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Dreieckland StromReport Elektra Birseck (EBM)(akt. 03.10.2005 ) Pressebüro © Marc Gusewski Kontakt per: Email |
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30.09.05 „Atel-Beteiligung erspart Strompreisrisiko“, Schaub weiter 22.11.04 47'500 EBM-Genossenschafter wählen 188 Delegierte bis 2008 weiter 19.11.04 EBM nimmt emissionsfreundliche Holzschnitzelanlage ans Netz weiter 02.09.04 20 Jahre Emissionsminderung durch Wärmeverbund weiter 16.08.04 Mieter sind kein Thema für Stromgenossen weiter 16.6.04 EBM Abschluss 2003: Rabatte weiter 30.1.04 Bei Entspannung gerät Erdgas unter Strom weiter 18.6.03 EBM zwischen Markt und Monopol / Delegiertenversammlung 18.6.03 EBM legt Beratungs-Turbo ein weiter 22.5.03 Biomasse-Heizung für Barockes-Kirchenjuwel mehr 14.5.03 Haustechnik-Gewerbe gekauft mehr 5.5.03 EBM geht nach Hollywood: Digital Fernsehen im Programm weiter 19.12.02 EBM, EBL und Onyx gründen Stromvermarktungsgesellschaft weiter 12.06.02 Delegiertenversammlung zur EMG-Abstimmung weiter 13.05.02 EBM feiert die WKK-Kilowattstunden weiter 21.5.02 Ergebnis 01: Elektrizitätsmarkt bewegt Elektra Birseck weiter 29.4.02 EBM Telecom macht Biel-Benkens TV-Netz Internettauglich 18.4.02 EBM mit Turbo ins Stromnetz weiter 7.1.02 EBM kauft Elektrikergeschäft Delfs und Stalder, Basel/Münchenstein; wird in Telematikbereich eingegliedert (nach Tele Weiser und Erich Nebel AG). Keine Angaben über Kaufpreis und Mitarbeiterzahl. Delfs und Stalder wird wie anhin fortgeführt. 20.10. EBM sieht auf zehn Jahre Solarstrom-Aktivitäten zurück weiter Juni 2000: EBM startet in Brennstoffzellen-Technik weiter |
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„Atel-Beteiligung
erspart Strompreisrisiko“ |
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Meilen-Sammler: EBM-CEO Hans Büttiker heizt Arlesheim ein
Holzschnitzelheizung für Gebiete mit verschärften Luftschadstoff-Vorschriften 19. November 04. Die Elektra Birseck (EBM) nahm in Arlesheim ihre dritte Holzenergieanlage (540 kW Wärmeleistung) für ein Quartierwärmenetz als Contractorin in Betrieb und Aufsicht (nach Biel-Benken und Möhlin). Beheizt werden Amts-, Schul- und Kirchengebäude am Domplatz. Der Wärmepreis wurde mit etwa CHF0.126 kWh beziffert. Als besonders gilt, dass die Anlage verschärften Luftreinhaltevorschriften von unter 30 Mikrogramm/Kubikmeter Stickstoffdioxid genügen muss, die für hiesige so genannte regionale Luftreinhalteplan-Massnahmengebiete gelten. Die Emissionsbegrenzung setzt zudem eine möglichst sortenreine Laubholzhackschnitzelversorgung voraus, welche der örtliche Forstbesitzer, die Bürgergemeinde, zusicherte. Den strengeren Luftreinhaltevorschriften wurde der Kessel des Vorarlberger Unternehmens Köb am ehesten gerecht, nach Betreiberangaben. Dieser Hersteller wurde das erste Mal in der Region gesichtet. Dem Vorhaben ging eine längere Planungsgeschichte voraus. Verglichen mit dem durch die Holzheizung überflüssig gewordenen Öl- und Gaskessel, werden 325 Jahrestonnen Kohlendioxid (CO2) aus fossilen Quellen eingespart. "Als weiteren Mosaikstein im Interesse einer sparsamen und rationellen Energienutzung" bezeichnete EBM-Direktor Hans Büttiker sein Engagement in Arlesheim.
47'500 Genossenschafter wählten 188 Delegierte 22.11.04 Ihre Amtsdauer wird mit 2005 – 2008 beziffert. Wahlkreise sind die 58 politischen Gemeinden des EBM-Netzgebietes. Davon 23 im Kanton Basel-Landschaft, 23 im Kanton Solothurn und 12 im Elsass. Von den 188 gewählten Delegierten sind 140 Bisherige (74,5 %) und 48 Neue (25,5 %), nach Angaben des mit dem Prozedere beauftragten Wahlbüroleiters Bruno Gehrig (Oberwil). Die Wahlbeteiligung betrug 18,5 %. Das Delegiertenamt ist vorab ehrenamtlich. Die mit der alljährlichen Delegiertenversammlung verursachten Spesen werden entschädigt. Zusätzlich gibt's "Naturaldividenden", ein Znacht und eventuelle Einladungen an Delegiertentreffs. Formell haben die Delegierten nur mehr die Möglichkeit, den Geschäftsbericht der EBM Genossenschaft zu bewilligen. Zur EBM gehört die EBM Trirhena AG als Holding über die einzelnen EBM-Gesellschaften. Die Delegierten stimmen allerdings über den Genossenschaftsjahresbericht und nicht über denjenigen der EBM Trirhena AG ab.
20 Jahre Emissionsminderung durch Pionier-Wärmeverbund 2.9.04 Zur Deckung des Wärmebedarfs aller Kunden der Wärmeversorgung Binningen werden rund 16'560 MWh Energie eingesetzt. So werden Umweltenergienutzung werden jährlich rund 221'500 Liter Heizöl weniger verbrannt und der CO2-Ausstoss um 587 Tonnen reduziert. Insbesondere bei der Grundlastzentrale beschritt man Pionierwege: Die Heizzentrale besteht aus einer Kombination von Wärmepumpe mit Blockheizkraftwerk, sowie einer Wärmepumpe zur Nutzung von Kanalisationsabwärme des nahen Rümelinbach.
Mieter bleiben diskriminierte Strombezüger Mieter bleiben bei den grossen Strom-Verteilgenossenschaften ohne Beteiligungsrechte. Bei der Elektra Birseck (EBM) sind Mieter selbst nach der Preisgabe des Genossenschaftsprinzips im Jahre 2001 diskriminiert. Die kleinsten Stromer im Kanton zählen Mieter hingegen schon lange zu ihren Mitentscheidungsträgern. Liestal. Die Ungerechtigkeit gegenüber Mietern besteht Aktenkundig seit einem Vierteljahrhundert und Änderungen bleiben wohl in weiter Ferne. Damals war das so wegen der geltenden Rechtssprechung, heute mangels Interesse der Entscheidungsträger. Politik scheiterte am Recht: 1984 Jahren zwangen das Bundesgericht und das Verwaltungsgericht Basel-Landschaft die Einwohnerräte von Pratteln und Reinach ihre gefassten Beschlüsse „für Demokratie“ in den Stromverteilgenossenschaften zu widerrufen. Politisch hatten die Gemeinden Pratteln und Reinach trotz Widerständen der Elektrizitätswerke ihren Mieterinnen und Mieter Zugang zu Mitgestaltungsrechten dieser Genossenschaften erzwingen wollen. Vorgespurt hatten den Weg fünf Jahre zuvor Bürgerinitiativen mit kommunalen Volksinitiativen. Geschichtlicher Hintergrund für die Volksbegehren war, dass sich viele Strombezüger von der Pro-Atomstrom-Haltung der Stromgenossenschaften abgestossen fühlten, ohne im Gegensatz zu den so genannten Genossenschaftern (Grossbezüger, Hausbesitzer, Gemeinde, Industrie, Gewerbe) Stellung zur energiewirtschaftlichen Ausrichtung ihres Stromlieferanten abgeben zu können.
Mieterfrage nicht mehr aktuell
„Die Mieterfrage war eigentlich kein Thema mehr“, sagt der Verwaltungsratspräsident der Elektra Birseck (EBM), Rainer Schaub. Er beobachtet, „dass das Stromgeschäft nicht mehr so politisiert wie damals.“ Der Jurist Schaub bringt es auf den Nenner: „Die Stromversorgung ist heute ein Geschäft und wird nicht mehr als Politik wahrgenommen.“ Mit rund 45'000 Titular Genossenschaftern steht Schaub als Verwaltungspräsident der grössten solchen Körperschaft der Schweiz vor. Allerdings hatte der Titel vor vier Jahren noch einen völlig anderen Klang. Einer der bedeutendsten Genossenschaftskenner im deutschsprachigen Raum, der emeritierte Fribourger Professor Ernst Bernd Blümle urteilt: „Was wir hier sehen ist eine Katastrophe und die Aushöhlung des Prinzips Genossenschaft. Der Titel ist ein Feigenblatt.“ Nach Blümle ist die Diskriminierung der Mieterinnen und Mieter reine Willkür. Blümle: „Das Managemant sichert sich auf Kosten der Leistungsträger der Genossenschaft und deren Rechte eine unkontrollierte Macht.“ EBM-Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub verteidigt den Kurs: „Die Genossenschafter können den Jahresberichten der Geschäftsleitung ihren Segen erteilen, aber auch ablehnen.“
Blick in die Stromgeschichte nötig
Was macht die EBM-Politik so kontrovers? Wieso waren Mieter der Klasse der Unberührbaren zugeteilt? Nur ein Blick in die Historie erlaubt Aufklärung: Im Baselbiet wurde um die Jahrhundertwende die Stromverteilung für Aktiengesellschaften verboten, da „Strom zu kostbar ist für Gewinnmacherei.“ Die Industriellen, Gewerbler, Gemeinden und Hausbesitzer gründeten darum Selbsthilfeorganisationen, die Genossenschaft, welche die Stromverteilung übernahm. Nach dem Prinzip; einer für alle, alle für einen gaben die Beteiligten Geld und finanzierten das Stromfundament des Kantons, weil den Banken das Geschäft übrigens zu unsicher war. So sie überhaupt vorhanden waren; Mieter spielten wirtschaftlich und als Strombezüger dabei keine Rolle. Deshalb blieben Mieterinnen und Mieter als Genossenschafter ausgeschlossen. Heute dagegen beziehen die Haushalte teilweise über die Hälfte der Stromproduktion – als Mitgestalter bleiben sie trotzdem ausgeschlossen.
