Dreieckland StromReport (Fehl-)Prognosen (23.01.2004 ) Pressebüro © Marc Gusewski Email 

Im Jahr 2005 im Dunklen?

Eine Schweiz ohne Strom - so sieht das Schreckensszenario für das Jahr 2005 aus, das die AVES, die Aktion für Vernünftige Energiepolitik Schweiz an ihrer 10. Generalversammlung am Montag in Frenkendorf zeichnete.

Frenkendorf, Frühjahr 1994. Als aussichtslos beurteilte Johann Rudolf Gunzenhauser, durch alternative Stromerzeugung "signifikante" Mengen produzieren zu wollen. "Mit dem Einsatz von noch soviel Geld für immer wieder die gleichen Pilotanlagen" könne unter dem Strich nicht genug Strom für die Schweiz erzeugt werden.
Mit diesen Worten umriss Johann Rudolf Gunzenhauser an der 10. Generalversammlung der AVES Region BASEL ("Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz) sinngemäss die Situation, die seiner Meinung nach zur Zeit die Energiepolitik kennzeichnet. Der AVES-Präsident sprach von "Luftschlössern", wenn man versuchen wolle, durch "Sonne und Stromsparen " den Stromverbrauch in den Griff zu bekommen. Er warnte, es könne bei der jetzigen Politik im Jahr 2005 zu einer Stromknappheit kommen.
Die "Arbeitsgemeinschaft für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz" sieht sich auch im zehnten Jahre ihres Bestehens als energiepolitische Organisation, die sich für die Nutzung der Kernenergie einsetzt. Sie setzt sich an ihren Generalversammlungen jeweils mit energiepolitischen Vorlagen auseinander. Im letzten Jahr trat man aktiv gegen die Gewässerschutz-Vorlagen ein. 1993 referierte Peter Stürzinger (Eidgenössische Energieforschungskommission) über Neuentwicklungen: "Energieforschung - wohin?"
Peter Stürzinger berichtete über die Schweizerisch-Amerikanische Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Reaktortypen. In Zukunft soll Strom in Atomreaktoren erzeugt werden, die nach dem System der "passiven Sicherheit" funktionieren. Gewöhnliche Reaktoren werden mit Kühlwasser bei Betriebstemperatur gehalten, indem diverse, störanfällige Pumpen ständig für genügend Kühlwassernachschub sorgen. Bei "passiven" Systemen sollen natürliche, thermische Vorgänge eine Unterbrechung des Kühlkreislaufs verhindern. In diesem Bereich sind Schweizer Techniker an fortgeschrittenen Entwicklungsarbeiten beteiligt.
Die Schweizer Energieforschungskommission (CORE) beklagt aber, dass noch viel zu viele Finanzen in Projekten versanden. Häufig werden nach einer interessanten Projektarbeit bei den erarbeiteten Plänen bewenden - an eine Weiterverwertung wird, aus welchen Gründen auch immer, nicht gedacht. Nach Peter Stürzinger werden zu wenige Arbeiten "kommerzialisiert". Sehr vielversprechend sieht zum Beispiel die Entwicklung einer kleinen Gasturbine aus, die unter Hochdruckverhältnissen arbeitet. Dies wäre ein entscheidender Fortschritt für den Wärmekraftkopplungsgedanken. Offen bleibt, ob diese Entwicklungsarbeit eines Tages kommerziell umgesetzt wird.