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Im Jahr 2005 im
Dunklen?
Eine Schweiz ohne Strom - so sieht das Schreckensszenario für das Jahr
2005 aus, das die AVES, die Aktion für Vernünftige Energiepolitik Schweiz
an ihrer 10. Generalversammlung am Montag in Frenkendorf
zeichnete.
Frenkendorf, Frühjahr 1994. Als aussichtslos beurteilte
Johann Rudolf
Gunzenhauser, durch
alternative Stromerzeugung "signifikante" Mengen produzieren zu wollen.
"Mit dem Einsatz von noch soviel Geld für immer wieder die gleichen
Pilotanlagen" könne unter dem Strich nicht genug Strom für die Schweiz
erzeugt werden.
Mit diesen Worten umriss Johann Rudolf Gunzenhauser an der 10.
Generalversammlung der AVES Region BASEL ("Aktion für eine vernünftige
Energiepolitik Schweiz) sinngemäss die Situation, die seiner Meinung nach
zur Zeit die Energiepolitik kennzeichnet. Der AVES-Präsident sprach von
"Luftschlössern", wenn man versuchen wolle, durch "Sonne und Stromsparen "
den Stromverbrauch in den Griff zu bekommen. Er warnte, es könne bei der
jetzigen Politik im Jahr 2005 zu einer Stromknappheit kommen.
Die "Arbeitsgemeinschaft für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz"
sieht sich auch im zehnten Jahre ihres Bestehens als energiepolitische
Organisation, die sich für die Nutzung der Kernenergie einsetzt. Sie setzt
sich an ihren Generalversammlungen jeweils mit energiepolitischen Vorlagen
auseinander. Im letzten Jahr trat man aktiv gegen die
Gewässerschutz-Vorlagen ein. 1993 referierte Peter Stürzinger
(Eidgenössische Energieforschungskommission) über Neuentwicklungen:
"Energieforschung - wohin?"
Peter Stürzinger berichtete über die Schweizerisch-Amerikanische
Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Reaktortypen. In Zukunft soll
Strom in Atomreaktoren erzeugt werden, die nach dem System der "passiven
Sicherheit" funktionieren. Gewöhnliche Reaktoren werden mit Kühlwasser bei
Betriebstemperatur gehalten, indem diverse, störanfällige Pumpen ständig
für genügend Kühlwassernachschub sorgen. Bei "passiven" Systemen sollen
natürliche, thermische Vorgänge eine Unterbrechung des Kühlkreislaufs
verhindern. In diesem Bereich sind Schweizer Techniker an
fortgeschrittenen Entwicklungsarbeiten beteiligt.
Die Schweizer Energieforschungskommission (CORE) beklagt aber, dass noch
viel zu viele Finanzen in Projekten versanden. Häufig werden nach einer
interessanten Projektarbeit bei den erarbeiteten Plänen bewenden - an eine
Weiterverwertung wird, aus welchen Gründen auch immer, nicht gedacht. Nach
Peter Stürzinger werden zu wenige Arbeiten "kommerzialisiert". Sehr
vielversprechend sieht zum Beispiel die Entwicklung einer kleinen
Gasturbine aus, die unter Hochdruckverhältnissen arbeitet. Dies wäre ein
entscheidender Fortschritt für den Wärmekraftkopplungsgedanken. Offen
bleibt, ob diese Entwicklungsarbeit eines Tages kommerziell umgesetzt
wird. |