EBL und EBM mit geteilten Wegen
Bei der Elektra Baselland (EBL) in Liestal wird geltend gemacht, nur Verantwortungsträger können Genossenschafter sein. Hier entscheidet man tatsächlich traditionell über das Stromgeschäft, wie bei zahllosen kleineren, Dorfelektras, etwa in Sissach. Sissach kennt die Mieter-Beteiligung seit langem und fährt damit so gut wie ihre „grossen Schwestern.“ Dagegen hat sich die EBM im Rahmen der Marktöffnung vom strikten Genossenschaftsprinzip verabschiedet, wie Migros, Coop oder etwa Mobiliar-Versicherung. Bei der EBM geht dies soweit, dass selbst die operative Geschäftstätigkeit nur mehr im Jahresbericht einer übergeordneten Holding aufscheint. Diese Asymmetrie; einerseits Hausbesitzern, Industriellen, öffentlichen Körperschaften den Zugang zur Hauptversammlung der EBM zu erlauben, Mietern aber rein gar nicht, fällt heute auch Schaub auf. Er räumt ein: „Wir überlegen uns, wie wir weitere Kreise einbinden können.“ Vorerst aber geht’s weiter wie bis anhin: bei den EBM finden diesen Herbst Genossenschafts-Delegiertenwahlen statt, wie gehabt – der Rest bleibt draussen.
Gesunde Finanzen - Stromrabatte EBM zwischen Markt und Monopol18.6.03 Im Versorgungsgebiet der EBM (Elektra Birseck) ist der Strom aktuell so günstig wie nie. Im Vergleich zum Normaltarif werden rund 17 Millionen Franken aus der prall gefüllten Unternehmenskasse an die Verbraucher zurückverteilt. Münchenstein. EBM-Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub begründete am Mittwoch in Münchenstein die neuerliche, bis auf weiteres geltende Stromtarifsenkung in Form eines „Tarifrabatts“ mit der Untertreibung des Jahres: Die Preisabschläge seien durch die „geschickte Stromhandelsstrategie“ der Energieverteilerin erzielt worden, sagte er an der Jahresdelegiertenversammlung. Obwohl der Stromverkauf um knapp einen Dreiviertelprozent sank (-0,7 Prozent Stromverkauf auf neu 1435,2 Gigawattstunden = Millionen Kilowattstunden kWh üblicher Verrechnungseinheiten), erwirtschafteten die "Elektriker" ein Finanzergebnis von 24 bzw. sechs Millionen mehr als im vorvergangenen Jahr. Dies trotz als verschärft empfundenem Preisdrucks, der aus der politischen Elektrizitätsmarkt-Debatte herrührt. Dennoch gibt die Jahresrechnung Rekordzahlen wider: so im ausgewiesenen Gruppengewinn mit 18,2 Mio., also 2,2 Mio. mehr als in der Vorjahresperiode. Die EBM-Spitze, zeigt der darüber hinaus gehende Blick in die Rechnung, betrieb mehr als nur die Rückvergütung ausgewiesener Überschüsse: Die sogenannten Umlauf- (neu 173,2 statt 148,3 Mio.) und Anlagevermögen (neu 209,3 statt 182,4 Mio.) legten eindeutig zu. Aufgestockt hat Finanzen-Chef Fridolin Spaar das Eigenkapital auf 163,2 von 140,9 Mio und dabei zusätzlich Schulden getilgt. Derzeit wird zusätzlich eine 30 Millionen Anleihe abgelöst, wodurch die Eigenkapitalquote nochmals steigt. Kurz und gut: Die EBM produziert ihre Versorgungsleistung so günstig wie nie und erzielt dabei Überschüsse. Die werden zum Teil an die Kunden, zum Teil in die Reservebildung und vorzeitige Abschreibung investiert. Dabei hat die EBM stets den politisch diskutierten „Markt“, an dessen Werden man weiterhin glaubt, im Blick. Die EBM ist das einzige Unternehmen in der Schweiz das einem Marktgeschehen ausgesetzt ist. Jedenfalls einem elektroenergetischen Markt, der dieses Wort verdient und nicht nur der Tatsachenvernebelung interessierter Kreise. Dabei geht es um das historisch erworbene Versorgungsgebiet der EBM im Oberelsass. Hier geniesst die neue EU-Richtlinie Rechtskraft; sie verordnet ab 2004 Grossverteiler-Versorgungsfreiheit, und ab 2007 generelle Stromgewerbe - und -bezugsfreiheit, sowie einen Zwang zur Herkunftsdeklaration des verkauften Strommixes. Jedenfalls räumte Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub bereits indirekte Zielkonflikte ein. Sie rühren einerseits aus dem elsässischen Versorgungsgebiet. Die Stromer stehen aber auch unter dem Eindruck der sich lautstark artikulierenden einheimischen Wirtschaft, die Tarife anzupassen. Damit könnte, so Schaub, irgendwann das Gleichbehandlungsgebot der Genossenschaft gestört werden. Noch gilt: jeder zahlt den Preis für die verursachten Kosten. Die Preisgerechtigkeit könnte durch einseitige Massnahmen ad absurdum geführt, und damit die Genossenschaft zur Potemkischen Fassade werden. Erstmals präsentierte EBM-Direktor Hans Büttiker, der neu als CEO (Chief Executiv Officer) firmiert, den Konzernbericht der EBM als denjenigen der EBM Trirhena AG. Sie ist eine Holding-Struktur, die wiederum die althergebrachten Tätigkeiten kontrolliert; Stromproduktion und –handel, Weiterverteilung, Telekommunikations- sowie, grob gesagt, in Anlehnung an den aktuellen Werbeslogan, „Haus-Heizung-Klima-Technik-Unterhalt“-Dienste.
EBM-Turbo für „Effizienzmaschine“18.6.03 Mit rund 3000 Konsultationen ist die EBM-Energieberatung eine förmliche „Effizienzmaschine“ für Umweltschutz. Neu wird ihr Profil im Tempo "Turbo" geschärft. Münchenstein. „Wir wollen als innovativer Dienstleister wahrgenommen werden.“ Mit diesen Worten präsentierten Rudolf Bolzli und Daniel Laager am Mittwoch in Münchenstein erstmals ihr neues Beratungskonzept. Die EBM als Energiedienstleistungs-Unternehmen, so Bolzli, gewinne an Profil durch als glaubwürdige empfundene, „fachlich neutrale“ Energieberatung. Sie sehen ihre Tätigkeit als „Energie- und Umwelt-Advokaten des Kunden“ gegenüber Architekten, Bauunternehmen und anderen. Im vergangenen Jahr, noch nach altem Beratungskonzept, fanden rund 3000 Konsultationen statt, also etwa zehn pro Werktag durchschnittlich. Dabei förderten Bolzli und Laager erstaunliche Tatsachen zu Tage: „Der Bauherr ist in Realität die Bauherrin. Sie interessiert sich sehr intensiv dafür, wie sie zur Schonung der Umwelt beitragen und ihr Heim energetisch verbessern kann“, sagte Bolzli. Dies führt öfter zur als kurios empfundenen Situation, dass Bauherrinnen sich für innovative Energie- und Baukonzepte entschieden, von denen die angefragten Architekten weder wussten, geschweige denn etwas zu sagen hatten. Während also Bauherrschaften, sei es die engagierte Laien-Fachfrauen oder Grossunternehmen wie z.B. umweltbewusste Rückversicherer Wert auf ökologischen und Klima schonenden Hausbau legen, so die Beobachtung, hinkt die Baubranche selbst dem technischen Stand hinterher. Dabei erwarten alle Beteiligten hier besondere Herausforderungen, da es in Zukunft weniger um Neuerrichtung als immer mehr um fachlich weitaus anspruchsvollere Renovationen gehen wird. Den verstärkten Beratungsbedarf machen sich Bolzli und Laager als Energie- und Umwelt-Advokaten verstärkt zu nutze. Mit ihrem knappen Budget von etwa einer Million, und wenigen zehntausend Franken, die die Gemeinden zusteuern, wollen sie die Beratungsintensität erhöhen, praktisch den Turbo einlegen. Neu wurden die verfügbaren Prospekte und Fachinformationen überarbeitet sowie dem Stand der Dinge angepasst. Bolzli: „Wir sind die fachkundigen Berater – entscheiden müssen die Bauherrschaften aber immer noch selbst.“
