Dreieckland StromReport Lenkungsabgabe Basel (14.07.2004 ) Pressebüro © Marc Gusewski Email 

Energiepolitik ohne Risiken und Nebenwirkungen

18.6.04 In Basel wird Energie in Grössenordnungen von Kraftwerksproduktionen eingespart, dank der Förderabgabe. Seit 20 Jahren hilft sie die Energiewende vor- und mit zu finanzieren. Vorab Gewerbe und Umwelt profitieren.

Bild: Martin Vosseler, sun21-Gründer: Seine Vorstellung von Energiewende

 

Basel. Regierungsrätin Barbara Schneider nennt sie gegenüber der BaZ „ein Geschenk des Himmels.“ Die Rede ist von der Schweiz weit einmaligen Förderabgabe. Sie wird seit zwanzig Jahren auf Elektroenergie erhoben und mit der Stromrechnung eingezogen. Um den durch die Förderabgabe herbeigeführten, beachtlichen Erfolg zu feiern, verteilt heute Samstag, 19. Juni das Amt für Umwelt und Energie auf dem Barfüsserplatz Kaffee und Kuchen. Eingeladen sind alle, die Lust haben mitzufeiern (10-18 Uhr). „Kommen Sie, freuen Sie sich mit uns“, wirbt Thomas Fisch, der Energie-Fachstellenleiter vom Amt für Umwelt und Energie (AUE). Fisch schmunzelt: „Für junge und alte Kreative mit viel Energie, winkt ein Wettbewerb mit super Preisen.“

Jenseits von Kaffee und Kuchen, besticht die Förderabgabe vorab durch handfeste Eckdaten. Als beachtlich gelten die neuen Zahlen, was bisher als sicher erreicht gilt. So wurde und wird bis heute eine Verminderung des Energieverbrauchs in einer Grössenordnung von einer Milliarde Kilowattstunden Energieeinheiten angeregt, eher sind es sogar mehr. Es betrifft Strom wie Heizenergie. Im Vergleich ist das etwa soviel wie ein Siebtel der Jahresproduktion eines Atomkraftwerks Leibstadt, Risiken und Nebenwirkungen dabei nicht mitgezählt. Dabei ist die Basler Einspar-Kilowattstunde mit Null-Nebenwirkung am Rheinknie ungefähr vergleichbar, je nach Optik, günstig oder teuer wie der Atomstrom.

Energie ohne Risiken und Nebenwirkungen

Die Förderabgabe stiftet für die Stadt auch eine kaum zu unterschätzende Wohlfahrt in Form von Lohn und Brot. Während bei konventionellen Energiegebrauch das Geld meist aus der Schweiz abfliesst, ist es bei erneuerbaren Energien und Einsparen genau umgekehrt. Die Förderabgabe finanziert zahllose Mannstunden lokaler Gewerbe- und Handwerksarbeiten, sowie neuer Techniken für den Strom von morgen. U.a., die von der Fachwelt stark beachtete Erdwärme. Dabei ist zusätzlich des einen Arbeit, des anderen (saubere) Luft: Die Umwelt befreiten diese unscheinbaren Rappenspenden der Förderabgabe um einen kaum bezifferbaren Beitrag an vermiedener Verschmutzung und Ressourcenzerstörung. AUE-Fachmann Thomas Fisch: „Mit dem Subventionsanreiz werden auch deutlich grössere Ausgaben getätigt, die sonst eher nicht, oder viel später realisiert worden wären. Das hilft allen.“

Basler Gewerbe bei Energieeffizienz Spitze

„Das ist eine ganz tolle Sache aus der Optik des Gewerbeverbandes“, lobt Verbandssprecher Benjamin Szemkus. So haben sich die Gewerbler regelmässig traditionell eingeklinkt in Aktionen, die vom Energie-Fördertopf finanziert werden. Die meisten kennen etwa „der bessere – Kühlschrank, Keller“; oder „das bessere Fenster, die bessere Klimaanlage.“ Szemkus betont die Werthaltigkeit der Ausgaben. Wenn auch im Detail nachgebessert werden muss, wie er findet. Darum hat der Verband eine Studie über die genauen Auswirkungen der Förderausgabe auf das lokale Gewerbe in Auftrag gegeben. Deren Resultate werden im Herbst erwartet. Übrigens sind Förderabgaben in der Politik als rot-grünes Projekt verschrien. Wirklich? In Basel dagegen half besonders Physikprofessor und FDP-Politiker Hansruedi Striebel das energetische Energiepolitik-Instrument herzustellen.

Förderabgabe gibt Pionieren neuen Mumm

Nach so viel Erfolg, wie sie die Basler Förderabgabe zeitigte, schöpfen die Pioniere der Energiewende neue Zuversicht. Da ist etwa Martin Vosseler, Stadt-bekannter Energie-Umwelt-Aktivist und Organisator der für kommende Woche in Basel geplanten Energieveranstaltung „Sun 21.“ Vosseler: „Die Menschen in der Stadt beweisen, die Energiewende ist möglich.“ Er weist auf einen weiteren Zusammenhang hin: „Wir registrieren einen erschreckenden Stellenabbau. Mit der Energiewende könnten wir tausende neue Arbeitsplätze schaffen.“ Vosseler warb gestern für eine rege Beteiligung an der "Sun 21". Diese Veranstaltung, einerseits für die Fachwelt, andererseits mit Aktionen für alle, die sich auch nur entfernt fürs Thema interessieren, findet – dank Förderabgabe – bereits zum siebten Mal statt (Programm www.sun21.ch), ein Höhepunkt ist etwa Bundesrätin Micheline Calmy-Rey’s Referat am Montag. Ein weiterer Höhepunkt ist am Samstag das etwas andere Autorennen, das Sparfahr-Rennen „Rallye 21“ (Programm: www.rallye21.ch). Hier geht’s um Köpfchen und Null-Emission statt Tempobolzerei mit klimaschädlichen Abgasfahnen.