das Elektrizitätsmarktgesetz vereitelten, wäre ein Referendum aufwändig, würde aber beim jetzigen nationalrätlichen Kurs nötig.

http://www.sgb.ch/homeframeset.html

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Winterthur bleibt bei Axpo

Winterthur, 13. September. Nach einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung bleiben die Städtischen Werke Winterthur auch künftig bei der Axpo als Stromversorgerin. Für eine neue Stromlieferantin bleibt’s beim Nichtbefassen. Dies, nachdem Stadtwerke-Chef Christian von Burg mit grosser Geste die Axpo der überteuerten Stromlieferung geschmäht hatte. Zeitweise hatte auch der deutsche Stromriese RWE Erkundigungen über eine allfällige Lieferung nach Winterthur eingezogen, wie die Schweizerische Handels-Zeitung berichtet hatte. Wobei der Ernstheitsgehalt dieses Winterthurer Anliegens immer ein Rätsel blieb.

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Schwarzeneggers Solarplan im Clinch

Sacramento, CA (USA). Kompromiss-Suche endet vorerst ergebnislos. Das Solarprogramm von Gouverneur Arnold Schwarzenegger, das bis 2017 einen Solarausbau von gegenwärtig 100 auf 3000 MW anreizen will, steckt vorläufig im kalifornischen Parlament fest. Umstritten sind Zusatzforderungen der Demokraten nach bindenden Minimumlohn-Vorschriften für die am Solarprogramm beteiligten Unternehmen, was auf der republikanischen Seite strikt abgelehnt wird. Nun will Schwarzenegger Teile seines Programms ohne Parlament verwirklichen.