Barocker Domplatz: Holzschnitzel-Wärme22. 5.03 Der Domplatz in Arlesheim erhält einen Nahwärmeverbund, der aus einem 790-KW Holzschnitzelkessel geheizt wird. Prognostizierter Wärmeverbrauch ca. 1,6 Mio kWh. Für 1,3 Mio. Franken wird die Anlage gebaut, die ihren Heizstoff Holzschnitzel aus dem nahegelegenen Wald beziehen (1600 Kubikmeter/Jahr) wird. Die Anlage ist eine der wenigen Biomasse-Anlagen, die im vorstädtisch geprägten Unterbaselbiet eingerichtet werden soll. Zusammengeführt werden ausserdem vorbestehende Klein-Heizungsnetze kantonaler Instanzen, der Gemeinde sowie der Römisch Katholischen Kirche. Die Ensemble rund um den Dom sind geschützt und der Dom selbst gilt als eines der herausragendsten sakralen Werke des Barocks. EBM kauft Haustechnik-Gewerbe14.5. Die EBM kauft für einen nicht genannten Betrieb den alteingesessenen Arlesheimer Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsinstallationsbetrieb Herrli AG. Absicht der EBM ist, ihr Standbein Haustechnik zu verstärken. Die Elektra Birseck goes to Hollywood5.5.03 Kino-Highlights nach Wunsch und Bezahlfernsehen für Wunschkanäle durch digitales TV – die Münchensteiner Kabelnetzfirma EBM Telecom arbeitet daran. Dagegen offeriert die Oberbaselbieter EBL Com demnächst Telefonanschlüsse. Liestal/Münchenstein. Die EBM (Elektra Birseck) verstärkt das Engagement ihrer TV- und Daten-Kabelnetztochter EBM Telecom AG um neue, digitale Fernsehangebote. Entsprechende Verhandlungen mit Programmanbietern stünden kurz vor ihrem Abschluss, bestätigt EBM-Direktor Hans Büttiker. Die erfolgreiche Einführung grossflächig digital vermittelter Fernsehprogramme in europäischen Ländern scheiterte bisher an ihren Kosten. Der technische Fortschritt sowie die Verflechtung mit Internettechnologie macht neu erschwingliche „Grasswurzel"-Revolutionen möglich. Die Gelegenheit, in der die Telecom-Tochter der Stromverteilerin EBM ihre Chancen erblickt: So sind neu Vorzugsprogramme wie Spielfilmkanäle, Wirtschaftssender und Kanäle für die ausländischen Gemeinden verbreitbar. Denkbar sind „Pay-per-View-„ (Bezahlfernsehen pro Sendung) und „video-per-demand" (Film nach Wunsch)– der Abschied vom alten „Dampfröhren-Fernsehen" steht vor der Tür. Theoretisch sind im Vollausbau 300 digital vermittelte „Fernsehkanäle" bzw. Sender denkbar im Gegensatz zu den heute etwa 55 TV- und 47-Radiokanälen. Auch gegenüber privatem Satellitenempfang bietet digitales Fernsehen grosse Möglichkeiten. Zunächst werden die ersten Digitalprogramme nur dem Publikum der durch die EBM Telecom AG bedienten Gemeinden zur Auswahl stehen. Darüber hinaus wird erstmals die überragende Stellung der Balcab (eine Cablecom-Tochter) in Basel als „full-service" Anbieterin konkurrenziert. Das Eindringen der Stromverteiler in die kabelgebundene Kommunikationstechnik lässt sich vor dem Hintergrund aufbrechender nationaler Telekomm-Märkte sowie, zweitens dem Internet-Boom erklären, der just vor zehn Jahren am 30. April 1993 begann. Erst die dadurch freigewordenen Kräfte halfen eine Fernmeldetechnik zu entwickeln, die vergleichbar erschwinglich ist und Möglichkeiten offeriert, die vor zehn Jahren wenigen vorbehalten waren. So kannte die Elektrizitätsbranche schon vor der Telefon-Deregulierung ein eigenes Telefonnetz, das aber nur für technische Zwecke und in Krisenlagen benutzt werden durfte. Nach der Deregulierung zählte die EBM zu den Mitgründerinnen der Diax (Telefon), die naheliegenderweise ins Leben gerufen wurde. Das wirtschaftliche Scheitern der Diax zeigte, dass mit harten Bandagen gekämpft. Hans Büttiker zog daraus den Schluss, bei künftigen Engagements der Solidität vor optimistischen Prognosen den Vorzug zu geben. Folglich schien die EBM in den letzten Jahren eher defensiv zu handeln, zusätzlich entnervt durch eine bis heute schwer nachvollziehbare Kooperationsabsage der im Unterbaselbiet dominierenden GGA Reinach und Umgebung. Dagegen hatte die EBL (Elektra Baselland) bwz. die EBLCom die Anmutung einer flotten Anbieterin im alten Kantonsteil gewonnen. Deren Signale werden von acht Gemeinden mit über 11'000 Kunden genutzt (die EBM hat vergleichbar viele). Im Gegensatz zur EBM strebt die EBL nicht die wirtschaftliche Übernahme von Kabelnetzen an, die häufig im Besitz der Gemeinden sind, sondern finanzielle Beteiligungen. Der letzte Knaller dieser Erfolgsserie war, dass EBL-Chef Urs Steiner und EBLCom-Mitarbeiter Thomas Weber für Herbst die Telefonie versprachen. Indem die EBM ins digitale Fernsehzeitalter schreitet, Telefonie steht nicht im Vordergrund, wird ein Unterschied zwischen den Anbietern deutlich: die EBM akzentuiert Inhalte. Die EBL wuchert mit Anschlussstärke und der Anzahl Steckdosen, da die Programm-Oberherrschaft beim Eigentümer liegt. Wer aufmerksam die EBM beobachtet, registriert ferner deren Bemühungen, den Quartier-Sender „Nordwest 5" am Leben zu erhalten. In ähnliche Richtung zielen erste Schritte beim Internet-Programmangebot und Hosting. Annäherung hin zu einem „vertikal" integrierten „Network" à la americaine, auf Baselbieter Verhältnisse zugeschnitten? Es darf spekuliert werden. Büttiker lacht: „Um in den Handel mit Filmrechten in Hollywood einzusteigen, sind wir zu klein. Aber als Kunde für deren Programmanbieter sind wir doch interessant." Baselbiet hat eigenes Glasfaser-Kabelnetz Liestal. Mit dem Anschluss des Kantonspolizei-Postens in Laufen in den vergangenen Tagen wurde das neue, 4,6 Millionen Franken teure Computernetz des Kantons vollendet, teilen EBLCom und EBM Telecom mit. Über 100 Kilometer Glasfaser verbinden alle wichtigen Kantonsbehörden und deren Aussenstellen und Polizeiposten, wie gesagt. Damit können Datenmengen im Gigabit-Bereich mühelos dezentral bearbeitet und bewegt werden. Der Landrat hatte das Vorhaben im September 2001 bewilligt. Die Ausführung gewannen die Baselbieter Kabelnetz-Ableger der regionalen Stromverteilerinnen EBL und EBM. Angespornt vom kantonalen Initialprogramm, haben diese Netzwerkgesellschaften in zwei Jahren ein kantonsweites Netz auf die Beine gestellt, das über das kantonale Netzwerk hinaus höchsten Ansprüchen von KMU und Privaten zu verhältnismässig bescheidenen Preisen genügt und dem Kanton eines der modernsten regionalen, feinverästelteten Datentransport-Plattformen zur Verfügung stellt. Kombiniert mit den lokalen Fernsehkabelnetzen ist das Baselbiet mit dem weltweiten „Datenhighway" so eng verflochten wie kaum eine zweite Region. Der wirtschaftliche Nutzen ist derzeit noch kaum abschätzbar und erst marginal genutzt – möglich wird u.a. digitales Breitenfernsehen. Efforte AG gegründet 19.12.02 Die EBM Energie AG, Münchenstein (EBM), die Elektra Baselland, Liestal (EBL), sowie die onyx Energie Mittelland AG, Langenthal (onyx) haben beschlossen, eine gemeinsame Energiehandelsfirma, die Efforte AG, zu gründen. Zur Zeit laufen noch Verhandlungen mit weiteren Elektrizitätswerken, die sich für die Partnerschaft interessieren. Spätestens bis Mitte 2003 soll die Efforte AG am Markt operativ tätig werden. Das Aktienkapital wird von den Partnern zu gleichen Anteilen gehalten. Das neue Unterwerk ist am 30.8. eingeweiht worden in Anwesenheit von Regierungsrat Adrian Ballmer, alt EBM Vizedirektor. Das Werk war zur Verstärkung des Netzes nötig geworden. Es ist eines von neun vergleichbaren Stationen im Netz der EBM, woran 200'000 Einwohner angeschlossen sind. 15 Millionen investierte die Elektra für das neue Unterwerk, mit dem das Gebiet Allschwil und Elsass neu versorgt werden. |
EBM-Genossen suchen Anschluss an Strommarkt
Die EBM verzichtet im Abstimmungskampf für das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) auf politische Zurückhaltung. Die Delegierten bewilligten dikussionslos den letzten Geschäftsbericht der neu zur Holding umgebauten Stromverteilerin.
Münchenstein. 12.06.02. EBM-Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub warb vor den 230 Delegierten dafür, dem Elektrizitätsmarktgesetzes (EMG) zuzustimmen, über das am 22. September abgestimmt wird. „Kein Paradies der Preise“, aber die freie Lieferantenwahl, gesicherten „Service public“ und ökologischer Bestandsschutz werde geboten durch die Gesetzesvorlage und deren Ausführungsverordnung. Sie empfahl Rainer Schaub als „mehrheitsfähigen Kompromiss“ wahr- und anzunehmen. Er plädierte dafür, „politische Vernunf“ walten zu lassen.
