Energieszene (26.09.2005 ) Pressebüro 2005 © Marc Gusewski, Liestal

UVEK-Okay zu Atommüll-Plan - Kritiker fordern Realismus und Atomausstieg

Bern, 12. September. Die federführenden schweizerischen Nuklearbehörden beurteilen ein Atommüll-Endlager im Opalinuston des Zürcher Weinlands als durchführbar. In ihrer jetzt veröffentlichten Stellungnahme gelangte die Eidgenössische Kommission für die Sicherheit von Kernanlagen (KSA) zum Schluss, dass ein Entsorgungsnachweis für hochaktive Abfälle in einem geologischen Tiefenlager vorliegt. Somit gilt der Nachweis für die Entsorgungsmöglichkeit hochaktiver Abfälle als erbracht. Die Nachweispflicht  ist seit 1978 gesetzlich verankert und als Vorbedingung für den Dauerbetrieb der Kernenergieanlagen gemacht worden.

Nach den Stellungnahmen der Fachbehörden des Eidgenössischen Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zur Atommüllendlagerung fehlt nun die politische Zustimmung der allfälligen Standortgemeinden und –kantone sowie der Bevölkerung. Für die jetzt vorliegenden Pläne hat das UVEK eine Vernehmlassung eingeleitet, zu der sich Direktbetroffene äussern können. Die Vernehmlassungsleitung liegt in den Händen des Bundesamtes für Energie (BFE).

Transparentes Auswahlverfahren für geologische Tiefenlager

Bern, 8. September. Rechtzeitig vor Bekanntgabe des gelungenen Entsorgungsnachweises für ein Atommüll-Endlager hat UVEK-Vorsteher Bundesrat Moritz Leuenberger einen nach politisch-fachlichen Kriterien eingesetzten Beirat ins Leben gerufen, der die Erarbeitung des Sachplans „Geologische Tiefenlager" begleiten wird. Im Sachplan wird das Auswahlverfahren für das Tiefenlager festgelegt, wobei der Sicherheit von Mensch und Umwelt oberste Priorität eingeräumt wird. Standorte für geologische Tiefenlager sollen ferner in einem nachvollziehbaren und transparenten Prozess evaluiert werden.

Kritik der Schweizerischen Energiestiftung

Zürich, 12. September. "Bei der Lagerung von Atommüll handelt es sich um ein technisch hochkomplexes Problem, über das nur eingeschränkt öffentliche Vernehmlassungen mitentscheiden können", schreibt die Schweizerische Energiestiftung in einer Stellungnahme zu den Plänen des UVEK. „Nicht-Physiker und Nicht-Geologen sind heillos überfordert, wenn sie darüber urteilen sollen, wie sicher ein Endlager für hochradiaktive Abfälle über 1’000'000 Jahre sein wird." Für die SES bedürfen die bundesamtlichen Pläne einer unabhängigen Review. Begrüsst wird aber die offene Kommunikation der Bundesämter. Die SES fordert desweiteren Optimierungen des Zwischenlagers in Würenlingen und beurteilt die Einstellung der nuklearen Stromerzeugung als sichersten Weg, radioaktiven Abfällen Herr zu werden.

www.entsorgungsnachweis.ch