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Energiepolitik
ohne Risiken und Nebenwirkungen
18.6.04 In Basel wird Energie in Grössenordnungen von
Kraftwerksproduktionen eingespart, dank der Förderabgabe. Seit 20 Jahren
hilft sie die Energiewende vor- und mit zu finanzieren. Vorab Gewerbe und
Umwelt profitieren.
Bild: Martin
Vosseler, sun21-Gründer: Seine Vorstellung von Energiewende Basel. Regierungsrätin Barbara Schneider nennt
sie gegenüber der BaZ „ein Geschenk des Himmels.“ Die Rede ist von der
Schweiz weit einmaligen Förderabgabe. Sie wird seit zwanzig Jahren auf
Elektroenergie erhoben und mit der Stromrechnung eingezogen. Um den durch
die Förderabgabe herbeigeführten, beachtlichen Erfolg zu feiern, verteilt
heute Samstag, 19. Juni das Amt für Umwelt und Energie auf dem
Barfüsserplatz Kaffee und Kuchen. Eingeladen sind alle, die Lust haben
mitzufeiern (10-18 Uhr). „Kommen Sie, freuen Sie sich mit uns“, wirbt
Thomas Fisch, der Energie-Fachstellenleiter vom Amt für Umwelt und Energie
(AUE). Fisch schmunzelt: „Für junge und alte Kreative mit viel Energie,
winkt ein Wettbewerb mit super Preisen.“
Jenseits von Kaffee und Kuchen, besticht die Förderabgabe vorab durch
handfeste Eckdaten. Als beachtlich gelten die neuen Zahlen, was bisher als
sicher erreicht gilt. So wurde und wird bis heute eine Verminderung des
Energieverbrauchs in einer Grössenordnung von einer Milliarde
Kilowattstunden Energieeinheiten angeregt, eher sind es sogar mehr. Es
betrifft Strom wie Heizenergie. Im Vergleich ist das etwa soviel wie ein
Siebtel der Jahresproduktion eines Atomkraftwerks Leibstadt, Risiken und
Nebenwirkungen dabei nicht mitgezählt. Dabei ist die Basler
Einspar-Kilowattstunde mit Null-Nebenwirkung am Rheinknie ungefähr
vergleichbar, je nach Optik, günstig oder teuer wie der Atomstrom.
Energie ohne Risiken und Nebenwirkungen
Die Förderabgabe stiftet für die Stadt auch eine kaum zu unterschätzende
Wohlfahrt in Form von Lohn und Brot. Während bei konventionellen
Energiegebrauch das Geld meist aus der Schweiz abfliesst, ist es bei
erneuerbaren Energien und Einsparen genau umgekehrt. Die Förderabgabe
finanziert zahllose Mannstunden lokaler Gewerbe- und Handwerksarbeiten,
sowie neuer Techniken für den Strom von morgen. U.a., die von der Fachwelt
stark beachtete Erdwärme. Dabei ist zusätzlich des einen Arbeit, des
anderen (saubere) Luft: Die Umwelt befreiten diese unscheinbaren
Rappenspenden der Förderabgabe um einen kaum bezifferbaren Beitrag an
vermiedener Verschmutzung und Ressourcenzerstörung. AUE-Fachmann Thomas
Fisch: „Mit dem Subventionsanreiz werden auch deutlich grössere Ausgaben
getätigt, die sonst eher nicht, oder viel später realisiert worden wären.
Das hilft allen.“
Basler Gewerbe bei Energieeffizienz Spitze
„Das ist eine ganz tolle Sache aus der Optik des Gewerbeverbandes“, lobt
Verbandssprecher Benjamin Szemkus. So haben sich die Gewerbler regelmässig
traditionell eingeklinkt in Aktionen, die vom Energie-Fördertopf
finanziert werden. Die meisten kennen etwa „der bessere – Kühlschrank,
Keller“; oder „das bessere Fenster, die bessere Klimaanlage.“ Szemkus
betont die Werthaltigkeit der Ausgaben. Wenn auch im Detail nachgebessert
werden muss, wie er findet. Darum hat der Verband eine Studie über die
genauen Auswirkungen der Förderausgabe auf das lokale Gewerbe in Auftrag
gegeben. Deren Resultate werden im Herbst erwartet. Übrigens sind
Förderabgaben in der Politik als rot-grünes Projekt verschrien. Wirklich?
In Basel dagegen half besonders Physikprofessor und FDP-Politiker
Hansruedi Striebel das energetische Energiepolitik-Instrument
herzustellen.
Förderabgabe gibt Pionieren neuen Mumm
Nach so viel Erfolg, wie sie die Basler Förderabgabe zeitigte, schöpfen
die Pioniere der Energiewende neue Zuversicht. Da ist etwa Martin Vosseler,
Stadt-bekannter Energie-Umwelt-Aktivist und Organisator der für kommende
Woche in Basel geplanten Energieveranstaltung „Sun 21.“ Vosseler: „Die
Menschen in der Stadt beweisen, die Energiewende ist möglich.“ Er weist
auf einen weiteren Zusammenhang hin: „Wir registrieren einen
erschreckenden Stellenabbau. Mit der Energiewende könnten wir tausende
neue Arbeitsplätze schaffen.“ Vosseler warb gestern für eine rege
Beteiligung an der "Sun 21". Diese Veranstaltung, einerseits für die
Fachwelt, andererseits mit Aktionen für alle, die sich auch nur entfernt
fürs Thema interessieren, findet – dank Förderabgabe – bereits zum siebten
Mal statt (Programm
www.sun21.ch), ein Höhepunkt ist etwa Bundesrätin Micheline
Calmy-Rey’s Referat am Montag. Ein weiterer Höhepunkt ist am Samstag das
etwas andere Autorennen, das Sparfahr-Rennen „Rallye 21“ (Programm:
www.rallye21.ch).
Hier geht’s um Köpfchen und Null-Emission statt Tempobolzerei mit
klimaschädlichen Abgasfahnen.
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