Niemand kann gegen den Strommarkt schwimmen Schaub versprach, die sonst übliche Zurückhaltung der EBM in Politikfragen abzulegen und aktiv ins Abstimmungsgeschehen einzugreifen. Er bekräfigte seine schon früher geäusserte Ansicht: „Wir entscheiden im Kern darüber, welche Liberalisierung des Strommarktes wir wollen“ – die pro-Weichen seien bereits gestellt. Eine Fortsetzung des status-quo sei undenkbar, dies vor dem Hintergrund des seit 1999 geöffneten europäischen Strommarktes und den in der Schweiz gegenüber Grosskunden vorauseilend gewährten Rabatten. Im künftigen Inlandsmarkt sieht sich die EBM als „professionelle Elektrizitätsverteilerin.“ Mit dem Motto „Strom ist hell, praktisch, Fortschritt“ vermittelt sie sich derzeit wie noch nie in in ihrer 100-jährigen Geschichte der Öffentlichkeit. Dahinter verbirgt sich statt der Genossenschaft alten Zuschnitts eine komplett umgebaute Stromverteilerin. So kontrolliert Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub seit Januar im wesentlichen der EBM Trirhena AG als Holding-Konstruktion über Unternehmenseinheiten für Energie, Netz, Telematik, Technik.
Neues Ringen um Gigawattstunden-Marktanteile Rainer Schaub zeigte sich insgesamt zufrieden und beeindruckt über die „gelungene Neustrukturierung“ der EBM, dies in seiner, die Delegiertenversammlung einleitenden Präsidialadresse. Das letzte Geschäftsjahr der alten EBM schloss dabei mit einem Umsatz von 243,8 (Vorjahr: 223,9) Millionen Franken, aus einem - im wesentlichen - Elektrizitätsverkauf von 1,445 Gigawattstunden (=Milliarden Kilowattstunden, GWh) sowie aus Wärme- und übrigen Dienstleistungsgeschäften. Vergleicht man die Leistungen der drei wesentlichen Elektrizitätsverteilerinnen in der Nordwestschweiz, ergibt sich folgendes Stromabsatz/verkauf Verhältnisbild, EBM: 1388 GWh zu 191,5 Mio. Franken, Industrielle Werke Basel (IWB): 1490 GWh zu 177 Mio. Franken und die Oberbaselbieter Elektra Baselland (EBL) 590 GWh zu 82,4 Mio. Franken. Der nächst grössere badische Stromverteiler (Energiedienst, Rheinfelden) setzte übrigens ein Drittel mehr Strom als alle drei zusammen ab und die benachbarte Energie Baden-Württemberg (EnBW) soviel wie die ganze Schweiz.
Verwaltungsrat als Unternehmensführungsparlament Dennoch, trotz der enormen Grössenunterschiede der Akteure auf dem neuen Strommarkt, zeigte sich Rainer Schaub gewiss, als EBM im entmonopolisierten Elektroenergiegeschäft Bestand zu haben. Mit dieser Versicherung des Verwaltungsratspräsidenten bewilligte die Delegiertenversammlung den Jahresbericht praktisch diskussionslos und nahm die Geschäftsanalysen und politische Wertungen ohne weiteren Wortabtausch zur Kenntnis. Erwartungsmäss zustimmend verhielt sich die Delegiertenversammlung bei der Wahl zwei neuer Verwaltungsratsmitglieder, dem Wirtschaftskammer Baselland-Funktionär Thomas de Courten (Rünenberg) und dem Unternehmensführer Urs Grütter (Arlesheim), der den ausscheidenden Max Grieder (Therwil) ersetzt. Somit steigt die Zahl der EBM-Verwaltungsräte auf neu 24 Personen und wirkt eher wie ein Parlament denn als strategisches Führungsorgan. Die EBL im Vergleich zur EBM halbierte ihren Verwaltungsrat von 18 auf 9 Mitglieder. Unbeeindruckt von der Grösse seines Verwaltungsrates zeigte sich Rainer Schaub: „Seine breit gefächerte Zusammensetzung ist Garant für eine umfassende und vertiefte Diskussion und sorgfältige Entscheidfindung.“ Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere als private Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1
EBM feiert die WKK-Kilowattstunden
Wie funktioniert Wärmekraftkopplung?
23.05.02 Oberwil. Nach zwanzig Jahren Wärmegeschäft dies: Die EBM, eigentlich ein klassisches Elektrizitätswerk, wird in Kürze die Schallgrenze von 100'000'000 Kilowattstunden jährlichen Wärmebedarfs ihrer Kunden durchbrechen. An einer Feststunde in Oberwil erinnerte EBM Energie AG-Geschäftsführer Thomas Wälchli an die Ursprünge: „Wir sind heute ein wettbewerbsfähiger all-round Energieversorger.“ Von wenigen 700 Kilowatt der ersten Wärmekraftkopplungsanlage (WKK), mit denen die EBM an den Start ging (hier mehr) entwickelte sich die Anlagengrösse des gesamten Energiezentralen-Bestandes auf nunmehr 57'000 Kilowatt (=57 Megawatt), die für den erforderlichen Energiekonsum bereitstehen. 4730 Wohneinheiten, 69 Gewerbegebäude, 46 Schulhäuser und 9 Alters- und Pflegeheime sind es insgesamt. Jährlich werden so etwa 7000 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid verhindert – abgesehen vom Minder-Brennstoffverbrauch, der teilweise bis um den Faktor 4 reduziert wurde. „Ohne die energie- und umweltpolitischen Diskussionen der Baselbieter wären wir nicht da, wo wir heute stehen“, räumt Thomas Wälchli gegenüber der BaZ ein. Tatsächlich profilierte sich die EBM früh mit neuer Energietechnik. Sie galt in den 80er Jahren deshalb bei den Kollegen gar als abweichlerisches Konglomerat, das sich quasi vom gemeinsam eingeschlagenen "Atompfad" verabschiedet hatte. Andererseits, sagt Wälchli, steht heute eine weitere Bewährungsprobe bevor: das Baselbiet ist gebaut. Eine Verbesserung in der Energieffizienz und beim Umweltschutz ist nur zu erreichen, wenn Sanierungs-Bauherrinnen und –herren auch Gebrauch vom Effizienz-Angebot machen. Aber gerade auf diesem Gebiet sind enorme Gewohnheitsbarrieren zu durchbrechen, klagt Wälchli, wenn eine Verbesserung des Energiestandards herbeigeführt werden soll. Ermutigen Sie geistiges Urhebertum - verwerten Sie diesen Artikel für andere als private Zwecke alleine nach Rücksprache. Information bringt weiter: Was ist Ihnen die Internetausgabe dieses Artikels wert? Sie helfen mit zukünftige Arbeiten zu sichern, wenn Sie diesen Betrag überweisen auf: Pressebüro, Niederdorf, Postcheckkonto 40-27399-1
Elektrizitätsmarkt bewegt Elektra Birseck
Die Elektra Birseck (EBM) kämpft für das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG), das im Herbst Abstimmungssache ist. So oder so: das EMG bewegt die EBM wie nie: Nach 100-jährigem Bestehen formierte sie sich neu zur Strom-„Holding“ unter, wie gewohnt, non-profit „Genossenschaftsdach“.
Münchenstein. Die Elektra Birseck (EBM) sieht den Abstimmungskampf für das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) als eröffnet, wurde gestern am Hauptsitz mitgeteilt, Abstimmungstermin ist der 22. September. Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub stellte für den Urnengang bereits eine „angemessene Beteiligung“ in „Wort und Schrift“ in Aussicht. Er warnte, im Falle einer Ablehnung drohe ein haltloser Zustand. Unter dem Druck der Marktmacht einiger Gross-Konkurrenten würden gerade mittlere und kleine Elektrizitätswerke stark benachteiligt. „Wir empfehlen im eigenen Interesse der Kundinnen und Kunden, dem Gesetz zuzustimmen“, plädierte der langjährige Verwaltungsratspräsident.
Das gab es noch nie in der 104-jährigen Geschichte der genossenschaftlich organisierte Stromverteilerin: Sie wurde im letzten Jahr völlig umgekrempelt zur „Holding“. Wie Hans Büttiker, der neu als Chief Executiv Officer (CEO) der Gruppe firmiert, mitteilte, sei die Umstellung vom traditionellen Elektrizitätswerk zur Produkt-bezogenen Unternehmensgruppe per Anfang Jahr erfolgreich vollzogen worden. Für Erfolgsberichte sei es zu früh, aber die neue Organisation sei leistungsbereit.
Neu ist, dass die Genossenschaft mit ihren ca. 45'000 Mitgliedern noch über den Geschäftsbericht der EBM Trirhena AG befindet, die die eigentlichen Geschäfte führt. Diese Holding wiederum führt die Einzelbetriebe EBM Energie AG, EBM Netz AG, EBM Technik AG sowie EBM Telematik AG. Dennoch betonte Hans Büttiker: „Wir sehen uns dem genossenschaftlichem Gedankengut verpflichtet.“ Hintergrund für die Neuorganisation des Unternehmens sind nicht nur Wettbewerbsstrategien, sondern auch die Vorschrift des neuen Elektrizitätsmarktgesetzes, Strom und dessen Verteilung zu entflechten. Erst so kann „diskriminierungsfreier“ Stromtransport sichergestellt werden, es ist das sogenannte „unbundling“ (ungebündelt im Sinne von: kein Monopol von Erzeugung und Verteilung).
Im vergangenen Jahr wurden 1,2 Prozent mehr Elektrizität vom Netz gezogen als im Vergleich zum Vorjahr, berichtete EBM Energie-Geschäftsführer Thomas Wälchli, der den Geschäftsvericht gestern vorstellte. Das Unterbaselbiet und die Stadt Basel, ihre Bewohner und Industrie, konsumieren heute annähernd gleich viel: EBM 1'445 Millionen Kilowattstunden, die Stadt: 1'592 (+3,3 Prozent Zunahme) Millionen. Aber bei der EBM wurde deutlich weniger verbraucht als die landesweite Verbrauchszunahme von 2,6 Prozent anzeigt. Es war für die EBM sogar weniger als der durchschnittliche Mehrverbrauch der letzten zehn Jahre. Insbesondere bei den Industrie- und Gewerbekunden registrierte Wälchli eine Abnahme um 0,7 Prozent. In den elf elsässischen Gemeinden der EBM boomte es allerdings: 3,6 Prozent Mehrverbrauch.
Der Strompreis im Unterbaselbiet bleibt vorläufig wie er ist. Insbesondere der 5-prozentige Stromrabatt der letzten Jahre bleibt unangetastet, so dass die EBM weiterhin zu den günstigsten Schweizer Verteilwerken zu zählen ist. Dies stellte Finanzen-Chef Fridolin Spaar in Aussicht. Denn es gelang der EBM, ihren Erlös aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 2,9 Prozent zu steigern. Insgesamt bringt das Unternehmen heute einen Umsatz von 243,8 Millionen Franken auf die Waage – womit sie zu den grössten Unternehmen im Kanton gehört. Die Spar- und Effizienzmassnahmen der letzten Jahre erlaubten weitere Rückstellungen vorzunehmen. Die finanzielle Verfassung der EBM präsentiert sich derzeit so, dass sie als annähernd schuldenfreies Unternehmen in den „offenen Markt“ einsteigen kann.
Dennoch ist nichts zu spüren von einer Investitionszurückhaltung in Netze und Netzanlagen, einer vielgehörten Befürchtung von Elektrizitätsmarktgegnerinnen und –gegner. Im Gegenteil, wie Netze-Chef Markus Gamma ausführte, wird die EBM bis Ende Jahr rund 15 Millionen Franken in ein neues Unterwerk in Allschwil investiert haben, um den ungedrosselten Elektroenergie-Hunger in den nächsten 40 Jahren befriedigen zu können. Unterwerke transformieren den Strom aus dem Regionalverteilnetz in das „handliche“ Format für den Konsum. Die EBM-Spitze zeigte sich zuversichtlich, auch im freien Markt im Unterbaselbiet die Nummer 1 als Stromanbieterin zu bleiben. |
1.10.01 EBM privatisiert StromgeschäftMünchenstein. Ab nächstem Jahr wird die Elektra Birseck (EBM) als grösste Schweizer Elektrizitätsversorgungs-Genossenschaft ihre Geschäfte neu als aktienrechtliche Holding "EBM Trirhena AG" mit Tochterunternehmen für Energie, Netz und Technik führen. Direktor bleibt Hans Büttiker. Für die Haushaltskunden bleibt mehr oder weniger alles beim alten, abgesehen von der "Optik". Diese Änderung bricht mit der Genossenschaftstradition, die ihren Mitgliedern Mitsprache bis zum Endpreis garantierte. Vorbehalten bleibt der Genossenschafts-Delegiertenversammlung lediglich die Kontrolle über den Holding-Geschäftsbericht. Wie bisher können Liegenschaftsbesitzer und Grosskunden im Unterbaselbiet Genossenschafter werden. Zusätzlich dürfen auch Neukunden eine Teilnahme beantragen. Im Juni hatte die Delegiertenversammlung dem Holding-Firmenkleid zugestimmt. Die EBM-Direktion begründete ihr Vorgehen mit Anpassungen an das erwartete Elektrizitätsmarktgesetz. Wie bisher genossenschaftlich organisiert, ist die Oberbaselbieter Elektra Baselland (EBL), die eine Fusion mit der EBM letztes Jahr abgelehnt hatte. Unberührt sind davon auch die Elektragenossenschaften in Sissach, Reigoldswil, Itingen, Augst, Maisprach. |
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Elektra Birseck - heute und morgen | ||
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Die Elektra Birseck (EBM) als grösste Schweizer Stromgenossenschaft firmiert neu als Holding-Gesellschaft, entschied die Delegiertenversammlung am Mittwoch. Damit geht die Tradition der direktgenossenschaftlich gesteuerten Unternehmung nach 103 Jahren zu Ende. Kritiker blieben chancenlos. Münchenstein. Das neue Holding-Konstrukt führt ab September die Geschäfte als Aktiengesellschaft. Als Holding-Eigentümerin verbleibt die Genossenschaft, die genossenschaftliche Idee und Tradition pflegt. Diese Art "Holding-Eigentümerin in Genossenschaftsform" (wie z. B. Migros oder Coop) entscheidet weiterhin über einen Teil der zur Wahl berechtigten Delegierten und befindet über den Konzernbericht der Holding-Direktion bzw. des Verwaltungsrates. Insgesamt verzichteten die Delegierten der aktuell rund 45 000 wahlberechtigten Genossenschaftler auf die letzten ihnen verbliebenen Geschäftsgestaltungs-Kompetenzen zugunsten von Verwaltungsrat und Direktion, teilweise unter dem Druck der neuen Strommarkt-Ordnung. Die EBM war die grösste direktgenossenschaftlich gesteuerte Stromunternehmung der Schweiz, nun fand die als nötig empfundene Angleichung an den "Markt" statt. Dem "historischen Entscheid", so der Verwaltungsrat, gingen einige lebhafte Wortwechsel voraus. Während Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub die Umwandlung der EBM als überlebensnotwendige Restrukturierung verteidigte, stellten die wenigen ablehnenden Delegierten Sinn, Zweck und Wesen der genossenschaftlichen Direktbeteiligung in den Vordergrund. Auch bezüglich der Zukunft des Verteilnetzes in der Hand einer Aktiengesellschaft wurde gewarnt, da die EBM-Holding neu darüber frei entscheiden kann, wenn auch unter neuer gesetzlicher Kontrolle. Auch um die Möglichkeit des Genossenschaftsreferendums als "Notbremse" brachte sich die Delegiertenversammlung. Als einzigen Anstoss aus der Delegiertenversammlung akzeptierte Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub, die Rechte der Delegierten zu prüfen durch eine Veto-Option. Dieses Veto käme zum Zuge, wenn die Aktienmehrheit einer Holding-Unternehmung (z. B. Netze AG, Energie AG, Technik AG etc.) zum Verkauf stünde. Abgesehen von den institutionellen Argumenten, beschwor Schaub den Genossenschaftsgeist, der künftig nur mehr mittelbar im Strommarkt wirken könne statt wie bisher direkt. Direktor Hans Büttiker verteidigte die Statutenrevision, indem er dies als einzige Möglichkeit darstellte, die Idee der Stromgenossenschaft generell überlebensfähig zu halten. Heftig reagierte Büttiker darauf, die EBM als Stromkooperative unmittelbar zur Aktiengesellschaft umzuwandeln. Damit würde das Unternehmen zum Spielball von Aktionärsgruppen. Mit der "Genossenschafts-Holding-Konstruktion", strich Büttiker hervor, seien bösartige Übernahmeversuche verunmöglicht. Wenig Verständnis brachten Schaub und Büttiker für den Antrag auf, den Verwaltungsrat zu verkleinern (heute 23 amtierende). Eine Forderung lautete, man möge neu "Kompetenzen" statt "Repräsentanten" wählen. Dagegen wurde eingewandt, dies Gremium repräsentiere die diversen Anspruchsgruppen und sei wichtig als "Gesprächspartner" der Direktion. Insgesamt herrschte in der Delegiertenversammlung ein grosses Vertrauen in die Geschäftsleitung vor. Dazu hatte Rainer Schaub in seiner Eintretensrede aufgerufen. Er forderte, "Mut zu zeigen" und den vorgeschlagenen Schritt in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu tun. Damit gewann er letztlich auch gegen den letzten, entscheidenden, mit Herzblut vorgetragenen Beitrag eines jahrzehntelang amtierenden Delegierten. Dieser wollte ein Jahr abwarten, um das vorgeschlagene Firmenrechtskleid praktisch auf Authentizität zu überprüfen und nicht den Trend zur "Thatcherisierung" mitzumachen. Vor der Schlussabstimmung unterlag der Antrag grossmehrheitlich. Praktisch ist nun das Referendum (zum letzten Mal) gegen die historische Umwandlung der EBM zur Holding-Genossenschafts-Konstruktion möglich. Dazu müssten minimal 4500 Genossenschaftlerunterschriften gesammelt werden. Doch ein Referendum zeichnet sich nicht ab, erfuhr "Strom-Report". © Gusewski vom 15.6.2001 |
Erste Gerüchte machten die Runde im März: Neue "Birseck Strom AG" als Genossenschaft? Die Elektra Birseck Münchenstein (EBM) diskutiert tief greifende Restrukturierungen hin zu einer "Birseck Strom AG" bei gleichzeitiger Tabuisierung der Genossenschaftsidee. Als Beispiele werden Migros und Mobiliar genannt. Die Delegierten der 45 000 Genossenschafter entscheiden eventuell schon im Juni, wie auf den Markt reagiert wird. Konflikte um Tradition und Transformation sind programmiert. Münchenstein. "Nicht den Letzten, den Zweiten beissen die Hunde", sagt Elektra-Birseck-Direktor Hans Büttiker im Gespräch mit der Basler Zeitung. Als gegenwärtig achtgrösste Schweizer Stromverteilerin sieht sich die EBM unter Anpassungsstress. Bereits erzeugte die Marktidee Strom-Mammute wie Swiss Citypower (Stadtwerke) und Axpo (NOK), die den Mittelgrossen die Kunden abwerben. Eine neue Studie der UBS Warburg erhärtet den Trend. Die EBM kontert offensichtlich mit aussergewöhnlichen Restrukturierungsplänen. Gemäss unseren Informationen könnte bereits die Delegiertenversammlung am 13. Juni über einen Firmenumbau entscheiden. Damit würde, aus der Sicht der Geschäftsleitung, das "Anschlussspiel" an die Nationalliga A vorbereitet, heisst es. Die Kernidee sei diese: die Genossenschaft als Holding-Mutter fortzuführen. Die konkrete Tätigkeit solle Tochterunternehmen als Aktiengesellschaften überlassen bleiben. Der Genossenschaft bliebe es weiterhin vorbehalten, die allgemeine Geschäftspolitik festzulegen. Die E-Markttöchter würden aber in diesem Rahmen ad hoc handlungsfähig. Hans Büttiker bestätigt dies: "Die Idee der Genossenschaft bleibt sakrosankt. Wir bleiben non-profit-orientiert." Vergleichbar wären solche EBM-Strukturen mit Migros, Coop, der Rentenanstalt oder der Mobiliar. Seit der gescheiterten Quasi-Fusion der EBM mit der Oberbaselbieter Elektra Baselland Liestal (EBL) liegen Umbaupläne vor. Man hätte sich, so die Idee damals, unter Holding-"Dächern" zusammengefunden. Aber die EBL wollte dann doch nicht. Nun führt die EBM diesen Prozess für sich alleine durch. Verselbstständigt werden möglicherweise: Verteilung (Klein- und Grosskunden), Contracting und Service (Totalenergie-Dienstleistung), Telekommunikation, Netz- und Installationsbetrieb. Der springende Punkt ist, dass jede dieser Geschäftseinheiten nach Bedarf "horizontal" oder "vertikal" fusionieren oder kooperieren könnte. Hans Büttiker räumt ein: "Wir haben die Wahl zwischen falsch verstandener Folklore und einer funktionstüchtigen Unternehmensgruppe." Damit spielt er auf die Form der EBM als offener Genossenschaft (mit 222 Mio. Umsatz) an, deren 45 000 Teilnehmer durch 300 gewählte Delegierte vertreten werden. Diese bewilligen einmal jährlich die Geschäftspolitik. Büttiker: "Sollen wir so tun, als wären wir eine 'Cheesi'?" Somit sehen sich einige, im Herbst neu gewählte Elektra-Delegierte mit Fragen von grosser Tragweite konfrontiert: Wie erhält sich die Unterbaselbieter Stromverteilerin ihre Gestaltungsfreiheit im Markt? Ist man Blitz oder Blitzableiter? Überlässt man den Freiraum Entscheidern in Zürich, Essen, Paris oder Houston, aber wie erhält man den Ansprechpartner in Münchenstein? Was tun wir für den Kanton - und umgekehrt; was sichert uns die Kundengunst? An anderer Stelle sagte EBM-Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub, dieser Wirtschaftszweig werde demnächst nicht wiederzuerkennen sein. Gegenüber den 400 Mitarbeitenden der EBM, die einem der grösseren BL-Unternehmen angehören, probiert die Geschäftsleitung eine Art "sichere Unsicherheit" mitzuteilen, um die Unternehmensstärke zu erhalten. Schon jetzt entscheidet nämlich das Image über die Beurteilung der Firma mit, bei Kunden wie Fachkräften. So sehen sich Hans Büttiker und sein Team in einer doppelten Klemme der inneren und äusseren Glaubwürdigkeit, wobei mit dieser Restrukturierung die EBM zusätzlich neu zu definieren wäre. © Gusewski vom 28.3.2001
Die Phase von der Elektra zur Elektr@ Vor 100 Jahren unterband der Kanton Basel-Landschaft rein privatwirtschaftliche Elektrizitätsverwertung, da zu "wichtig für Gewinn-Interessen". Als Folge entstanden die Genossenschaften Birseck und Baselland (neben solchen in Gemeinden) als gemischte Unternehmensform. In der Schweiz gibt es einige weitere, aber kleinere. Teilnehmer können Grundeigentümer, Industrie, Gewerbe, Gemeinden sein. Ähnlich ist übrigens ein Grossteil der ländlichen US-Versorgung aufgebaut, dort heissen sie "co ops" (von Kooperationen). Nach Aufbauphase und "Atompolitik-Schock" äusserte sich die EBM 1979 als Erste zu "rationeller und sparsamer" Energieverwertung. Sie förderte Ultraeffizienz-Massnahmen (Wärmekraftkopplung) in den achtziger Jahren. In den 90ern definierte sie sich als "Energiedienstleisterin". Sie schuf imageträchtig und erstmals "Solarstrom-Clearing". Seit den 90ern ist die Marktteilnahme beherrschende Frage. Neu wird zusätzlich in die Telekommunikation investiert (GGA-Netz Münchenstein). Mit 1200 Gigawattstunden an Endkunden repräsentiert die EBM die achtgrösste Verteilerin (die theoretisch Grössten, die Swiss Citypower-Stadtwerke, verteilen 8500 Gigawattstunden/Jahr). Die Energie Baden-Württemberg im Badischen (als viertgrösste deutsche) hat etwa den Stromumsatz der ganzen Schweiz. Der französische Nachbar, Electricité de France (EdF), ist wiederum achtmal grösser als EnBW AG. Nach Börsenkapitalisierung ist die staatliche EdF vierter Euro-Multi; erster ist die gemischtwirtschaftliche Veba-Viag (Ziel: kartellrechtliche Reduktion auf 50 Milliarden Euro) mit "Eon", an (und mit) der sich sich die Nordostschweizerischen Kantonswerke (NOK) orientieren. Offen ist, ob die EBM als zweitgrösste Aktionärin der Aare-Tessin AG (Schweizer Nummer eins und indirekt in der Sphäre der EdF und EnBW), mittelfristig in eine sich abzeichnende "West"-Euro-Allianz geht oder ob sie die Frage der puren "schweizerischen Lösung" höher bewertet. © Gusewski vom 28.3.2001 | |
Der Vorschlag:Elektra Birseck: Holding statt Genossenschaft?Die Genossenschaft Elektra Birseck Münchenstein (EBM) soll in eine Holding umgewandelt werden. Damit könnten flexibel und ohne grosse Prozeduren Partnerschaften eingegangen werden - eine Erfordernis des liberalisierten Strommarktes, findet die EBM-Verwaltung. Münchenstein. Als Genossenschaft steht die Elektra Birseck vor ihrer bedeutendsten Organisationsreform seit der Gründung 1897. So präsentierte Verwaltungsratspräsident Rainer Schaub gestern die neueste Statutenreform. Diese wird der kommenden Delegiertenversammlung vorgelegt. Kernpunkt: im Organisationskleid und mit der Leitidee der Genossenschaftlichkeit im antizipierten Strommarkt mithalten, aber als Holding-Struktur - mit der Holding-Genossenschaft zuoberst und selbstständigen Tochterunternehmen an der Basis. Diese werden zunächst am EMG orientiert (Trennung Netz von Vertrieb) und später am Marktgeschehen. Unter dem Strich werden neue Stellen geschaffen. "Situativ handeln können" war das Schlagwort. "Bereit sein, wenn wir am Markt von einem Tag auf den anderen gefordert sind", umschrieb Rainer Schaub die Organisations-Restrukturierung. Direktor Hans Büttiker unterstrich: "Wir sehen uns als eigenständige Kraft." Er wolle als mittelgrosser Stromverteiler die Unabhängigkeit bewahren. Aber dazu sei eben die "spontane Allianzfähigkeit" nötig. "Spontan" heisst, Prozedere abkürzen, die sonst verfahrenstechnisch bis zu einem Jahr dauern! Die Restrukturierung ist eine Kommunikations-"Challenge": Da ist die Idee der Genossenschaft und ihre Tragfähigkeit in Zukunft, das ist die eine Seite der Diskussion. Der andere Aspekt ist das konkrete Stromgeschäft, wie es unter Marktverhältnissen geprägt wird. Der Spagat liegt nun darin, den Interessen gerecht zu werden von Public, Service und, neu, der an die Anschlüsse drängenden Shareholder-orientierten Unternehmen. Jedenfalls stimmt die EBM dem Elektrizitätsmarktgesetz zu (am 2. Dezember wird darüber abgestimmt), da es die nötigen Spielregeln enthalte. Als die eine grosse Stromkraft der Region liegt die EBM in diesem Jahr gleichauf beim Stromabsatz wie die IWB. Trotz Kundenzunahme blieb der Verbrauchszuwachs mit 0,4% geringfügig. Für das Dutzend Grosskunden, die mehr als eine Gigawattstunde (GWh) verbrauchen, gibt es neu "EBM 110"-Angebote und für mehrere Dutzend 0,1-1 GWh-Kunden "EBM Fonds". Vorab für Privatkunden gibt es ein reiches Ökostrom-Segment. Neu bekannte sich Hans Büttiker auch zu "horizontalen" Interessen; also weg vom alten Elektro-Cheftechniker-Denken, der alles in einer Hand hält. Während das Stromgeschäft seit Jahren an Marge lässt, erzielte Kassenwart Fridolin Spaar eine Gesamtleistung von 224 Mio. Fr. Das Eigenkapital wurde gesteigert und der Bilanzwert überstieg erstmals die 300-Mio.-Grenze. Da ist insbesondere die Kapitalverflechtung mit der Aare-Tessin AG (Atel) und ihre erwartete Kapitalerhöhung um maximal 10%. Während von aussen die Zuneigung der Atel zu ihren Nordwestschweizer Grossabnehmern wie hingenommen wirkt, betont die EBM das "jahrzehntelang gewachsene Verhältnis" und verweist auf nützliche Synergie-Effekte mit der Schweizer Nummer eins. © Marc Gusewski vom 30.5.2001 |
Teuren Strom für ländliche Regionen vermeiden - guter Rat ist teuer für was-weiss-ich-?-Politik Im Elektrizitätsmarkt werden ländliche Regionen eher zur Kasse kommen als Agglomerationen, da Stromnetze mit weniger Abnehmern viel teurer sind als umgekehrt. Nach Bundesidee sollen die Kantone hier ausgleichend wirken. Die SP- und die FDP-Landratsfraktionen lancieren strompolitische Vorstösse und der Regierungsrat signalisiert erstmals Analysebedarf. Liestal. Wer bezahlt in Zukunft wie viel für den Anschluss seiner Steckdose an das Stromnetz? Zahlt, wer auf dem Land wohnt mehr, wer in der Stadt wohnt, weniger? Mit dem Elektrizitätsmarkt ist diese Frage offen. Nach Bundesidee sind die Kantone in der Pflicht, sozial-regionalen Ausgleich zwischen teuren und weniger teuren Netzgebieten zu schaffen. Der Bund behält sich sogar vor, in dieser durchaus brisanten Frage untätige Verwaltungen zu bevormunden. Im Jahre sieben nach Beginn der eidgenössischen Elektrizitätsmarkt-Diskussion signalisiert der Baselbieter Regierungsrat erstmals Analysebedarf. Morgen Donnerstag will er zwei landrätliche Vorstösse entgegennehmen: die FDP-Motion zur "Anpassung der kantonalen Gesetzgebung" sowie das SP-Postulat "Leistungsauftrag für Netzbetreiber". Die FDP-Motion von Fraktionspräsident Paul Schär und Anton Fritschi zielt auf das Herz bisheriger Strompolitik: die (Strom)Tarifgenehmigungs-Hoheit, die Konzessionspflichtigkeit für Leitungen sowie der Vergütungsausgleich für nicht Monopolnetz betreibende Eigenproduzenten (Kleinwasserkraft, Solarstrom, Blockheizkraftwerke etc.). Nach Schär und Fritschi sollen Alternativen vorgelegt werden, die für weitere Überlegungen dienen sollen. Ausserdem, so Fritschi und Schär, soll die Kantonsverwaltung ihre Bezugsverträge auf "Rabatte" hin überprüfen, wie für Grosskunden üblich. In dieser Frage verhandeln Elektra Baselland Liestal (EBL) und die Elektra Birseck Münchenstein (EBM) bereits mit den Gemeinden. Dabei kann es um mehr als nur um Preise gehen, nämlich auch um Ökoqualitäten: Lausen etwa bekundete bereits öffentlich, Ökostrom zu beziehen und bezog damit auch strompolitisch Stellung. Seitens des Kantons lehnte Elsbeth Schneider als zuständige Regierungsrätin letztes Jahr ein entsprechendes Ökostrom-Postulat von Eric Nussbaumer (der nun den Leistungsauftrag fordert) ab. Auch im Verwaltungsrat des teilweise kantonseigenen Rheinkraftwerks Birsfelden sprach sich Elsbeth Schneider gegen eine Ökostromzertifizierung aus. Die ARA Rhein, vom Kanton mitbetrieben, profitiert andererseits bereits von Mengenrabatten. Die Baselbieter SP-Landratsfraktion fordert ausdrücklich, den künftigen Netzbetreibern "gemeinwirtschaftliche und energiepolitische Ziele" aufzuerlegen. Diesen sei, so Eric Nussbaumer, ein Leistungsauftrag - analog etwa zu Konzessionsnehmern im öffentlichen Verkehr - abzuverlangen. Erfüllt werden sollen Bestimmungen, wie sie auch in der FDP-Motion angetönt sind. Es geht vor allem um die kantonalen Verfassungsziele (für Umweltschutz, gegen Atomstrom) sowie um die Leitideen der Bundesverfassung. Nicht spruchreif sei ein Vorstoss, heisst es gegenüber "Strom-Report", dass der Kanton kurzerhand die Elektra-Netze aufkaufen soll. So wären sie in Zukunft unter öffentlicher Kontrolle (wie beim Wasser). Spruchreif ist dieses Politikum hingegen beim Kantonalzürcher Abstimmungsgang vom 10. Juni über die Ausgliederung der EKZ - ähnlich wie in der Vorberatung einer Ausgliederung der Industriellen Werke Basel. © Gusewski vom 30.5.2001 Zum Seitenanfang Special-Anfang | |
Die Blitzgefahr wird unterschätzt17.9.01Der Herbst gilt (normalerweise) als Blitz-Saison. Blitze sind die grösste, alltägliche Naturgefahr unserer Breitengrade - dabei wird der Schutz vernachlässigt. Seitdem sich Schäden häufen, bietet die Elektra Birseck (EBM) als erstes Elektrizitätswerk einen "Blitz"-Mehrkomponenten-Blitzschutz an. Münchenstein. Blitze sind die offenbarste alltägliche Naturgewalt. Sie wird unterschätzt, wie Beispiele zeigen. Vor zwei Jahren brannte in Hochwald ein relativ neues Privathaus ab, verursacht durch Blitzschlag. Ein Blitzschutz fehlte. Er ist gesetzlich überraschenderweise nur teilweise vorgeschrieben. Blitzschutz ist deshalb vorab Privatsache. Einige Brände wären eigentlich vermeidbar gewesen, als Anreiz bietet die Gebäudversicherung sei zwei Jahren Blitzschutz-Subventionen an. Gefährdet ist aber auch die "e"-Welt. In einem Binninger Hochhaus wurden zahlreiche, elektronische Geräte (PC, Video, etc.) irreparabel gestört, nachdem der Blitz das Gebäude getroffen und glücklicherweise abgeleitet werden konnte. Dennoch resultierte ein grosser Schaden, denn ein Teil des Elektrogerätes war unbrauchbar geworden. Eine weitere Gefahr sind unsachgemässe Blitzschutzableiter. In einem Unterbaselbieter Landhaus schlug der Blitz beim Kamin ein, trotz Ableiter. Er suchte sich seinen Weg zur Erdung und übersprang auf halbem Weg den Hauptleiter indem die Heizungsrohre ansteuerte. Dabei geriet der Blitz zur Entladung mitten im Mauerwerk. Es war für die Betroffenen, als werde das Haus aus seinem Fundament gehoben. Gefährlich sind auch Blitzschutzanlagen, die nicht revidiert werden. Als der Blitz im Unterbaselbiet in ein Kirchgemeindehaus einschlug, leitete er sich die ersten Meter völli korrekt fort. Aber leider war die "Erdung", also, wo die Strahlenergie aufs Erdreich abgeleitet wird, nicht den neuen Verhältnissen angepasst. Sobald sich, in diesem Fall, dem Blitz ein geeigneterer Weg anbot, nutzte er dies: Er übersprang im zweiten Untergeschoss (!) die Gebäude und zerstörte durch den Entladungseffekt beim Nachbarn den Elektro-Sicherungskasten samt zugehörigen Leitungsanschlüssen, durch die er sich ausbreitete. Dies sind nur ein paar Müsterchen aus der Welt des Blitzschutzexperten. Seit ein paar Jahren lässt sich der Elektrofachmann Bruno Wyss in vom Thema faszinieren. Vor Jahren war er alarmiert: "Waren wir als Elektrizitätsversorger unzuverlässig geworden?" Denn er erhielt vermehrt Reklamationen auf den Tisch. Beschwerden trudelten ein, durch Überspannungen des Netzes sei elektronisches Gerät zerstört worden. Die nähere Überprüfung ergab indes nichts aussergewöhnliches im Elektrizitätsnetz. Wyss liess es nicht bei diesem Befund bleiben. Er recherchierte weiter und stellte fest, dass seine Fälle nur mit Blitzeinschlag zu tun haben konnten. "Ich bildete mich weiter und überlegte, wie wir den Blitzschutz verbessern können, um den Leuten zu helfen". Denn bisher waren sich die "Elektriker" für Blitzschutz zu fein. Das ist seit alters eine Angelegenheit der Spengler, wenn sie das Dach dicht machen. Aber können sich "Elektriker" davon fern halten, wenn so viele Geräte auf dem Spiel stehen? Im Jahre 249 nach Benjamin Franklins bahnbrechenden Blitzbeobachtungen - und damit Erfindung des Blitzableiters - zeichnet sich ein Berufsbildwechsel ab. Wyss befand: die EBM müsse etwas unternehmen. Seine Recherchen zeigten, dass viele Interessenten auch durch den zu erwartenden Aufwand abgeschreckt wurden. Andererseits hörte er Klagen von unruhigen Bekannten, die einen Blitzschlag fürchteten. Tatsächlich ist ein nachträglich angebrachter Blitzschutz leicht zwischen ein paar Tausend bis zehntausend Franken teuer, selbst mit Subventionen kein Pappenstiel. Ausserdem zeigte sich, dass die Bauarbeiten dafür sich hinziehen können. Auch dafür fand Wyss ein Rezept. "Wir planen das frühzeitig. Wir kommen am Morgen und am Abend ist das Werk verrichtet, dafür arbeitet ein Team konzentriert". Wyss erklärt, dass sich sein Blitzschutzkonzept durch drei Komponenten auszeichnet: die Blitzableitung, den Potentialausgleich sowie der Überspannungsschutz. Die Blitzableitung ist auch für Laien klar: der Blitz wird aussen am Haus abgeleitet, wenn er einschlägt. Sein Einschlagort ist, anders als der Volksmund sagt (nicht unbedingt die aufragende Höhe), sondern zufällig, darum ist es wichtig dass vorab äussere Leiter (Metalle) am Blitzableitersystem angehängt sind (Dachgauben, Regenrinnen). Das hilft alles nur, wenn der Blitzableiter tief genug - und ins weiterleitende - Erdreich reicht. Der Potentialausgleich ist eigentlich fast so wichtig wie der Blitzschutz. Wenn der Blitzstrahl, drei bis fünf Zentimeter dick, als Kern des Blitzes gesehen wird, entwickelt sich von ihm aus ein Elektromagnetfeld in Trichterform. Nach aussen wird das Feld schwächer. Nun leitet nicht alles gleich schnell. Wo die Potentialentfaltung des Blitzes gestört wird, entstehen sozusagen Kurzschlüsse. Ein Potentialausgleich sorgt also im Haus dafür, dass sich das elektromagnetische Feld auf alle Leiter (vorab Heizung und Wasser) gleichmässig verteilt und kein allzu krasses Potential-Ungleichgewicht entsteht, das zu Kurzschlüssen führt. Potential-Ungleichgewicht ist übrigens meist die Ursache für Todesfälle durch Blitzschlag. Deshalb soll man bei Blitzgewitter möglichst beide Füsse dicht aneinander gepresst, hocken. Hintergedanke: das Potential muss möglichst gleichmässig über einen weg. Andersherum: je breitbeiniger einen das Blitzfeld erwischt, desto grösser die Potentialungleichheit. Statistisch gesehen ist für die Schweiz jährlich ein Blitzschlagtoter zu erwarten. Allerdings zählt die Nordwestschweiz zur Region mit den zweitmeisten Blitzereignissen. Es sind rund 5'300 Blitze pro Jahr (hochgerechnet). Schliesslich der Überspannungsschutz: Blitzableiter und Potentialausgleich sorgen also dafür, dass der Blitz störungsfrei und gleichmässig abgeleitet wird. Das befreit nicht von seiner elektromagnetischen Wirkung, gegen die es nicht ohne weiteres realistische Hilfsmittel gibt. Daher empfiehlt sich, vor heiklen Geräten einen Überspannungsschutz einzuschalten. Dieser ist eine Art Sicherung und trennt bei Überspannung das Gerät vom Netz. Ortstermin in Münchenstein, Wyss besucht eine zufriedene Kundin. Sie erinnert sich: "Bei Gewitter habe ich mich ins Auto gesetzt, jetzt bleibe ich ruhig". Und Wyss sagt: "Wir haben blitzschnell dazugelernt". top |
Juni
1991: Prognos empfiehlt: Doppelt teure Strompreise
Aktionsfelder
für die Zukunft skizzierte das Basler Beratungsunternehmen
"Prognos" der Elektra Birseck-Münchenstein (EBM). Fazit: mit
erheblichem Sparen könnte der Stromverbrauchszuwachs
auf 0,5 Prozent pro Jahr begrenzt werden. Empfohlen wird, die
Strompreise zu verdoppeln. Münchenstein.
Übermorgen eine doppelt so teure Stromrechnung? Das Basler
Berater-Unternehmen "prognos" empfiehlt der Elektra Birseck
(EBM), die Kilowattstunde bis Jahr 2005 "real" preislich zu
verdoppeln. Dabei soll der Strompreis laufend angehoben werden, bis er
das angepeilte Ziel erreicht haben wird. Dies ist nur eine Massnahme,
die das "Europäische Zentrum für Angewandte
Wirtschaftsforschung", der Baselbieter Stromversorgerin nahelegt.
Hauptsächlich sollte die Prognos für ihren Auftraggeber prüfen,
"künftige Aktionsfelder zur Förderung der rationellen
Energienutzung und -erzeugung" anzusiedeln. "Den
Strompreis zu verdoppeln ist die einzige Massnahme, die vorgeschlagen
wurde, die der Verwaltungsrat abgelehnt hat bei der Beratung dieses
Berichts", sagt Elektra-Direktor Hans Büttiker. Er legt mit dem
angesprochenen Papier erstmals eine Studie vor, die ihm als
Wirtschaftsstrategie erhebliche Stromeinsparungen nahelegt. Ein
wiederholt vorgetragenes Anliegen von Elektrizitäts-Kritikern. Heute
gilt es sowohl den Münchensteinern als ihren Beratern als Traumziel,
den Mehrverbrauch der Elektrizität auf jährlich 0,5 Prozent zu begrenzen
im belieferten Versorgungsgebiet. Diese Wachstums-Rate indessen beträgt
seit 1984-1989 rund 2,7 Prozent durchschnittlich jährlich. Sparen
und Stromverkaufen: Das EVU - Elektrizitätsversorgungsunternehmen -
wird EDU: Energiedienstleistungsunternehmen. Als
"überraschend" wertet Büttiker den Umstand, dass der
Stromverbrauch trotz erheblich ausgebauten Sparmassnahmen zunehmen wird.
Hierbei erwartet Prognos selbst bei intensiven Anstrengungen für
sparsame, rationelle Stromverwendung ("Sparszenario") eine jährliche
Zunahme von fünf Prozent pro Jahr. Damit hatte Büttiker nicht in
diesem Umfang gerechnet. Aber: fährt die EBM fort wie anhin, gibts
einen jährlich erheblich steigenden Stromverbrauch von 1,5 Prozent
("Status-quo-Szenario"). Höher wäre diese Rate noch, wenn
die EBM ihre bisherige Tätigkeit bei rationeller Energienutzung (Nahwärmeversorgung
zum Beispiel) aufgeben würde ("Rückzugs-Szenario").
"Das kommt nicht in Frage", räumt Büttiker freimütig ein:
"wir geben diesen Stimmen keine Chance." "Handlungsbedarf"
für ihre 100 000 Kunden registriert die Prognos auf jeden Fall für die
Elektra Birseck-Münchenstein (EBM). Deshalb soll sie sich rege an
Energie-Quellen beteiligen wie Wärme-Kraft-Kopplung, Wärmepumpen und
Solar-Minikraftwerken, die ohne EBM "in einem grossen Teil der
Region Basel ungenutzt bleiben würden". Prognos empfiehlt hierzu,
dass Strom-Kunden gründlicher als bisher zu beraten. Gemeinsam
mit regionalen Stromverteilern sei die Strom/Wärme-Eigenproduktion
durch Wärme-Kraft-Kopplung auszubauen. Erfahrungsaustausch zwischen
Industrie und Stromverkäufer müsse alltäglich werden. Zudem, schreibt
die Prognos, soll die Elektra ein rechtliche selbständiges
Tochterunternehmen als Berater für "Energiefragen in Industrie und
Gewerbe" gründen. Zusätzlich rechnen sich die Stromversorger Chancen
aus, wieder attraktiver für Personal zu werden. Personalmangel bei
Starkstrom-Elektrikern verzögert manche Vorhaben. "Wir
begreifen das Gutachten der Prognos als Empfehlungen für unsere Geschäfts-Strategie,
einiges wurde im 'EBM-Aktionsprogramm-Energie 2000' eingebaut", erläutert
Hans Büttiker, der dieses als eines der ersten EW-Chefs vorstellte.
Indessen berührten die Wirtschaftsforscher auch Empfindliches. Jenes,
dass die EBM eine Genossenschaft (mit 350 Mitarbeitern, 186 Millionen
Franken Umsatz) ist, deren Genossenschafter (Hausbesitzer, Industrie,
Gewerbe, öffentliche Hand) sowohl Strombezüger als auch Strom-Chefs
sind. Werden sie sich höhere Tarife einräumen, die sie selber zu
berappen haben? "Bis jetzt handelten alle Genossenschafter im
Unternehmensgeist", lobt Büttiker, er kennt diese Widersprüche.
Eine saubere Kostenrechnung diente den Genossenschaftern bis anhin, sich
über die Befindlichkeit des Unternehmens an sich im Klaren zu sein. Höhere
Strompreise, die die effektiven Stromgestehungskosten wirklichkeitsnäher
widergeben würden, stossen woanders unerwartet auf Widerstand; beim
Preisüberwacher in Bern. Zu hoffen bleibt für die EBM, dass sie ihre nächste
Preisrunde wie gewünscht einleiten kann. Ohne höhere Tarife wird (zu)
wenig Interesse an sparsamer, rationeller Energieerzeugung bekundet. Regionale
Strom-Koordination gefordert
Münchenstein. Der Basler Wirtschaftsberater Prognos AG empfiehlt der EBM verstärkt mit den Industriellen Werken Basel (IWB) und der Elektra Baselland (EBL) zusammenzuarbeiten. So soll die Strom-Eigenerzeugung koordiniert und Tariferhöhungen untereinander abgestimmt werden. Vorgeschlagen werden massive Preisrunden, diese lehnt indessen die EBM ab. Zusätzlich soll mit den Nordwestschweizer Stromverteilern ein Modellprogramm "Photovoltaik" eingerichtet werden. |